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Medizin
21. Juni 2021
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©Matthieu Louis / Fotolia.de

COVID-Impfungen: Herausforderungen für Praxis und Kinder?

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten nimmt die Zahl der COVID-Impfungen in Deutschland ständig zu. Auf einer virtuellen Veranstaltung von BioNTech berichtete ein Hausarzt von ersten Erfahrungen mit den Impfungen und gab Tipps für die Umsetzung im Praxisalltag. Ein Pädiater stellte die Zulassungsstudie des BioNTech-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige vor.
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Größte Herausforderung: Organsisation der Termine

Bis Ende der ersten Juniwoche hatte Hausarzt und Internist Dr. Hedro Lahdo, Wiesbaden, bereits mehr als 800 Menschen gegen COVID geimpft. Wie er berichtete, waren nur 4 Impflinge nicht erschienen. Lahdo hatte für diese Fälle eine Springerliste mit Interessierten vorbereitet, die kurzfristig nachrücken konnten. Er und sein Team sind in der Vorbereitung aktiv auf die Patienten zugegangen, um Impftermine zu vereinbaren: Bei älteren Patienten per Telefon, bei jüngeren auch über eMail oder Messengerdienste. Es sei besser, dies selbst zu steuern, als von Anfragen überrannt zu werden, so seine Begründung. Die Aufklärungsbögen stehen auf seiner Homepage, damit sich die Impflinge diese in Ruhe ansehen, ausdrucken und unterschrieben mitbringen können. Auch der aktuelle Stand, wer in der Praxis gerade geimpft wird, ist hier zu finden. Die Organisation der Termine ist nach Erfahrung von Lahdo die größte Herausforderung: Er impft die erste und die zweite Impfung jeweils in Blöcken, doch die Planung wird erschwert durch die kurze Zeitspanne zwischen der Ankündigung der Liefermenge und den Impfterminen. Lahdo vereinbart daher inzwischen erst dann die Termine, wenn der Impfstoff im Kühlschrank liegt, um Absagen zu verhindern.
COVID-19: Vielversprechender pflanzlicher Impfstoffkandidat CoVLP
©Davizro Photography - stock.adobe.com

Forscher in Kanada haben einen pflanzlichen Impfstoffkandidaten entwickelt, der in den ersten Phase-1-Studien vielversprechend abschnitt. Der CoVLP-Impfstoffkandidat, der in der Vergangenheit bereits zur Herstellung von Hämagglutinin-tragenden VLP-Impfstoffen für die Vogelgrippe (monovalent) und die saisonale Influenza (quadrivalent) verwendet wurde (1-3), wird aus der australischen Pflanze Nicotiana benthamiana gewonnen.
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Kaum schwere Verläufe bei Kindern und Jugendlichen

Zur Impfung von Kindern hat es anlässlich der Zulassung des BioNTech-Impfstoffs (Comirnaty®) für 12- bis 15-Jährige sehr kontroverse Diskussionen gegeben. Denn wie Prof. Dr. Markus Knuf, Worms, ausführte, haben Kinder und Jugendliche eine deutlich geringere Morbidität durch die SARS-CoV-2-Infektion als ältere Menschen. Doch auch bei ihnen sind in seltenen Fällen schwere Verläufe, etwa das paediatric inflamatory multisystem syndrome (PIMS), sowie Long-COVID möglich. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffs bei Jugendlichen wurde in einer Studie untersucht, in der je rund 1.100 12- bis 15-Jährige entweder den Impfstoff oder Placebo erhielten. Zum Vergleich wurden ergänzend je rund 500 16- bis 25-Jährige herangezogen, denen ebenfalls entweder der Impfstoff oder Placebo appliziert worden war (1). Bei den lokalen und systemischen Impfreaktionen unterschieden sich die beiden Verum-Gruppen nicht. Zugleich waren die Titer der neutralisierenden Antikörper bei den jüngeren Probanden sogar höher als bei den älteren Probanden. Es zeigte sich ein sehr guter Schutz vor COVID bei den 12- bis 15-Jährigen: Es gab keinen Fall von COVID in der Gruppe, die den Impfstoff erhalten hatte, gegenüber 16 Fällen in der Placebo-Gruppe. Knuf betonte jedoch, er könne verstehen, dass die Ständige Impfkommission angesichts der milden Verläufe bei Kindern und Jugendlichen mehr Datensicherheit wünsche. Andererseits gab er zu bedenken, man könne nicht 15 Millionen Kinder und Jugendliche außen vor lassen, wenn man eine Pandemie bekämpfen wolle.

Petra Eiden

Quelle: mRNA-Kongress, 12. Juni 2021; Veranstalter: BioNTech

Literatur:

(1) Frenck RW, et al. N Engl J Med. 2021 May 27. doi: 10.1056/NEJMoa2107456.

 


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EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
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