Dienstag, 28. Juni 2022
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Medizin

NMOSD: Zulassung erster subkutaner Therapieoption

Dr. Ute Ayazpoor

NMOSD: Zulassung erster subkutaner Therapieoption
©9nong - stock.adobe.com
Für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren mit anti-AQP4-IgG-seropositiver Neuromyelitis-Optica-Spectrum-Erkrankung (NMOSD) kann zur Monotherapie oder in Kombination mit einer immunsuppressiven Therapie ab sofort der IL-6-Rezeptorinhibitor Satralizumab eingesetzt werden. Er reduzierte in den Zulassungsstudien das Risiko für Schübe, d.h. die Ursache für eine permanente Behinderungsprogression, signifikant (1, 2) und ist patientenfreundlich in der Anwendung.
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Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD)

Unter NMOSD wird eine Gruppe seltener, nicht heilbarer, schwerer Autoimmunerkrankungen des zentralen Nervensystems subsummiert, die vor allem den Sehnerv und das Rückenmark schädigen. Die schubförmig verlaufende Erkrankung kann mit jedem, in der Regel unvorhersehbaren Schub Sehstörungen, Muskelschwäche und Lähmungen verstärken, ist also mit zunehmender Behinderung verbunden, erklärte Prof. Dr. Thomas Berger, MedUni Wien. Obwohl die NMOSD mit pathogenen Autoantikörper gegen das Wasserkanalprotein Aquaporin-4 (AQP4) assoziiert ist, die auch bei 75% der Patienten und Patientinnen im Blutserum nachgewiesen werden, wird sie aufgrund gemeinsamer Merkmale trotz positiven Tests immer noch häufig mit der multiplen Sklerose verwechselt, so Berger.
 
 

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NMOSD: Positive Phase-III-Studienergebnisse für Satralizumab

Erschienen am 11.12.2019Die Wirksamkeitsdaten der Phase-III-Studie SAkuraSky haben ergeben, dass unter Satralizumab in Kombination mit Immunsuppressiva das Schubrisiko über 144 Wochen signifikant reduziert wurde. 74% der mit Satralizumab behandelten Patienten waren zu diesem Zeitpunkt schubfrei.
Satralizumab inhibiert Interleukin-6 (IL-6), welches ein potenzieller Schlüsselfaktor der Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD, Neuromyelitis optica spectrum disorders) ist. Unter NMOSD sind seltene, chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankungen des zentralen Nervensystems zusammengefasst, welche zu Sehstörungen, motorischen Behinderungen und sogar Tod führen können. Die Daten der Phase-III-Zulassungsstudie SAkuraSky zum Prüfpräparat Satralizumab für die Therapie von NMOSD wurden in der Online-Ausgabe des New England Journal of Medicine (NEJM) vom 27. November 2019 veröffentlicht.

Erschienen am 11.12.2019undefined

© fotomowo - stock.adobe.com

3 Säulen der NMOSD-Therapie

Die Therapie der NMOSD ruht auf 3 Säulen: Der raschen und intensiven Behandlung der Schübe mittels Glukokortikoiden sowie Aphareseverfahren, die Schubprophylaxe, der Schubprophylaxe mit einer Langezeitimmuntherapie sowie der Verbesserung der Residualsymptome durch symptomatische Therapie und rehabilitative Verfahren. Laut aktueller Leitlinie sei eine frühzeitige effektive Schubprophylaxe schon nach dem 1. Schubereignis bzw. direkt nach der Diagnose essenziell  (3, 4).

Signifikante Verringerung des Schubrisikos unter Satralizumab

Seit Juni 2021 erweitert der IL-6-Rezeptorinhibitor Satralizumab (ENSPRYNG®) die Möglichkeiten bei der Schubprophylaxe. Der humanisierte monoklonale Antikörper bindet an den Rezeptor des Zytokin IL-6, dem eine Schlüsselrolle bei der Pathogenese der NMOSD zugesprochen wird. So wird davon ausgegangen, dass IL-6 das Entzündungsgeschehen verstärkt und durch Schädigung der Astrozyten und Neuronen die Beeinträchtigung treibt. Für die IL-6-Inhibition als wirksamem Ansatz zur Behandlung der NMOSD sprechen die positiven Ergebnissen der Phase-III-Studien SAkuraStar und SAkuraSky (5, 6). Darin hatte Satralizumab sowohl in der Monotherapie als auch in Kombination (Add-on) mit Immunsuppressiva das Schubrisiko verglichen mit Plazebo signifikant reduziert. In SAkuraSky verlängerte/verzögerte Satralizumab als Add-on-Therapie die Zeit bis zum protokolldefinierten Schub gegenüber einer Therapie mit Immunsuppressiva allein signifikant (6). Positiv vermerkte Berger, dass das speziell für die maximale Suppression von IL-6-Signalen entwickelte Satralizumab bei günstigem Sicherheitsprofil einfach von den Betroffenen zu Hause anwendbar sei und ihnen Flexibilität gibt.

Quelle: Virtuelles Symposium „NMOSD – Was gibt’s Neues zur Diagnose und Therapie?, 13.07.21; Veranstalter: Roche Pharma

Literatur:

(1) Traboulsee A et al., Lancet Neurol 2020;19 (12):402-12.
(2) Yamamura T et al., N Eng J med 2019; 381(22):2114-24.
(3) Trebst C, Arzneimitteltherapie 2018; 36:237-246.
(4) Aktuelle S2k-Leitlinie zur Diagnose und Therapie der MS, NMOSD und MOG-IgG-assoziierten Erkrankungen der DGN (Stand Mai 2021).
(5) Takeshita Y et al., Neurol Immunol Neuroinflamm 2017; 4(1):e311.
(6) Uzawa A et al., Clin Exp Neuroimmunol 2013; 4:167-72.



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