Dienstag, 28. Juni 2022
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Medizin

Neue Optionen bereichern antidiabetische Therapie

Inkretin-basierte Substanzen wie die GLP-1-Analoga und die DPP-4-Inhibitoren haben die Therapie des Diabetes in den letzten Jahren einen guten Schritt vorangebracht. Innovative Substanzen wie Empagliflozin aus der Wirkstoffklasse der SGLT2-Inhibitoren und das neue Basalinsulin LY2605541 haben bislang in klinischen Prüfungen vielversprechende Resultate geliefert. So senkt Empagliflozin nicht nur den Glukosespiegel, sondern auch den Blutdruck und das Körpergewicht.

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Der DPP-4-Hemmer Linagliptin (Trajenta®) ist bislang in 30 Ländern weltweit zugelassen, aber in Deutschland (vorerst) nicht verfügbar. Die tägliche Einmalgabe ist indiziert zur Monotherapie des Typ-2-Diabetes, wenn sich die Blutzuckerwerte unter Diät und Bewegung allein nicht normalisieren, ferner bei Patienten, die Metformin nicht vertragen oder aufgrund einer beeinträchtigen Nierenfunktion nicht damit behandelt werden können. Der DPP-4-Inhibitor kann mit und ohne Nahrung eingenommen werden, hat ein geringes Hypoglykämierisiko und lässt sich auch bei niereninsuffizienten Diabetikern ohne Dosisanpassung einsetzen. Eine Gewichtszunahme steht kaum zu befürchten, konstatierte Dr. Thomas Seck, Ingelheim.

Neu ist die Add-on-Therapie von Linagliptin mit Insulin, die bisher nur in den USA erlaubt ist. Wie es langfristig um Wirksamkeit und Sicherheit bestellt ist, untersuchte man anhand einer Phase-III-Studie an 1.261 Typ-2-Diabetikern, deren Glukoseparameter trotz eines Basalinsulins unzureichend eingestellt waren. 631 Teilnehmer erhielten Basalinsulin plus Linagliptin und 630 Basalinsulin plus Placebo. Nach 24 Wochen zeigte sich unter Verum gegenüber Placebo ein Abfall der HbA1C-Konzentration um 0,53 Prozentpunkte. Dennoch wurde das Hypoglykämierisiko durch die Kombination aus Basalinsulin und Linagliptin nicht erhöht, und zwar auch nicht bei Patienten im Alter über 65, betonte Prof. Anthony Barnett aus Birmingham. Weil der DPP-4-Hemmer nicht renal eliminiert wird, entfällt bei reduzierter Nierenfunktion die Dosisadjustierung. Wie Prof. Per Henrik Groop aus Helsinki ergänzte, bewirkt Linagliptin eine Rückbildung der Mikroalbuminurie, und das wirkt sich auf lange Sicht günstig auf die Nierenfunktion aus.

Empagliflozin: drei positive Effekte

In klinischer Entwicklung befindet sich der Sodium Glucose Linked Cotransporter 2 (SGLT2)-Inhibitor Empagliflozin. Der Hemmstoff des Natriumglukose-Cotransporters-2 verringert die Rückresorption des Blutzuckers von den Nieren zurück ins Blut und fördert auf diese Weise die Ausscheidung überschüssiger Glukose über den Urin. Weil der Wirkmechanismus insulinunabhängig ist, senkt das innovative Pharmakon die Glukosekonzentration unabhängig von der Betazellfunktion und der Insulinresistenz.

In einer offenen Phase-IIb-Studie mit einer Laufzeit von 78 Wochen kam es unter Empagliflozin zu einer HbA1C-Senkung um bis zu 0,7 Prozentpunkte, zu einer Gewichtsabnahme um bis zu 2,5 kg und zu einer signifikanten Reduktion des Blutdrucks. Sie fiel umso stärker aus, je höher die Ausgangswerte gelegen hatten. Darüber hinaus wurde bislang kein nennenswertes Hypoglykämierisiko unter Empagliflozin beobachtet. Alle drei positiven Effekte sind laut Prof. Michael Nauck, Bad Lauterberg, dazu angetan, das hohe kardiovaskuläre Risiko des meist hypertensiven und übergewichtigen Typ-2-Diabetikers einzudämmen. Die glomeruläre Filtrationsrate blieb unter der Behandlung mit dem SGLT2-Inhibitor unverändert.

Empagliflozin wurde gut vertragen. In der zwölften Studienwoche wurden unter 10 mg oder 25 mg Verum oder unter Placebo in jeweils rund einem Drittel der Fälle unerwünschte Ereignisse protokolliert. Am häufigsten waren als mild zu klassifizierende Infektionen der Harnwege und der Genitalien. Sie waren bislang in allen klinischen Studien mit dem SGLT2-Inhibitor aufgetreten. Derzeit wird die neue Substanz in einem klinischen Phase-III-Studienprogramm unter die Lupe genommen, an dem 14.500 Patienten teilnehmen sollen. Das Programm umfasst auch eine große kardiovaskuläre Endpunktstudie.

Weniger Hypoglykämien unter neuem Basalinsulin

Das neue Basalinsulin LY2605541 wurde in Phase-II-Studien mit Insulin glargin verglichen. Nach zwölf Wochen wurden der Nüchternblutzucker und der HbA1C-Wert bei Typ-2-Diabetikern von beiden Insulinen in etwa gleich stark gesenkt. Im Unterschied zu Insulin glargin wurde unter LY2605541 aber eine Gewichtsreduktion um durchschnittlich 1,2 kg festgestellt, wie Dr. David Kendall, Minneapolis, berichtete. Ein weiteres Plus: Nächtliche Hypoglykämien traten unter dem neuen Basalinsulin signifikant seltener auf. Veränderungen des HDL- und des LDL-Cholesterins kamen nicht vor.                                                        

kbf                            

Quelle: Presseveranstaltung „3 Dimensions in Diabetes: 3 Compounds /2 Companies /1 Alliance“ anlässlich der 48. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD), Berlin, 1. Oktober 2012; Veranstalter: Boehringer Ingelheim und Lilly Deutschland GmbH



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