Dienstag, 6. Dezember 2022
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Medizin
Experten überzeugt vom Nutzen des nasalen Glukagons

Notfallhilfe bei schweren Hypoglykämien

Notfallhilfe bei schweren Hypoglykämien
©Benjamin Nolte – stock.adobe.com
Schwere Hypoglykämien bleiben eine Herausforderung für Menschen, die ihren Diabetes mit Insulin behandeln und bestimmte Risikofaktoren aufweisen. Seit nasal applizierbares Glukagon zur Verfügung steht, ist es jedoch für Ersthelfende einfacher geworden, Betroffenen in einem Notfall schnell adäquat Hilfe zu leisten. Experten und Expertinnen für Diabetologie berichten über positive Erfahrungen aus ihrer täglichen Praxis.

Hypoglykämien: Vorbereitung auf Notfall essentiell

Trotz intensiver Schulung und Beachtung aller Empfehlungen kann es bei Menschen mit Diabetes, die mit Insulin, Sulfonylharnstoffen oder Gliniden behandelt werden, unvorhergesehen zu Hypoglykämien kommen, die in seltenen Fällen auch schwer verlaufen können (1). Dies gilt insbesondere für Betroffene, die ein Mahlzeiteninsulin anwenden, und deren Lebensstil durch Hektik und unregelmäßige Nahrungsaufnahme geprägt ist, sowie für Menschen, bei denen es bereits wiederholt zu moderaten Hypoglykämien gekommen ist. Um diese Menschen gut auf einen möglichen Notfall vorzubereiten ist es sinnvoll, sie mit einem Glukagon-Notfallmedikament auszustatten und sie sowie ihr persönliches Umfeld über die richtige Anwendung zu informieren.
 
 
 

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Erschienen am 05.08.2021Am 24. Juni 21 ging die vor 15 Jahren gestartete Gesundheitsinitiative „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7PLUS“ in eine neue Runde. In diesem Jahr konnten die Teilnehmenden den kurzweiligen und informativen Talk online verfolgen. Ziel dieser Aktion ist es, die wachsende Zahl der in Deutschland lebenden Menschen mit Diabetes über die Volkskrankheit aufzuklären und ihre Fragen auch zu den Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen und zu beantworten. Dass das virtuelle Konzept greift, zeigten die am 24. im Minutentakt eintreffenden Fragen der Zuschauer, die von der virtuellen Expertenrunde auch noch  im Nachgang beantwortet wurden. Digital war in diesem Jahr deshalb nicht nur die Aktion, sondern auch der Weg, den sich die Experten und Expertinnen für die Unterstützung der Diabetes-Therapie in Zukunft wünschen.

Erschienen am 05.08.2021undefined

©Ismagilov – stock.adobe.com

Praxiserfahrungen bestätigen positive Studienergebnisse

Die Einführung des nasalen Glukagons (Baqsimi®) hat die Ersthilfe bei schweren Hypoglykämien vereinfacht. Wie Studien gezeigt haben, gelingt es auch ungeübten Helfenden, das Medikament erfolgreich über die Nase zu applizieren, während dies beim injektablen Glukagon vielfach nicht der Fall ist (3, 4). Diese Studiendaten werden nun immer mehr durch Erfahrungen aus der Praxis bestätigt. Aktuelle Berichte von Expertinnen und Experten für Diabetolo-gie weisen auf einen großen Nutzen für Menschen mit Diabetes und ihr Umfeld hin.

Gute Wirksamkeit, einfaches Handling

„Menschen mit Typ-1-Diabetes sollten auf jeden Fall mit einem Glukagonpräparat versorgt werden, bei Typ-2-Diabetes ohne Insulin-Eigensekretion gilt dies ebenfalls“, sagte Dr. Hans-Peter Kempe, Ludwigshafen. „Das nasal verabreichte Glukagon hat bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren eine vergleichbare glukosesteigernde Wirkung wie Glukagon zur Injektion“, so Kempe weiter. Ein Vorteil ist aus Sicht des Experten aber, dass das nasale Glukagon überall hin mitgenommen und dort deponiert werden kann, wo sich der Betroffene am häufigsten aufhält – also z.B. in der Schule, an der Uni oder am Arbeitsplatz. „Es ist ein praktisches, leicht zu verabreichendes Notfallpräparat, das nicht gekühlt werden muss, sondern bequem bei Raumtemperatur bis 30 Grad aufbewahrt werden kann“, erläuterte Kempe. Das macht es für Kempe auch zu einem geeigneten Begleiter auf Urlaubsreisen.
 
 

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Erschienen am 01.07.2021Über digitale Innovationen im Diabetesmanagement informierte die diesjährige International Conference on Advanced Technologies & Treatments for Diabetes (ATTD) (1). Die Mitglieder des Zukunftsboards Digitalisierung (zd) waren live dabei. Sie stellen die Entwicklungen, die für die Praxis besonders relevant sind, heraus. Ihr Fazit: Die Devices sind vorhanden – jetzt gilt es, Menschen mit Diabetes die Möglichkeiten vorzustellen und sie in die Lage zu versetzen, aktiv entscheiden zu können, ob und welche Technologien sie nutzen möchten.

Erschienen am 01.07.2021undefined

©AndSus - stock.adobe.com

Niedrige Hemmschwelle für Helfende

Ein Pluspunkt beim nasalen Glukagon ist außerdem, dass es sofort gebrauchsfertig und einfach zu handhaben ist. Dr. Kathrin Hake, Waren, hat dies in ihrer Praxis festgestellt: „Die Applikation ist schnell und einfach möglich und gelingt in der Notfallsituation auch mit zitternden Händen. Ich halte das nasale Glukagon für eine revolutionäre Entwicklung, sowohl für unsere Patienten und Patientinnen als auch ihre Angehörigen.“ Zudem hat die Expertin erfahren, dass die Bereitschaft Hilfe zu leisten mit dem neuen Notfallmedikament zugenommen hat. „Eltern nehmen das nasale Glukagon gerne an, einige sagten mir, dass sie darauf lange gewartet hätten. Denn ein nasales Präparat senkt im Notfall die Hemmschwelle zu helfen: Ein fix und fertiges Nasenpulver einzusetzen ist unkomplizierter als eine Notfallspritze zu geben, die erst noch vorbereitet werden muss“, so Hake. So könnten die Chancen steigen, dass Betroffenen bei einer schweren Hypoglykämie schnell adäquat geholfen wird. Ähnliche Beobachtungen hat Dr. Ralph Ziegler, Münster, gemacht: „Auch für Großeltern betroffener Kinder oder andere Betreuende ist das nasale Glukagon aufgrund der einfacheren Handhabung ein großer Fortschritt im Falle einer schweren Hypoglykämie“. Aufgrund dieser Erfahrungen sehen die Expertinnen und Experten im nasalen Glukagon eine gute Möglichkeit, Patienten und Patientinnen und ihr Umfeld noch besser als bisher auf die Bewältigung schwerer Hypoglykämien vorzubereiten.
Im Detail sind die Berichte über die Erfahrungen der Expertinnen und Experten mit dem nasalen Glukagon hier zu sehen.

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) DDG S2e-Leitlinie Diabetes und Straßenverkehr, 1. Auflage 2017.
(2) Fachinformation Baqsimi®, aktueller Stand.
(3) Settles JA et al. Endocrine Practice 2020;26:407-415.
(4) Yale JF et al. Diabetes Technol Ther 2017;19(7):423-32.



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