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Medizin

20. Januar 2021 NSAIDs: weniger gastrointestinale Komplikationen durch Fixkombination aus Naproxen und Esomeprazol

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) sind klinisch unverzichtbar. Angesichts des bekannten Risikos für gastrointestinale Komplikationen empfehlen
Fachgesellschaften einen gleichzeitigen Magenschutz. Dies bietet die Fixkombination aus 500 mg Naproxen und 20 mg Esomeprazol (Vimovo®).
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 Prof. Dr. Dr. Manfred Gross, Internistisches Klinikum München Süd, erläuterte dass 90% der NSAID-Verschreibungen Patienten, die älter als 65
Jahre sind, beträfen, und 70% von ihnen mind. einmal pro Woche NSAIDs einnähmen. Die Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) empfiehlt in ihren Leitlinien zur medikamentösen Therapie bei Gon- und Coxarthrose den Einsatz oraler NSAIDs, und bei Gonarthrose, sobald topische NSAIDs versagen (1, 2).

PPI als Magenschutz

Schon bei Einleitung einer NSAID-Therapie muss laut Prof. Dr. Burkhard Hinz, Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsmedizin Rostock, berücksichtigt werden, dass diese das Risiko gastrointestinaler Nebenwirkungen birgt. Dabei ist das Ulkusrisiko v.a. bei älteren Patienten erhöht – ganz unabhängig davon, dass das Alter der Patienten per se als Risikofaktor gilt (3). Hinzu kommen nicht selten schwere Begleiterkrankungen, Gerinnungsstörungen, Ulzera bzw. Ulkuskomplikationen in der Anamnese sowie eine Helicobacter-Infektion, einschließlich der damit verbundenen Komedikationen. Um gastrointestinale Nebenwirkungen zu vermeiden, sollte laut Hinz bei NSAID-Gabe ab einer Therapiedauer von einer Woche zusätzlich ein Protonenpumpeninhibitor (PPI) als Magenschutz gegeben werden. Weiter dürfe nicht vergessen werden, dass NSAIDs zur Klasse der COX-Hemmer zählen, die auch kardiovaskuläre Nebenwirkungen wie thrombotische Ereignisse verursachen können. Hierbei handelt es sich um einen Klasseneffekt, der bei allen NSAID mit Ausnahme von Naproxen beobachtet wurde (4). Fachgesellschaften empfehlen, bei erhöhtem kardiovaskulärem Risiko den Einsatz von Naproxen zu erwägen, das in einem systematischen Review mit Metaanalyse ein günstiges kardiovaskuläres Verträglichkeitsprofil gezeigt hatte (5).

Mangelnde Compliance

„NSAIDs sind zwar nebenwirkungsreich, aber klinisch unverzichtbar“, erklärte Gross. Die in den Leitlinien empfohlene Ulkusprophylaxe werde aber auch bei gastrointestinalem Risiko weltweit nur in 45% der Verschreibungen umgesetzt (6). Verantwortlich dafür macht Gross die Unterschätzung der Risiken einer NSAID-Therapie, aber auch den Wunsch, die Medikamentenzahl begrenzt zu halten. Die wichtigste Hürde für Patienten ist laut Gross neben unzureichender Information mangelnde Compliance bei Multimedikation. Sie sinkt mit steigender Tablettenzahl, konnte aber in einer Studie durch den Einsatz von Kombinationspräparaten wieder gesteigert werden (7).

Vorteile der Fixkombination

Die Fixkombination aus Naproxen (500 mg) und dem PPI Esomeprazol (20 mg) in einer Tablette vereint laut Gross gleich mehrere Vorteile in sich. Mit Esomeprazol enthalte die Kombination eines der wirkstärksten PPIs (8), das den Anteil der Patienten mit NSAID-Dyspepsie signifikant vs. Plazebo reduziere (9). Dank seiner innovativen Galenik wird zuerst Esomeprazol im Magen und dann Naproxen im Dünndarm freigesetzt. Die „intelligente“ Fixkombination ist deshalb besonders geeignet für Patienten mit gastrointestinalem Risiko. Die Gabe der Fixkombination verringerte in zwei doppelblinden, randomisierten Studien nach einer 6-monatigen Behandlung das Auftreten gastrischer und duodenaler Ulzera signifikant um 76%
im Vergleich zu einer Monotherapie mit 500 mg magensaftresistentem Naproxen – ohne Magenschutz jeglicher Art (10). Patienten, die von einer NSAID-Therapie auf die Kombinationstablette aus Naproxen und Esomeprazol umgestellt worden waren, profitierten in einer prospektiven Beobachtungsstudie zudem durch eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität (laut EQ-5D) von 0,72 ± 0,17 auf 0,79 ± 0,14 (p<0,001) (11).

Quelle: Grünenthal

Literatur:

(1) S2K Leitlinie Gonarthrose der Dt Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC),
überarbeitete Fassung vom 24.01.2018, AWMF Registriernummer 033-004.
(2) S2K Leitlinie Koxarthrose der Dt Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC),
Stand 8.7.2019, AWMF Registriernummer 033-001.
(3) Hernandez-Diaz S, Rodriguez LA: Arch Intern Med 2000; 160:2093-99.
(4) CNT Collaborative Group, Lancet 2013; 382: 769-79.
(5) McGettigan P, Henry D. PLoS Med 2011; 7(9): e1001098.
(6) Moore RA et al. Pain Practice 2014; 14: 378-95
(7) Bangalore S et al. Am J Med 2007; 120(8): 713-9.
(8) Kirchheiner J et al. Eur J Clin Pharmacol 2009; 65: 19-31.
(9)Hawkey CJ et al. Clin Drug Investig 2009; 29(10): 677-87.
(10) Goldstein JL et al. Aliment Pharmacol Ther 2010 ;32: 401-13.
(11) Park D, Kwon Y. Clin Orthop Surg 2020; 12(1): 86-93.


 


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