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Medizin
02. März 2021

MS: Protektive Antikörper auf herkömmliche Impfstoffe bei RMS-Patienten unter Cladribin-Therapie

Laut retrospektiver Analyse der MAGNIFY-MS-Studie entwickeln Patienten über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten protektive Antikörpertiter nach Impfung gegen saisonale Influenza- oder Varizella-Zoster-Viren, und zwar unabhängig vom zeitlichen Abstand zwischen Vakzinierung und Cladribin-Einnahme. Erste Ergebnisse der CLOCK-MS-Substudie zeigen, dass MS-Patienten unter Cladribin-Therapie 4 Wochen nach Impfung protektive Antikörper gegen Influenza aufweisen. In beiden Studien blieben die protektiven Antikörpertiter unabhängig von der Lymphozytenzahl stabil oder erhöhten sich.
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Die Daten der Studie MAGNIFY-MS zu Cladribin (MAVENCLAD®) bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) wurden im Rahmen des ACTRIMS Forum 2021, der virtuellen Jahrestagung des Americas Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis vom 25. bis 27. Februar 2021, präsentiert. Die Analyse zeigt, dass RMS-Patienten, die mit Cladribin behandelt werden, eine Immunantwort auf die Impfung gegen Influenza- oder Varizella-Zoster-Viren entwickelten.

Effektive Immunantwort

„Angesichts der aktuellen Pandemiesituation und der zunehmenden Verfügbarkeit von COVID-19-Impfstoffen ist es umso wichtiger, Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Impfstoffen bei MS-Patienten zu erlangen“, sagte Klaus Schmierer, Professor für Neurologie an der Queen Mary University of London und dem The Royal London Hospital, UK. Die Daten liefern Ärzten einen vorläufigen Nachweis dafür, dass Patienten unter Behandlung mit Cladribin eine effektive Immunantwort auf Impfstoffe aufbauen und aufrechterhalten können.“

Protektive Antikörperreaktion

Die retrospektive Analyse diente der Bestimmung der protektiven Antikörperreaktion auf eine Impfung gegen die saisonale Grippe (n=12) und das Varizella-Zoster-Virus (VZV) (n=3) bei Cladribin-Patienten. Hierzu wurden Blutproben untersucht, die jeweils vor und nach der Impfung entnommen wurden. Bei den Patienten, die das Influenzavakzin erhielten, blieben die protektiven Antikörpertiter über mindestens 6 Monate erhalten oder erhöhten sich – und zwar unabhängig von der Lymphozytenzahl, die zum Zeitpunkt der Impfung im ersten oder zweiten Behandlungsjahr der Cladribin-Therapie bestimmt wurde. Bei den Patienten, die vor Beginn der Cladribin-Therapie (1. Behandlungsjahr) mit dem VZV-Impfstoff behandelt wurden, überschritten die Antikörpertiter über einen Zeitraum von 6 Monaten nach Behandlungsbeginn mit Cladribin trotz Lymphozytendepletion die protektive Schwelle. Diese Ergebnisse waren konsistent, unabhängig vom zeitlichen Abstand zwischen Vakzinierung und Cladribin-Therapie.

Die Auswertung CLOCK-MS-Substudie ergab, dass 3 Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) vor der Grippeschutzimpfung mit mindestens einer Dosis Cladribin behandelt worden waren. Alle 3 Patienten wiesen 4 Wochen nach der Vakzinierung erhöhte Titer protektiver Antikörper auf. Bei 2 dieser Patienten, die 2 bzw. 4 Monate vor der Impfung mit Cladribin behandelt worden waren, lag um den Impfzeitpunkt eine Lymphopenie vor.

Quelle: Merck


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