Montag, 2. August 2021
Navigation öffnen
Medizin
09. Juli 2020

Plaque-Psoriasis: Langzeitdaten zum Interleukin (IL)-23-Hemmer Guselkumab

Auf dem diesjährigen digitalen Kongress der American Academy of Dermatology (AAD) wurden neue Langzeitdaten der Zulassungsstudie VOYAGE 2 zum Interleukin (IL)-23-Hemmer Guselkumab (Tremfya®) veröffentlicht (1). Guselkumab ist zugelassen für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie infrage kommen (2).
Anzeige:
Medical Cloud
Medical Cloud
 
In der offenen Verlängerungsphase der Phase-III-Studie VOYAGE 2 wiesen in Woche 204 79,7% der mit Guselkumab behandelten Patienten eine mindestens 90%-ige Verbesserung des Psoriasis Area and Severity Index (PASI 90-Ansprechen) auf. 51,0% der Patienten erreichten ein PASI 100-Ansprechen („erscheinungsfreie Haut“). Ähnliche Ergebnisse zeigten sich auch bei den Patienten, die in Woche 28 von Adalimumab auf Guselkumab umgestellt wurden: 76,6% wiesen ein PASI 90-Ansprechen auf, 49,0% ein PASI 100-Ansprechen. Zudem wurde untersucht, wie viele Patienten zu Woche 204 einen Investigator´s Global Assessment (IGA)-Score von 0 („erscheinungsfrei“) oder 1 („minimal“) erreichten. Für die Patienten, die ab Woche 0 mit Guselkumab behandelt worden waren, lag der Anteil derer, die zu Woche 204 einen IGA-Score von 0/1 erreichten, bei 81,9%. Bei den
Studienteilnehmern, die zu Woche 0 mit Adalimumab behandelt und zu Woche 28 auf Guselkumab umgestellt worden waren, betrug dieser Anteil 81,2% (1).

Konstant hohe gesundheitsbezogene Lebensqualität über 204 Wochen

Die Erkenntnisse zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität ergänzen die Ergebnisse zur Wirksamkeit. So wiesen in Woche 204 69,1% der Patienten einen Dermatology Life Quality Index (DLQI)-Score von 0 oder 1 auf. Von den Patienten, die von Adalimumab auf Guselkumab umgestellt wurden, erreichten 70,8% diesen niedrigen DLQI-Wert zu Woche 204. Zur Baseline hatten beide Studienkohorten einen DLQI-Score von > 1 aufgewiesen (1).
39,7% bzw. 38,1% der Patienten berichteten von einer vollständigen Symptomfreiheit (Psoriasis Symptoms and Signs Diarys (PSSD) Symptom-Score von 0) und 27,2% bzw. 23,9% der Patienten wiesen keine Anzeichen der Psoriasis (PSSD Sign-Score von 0) in Woche 204 auf (1).
Guselkumab zeigte bis Woche 204 ein anhaltend gutes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil, das mit den vorherigen Auswertungen der Zulassungsstudie übereinstimmt (1, 3, 4). Über den Zeitraum von 204 Wochen wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet (2).
Erste Langzeitdaten der Zulassungsstudie VOYAGE 1 bis Woche 204 wurden auf dem Fall Clinical Dermatology Kongress 2019 vorgestellt (5). Die neuen Daten der VOYAGE 2-Studie sind konsistent zu den Ergebnissen der VOYAGE 1-Studie.

Symptom- und Anzeichenfreiheit vs. Adalimumab zu Woche 48

Auf dem digitalen Kongress der AAD 2020 wurden zudem Daten der randomisierten, Placebo- und Vergleichspräparat-kontrollierten Phase-III-Zulassungsstudie VOYAGE 1 veröffentlicht.6 Konkret waren die von Patienten berichteten Ergebnisse (Patient-Reported Outcomes) zwischen dem Guselkumab- und dem Adalimumab-Arm zu Woche 48 verglichen worden: So beschrieben sich 41,9% vs. 23,1% der Patienten als symptomfrei (PSSD Symptom-Score von 0; p<0,001). 35,9% vs. 18,6% der Patienten berichteten von keinen Anzeichen einer Psoriasis (PSSD Sign-Score von 0; p<0,001). Darüber hinaus waren Patienten im Guselkumab-Arm zu Woche 48 im Vergleich zum Adalimumab-Arm numerisch länger von Symptomen wie Juckreiz und Schmerzen sowie von Anzeichen wie Hautrissen und Hautschuppung befreit (11,8 Wochen bzw. 9,4 Wochen vs. 6,5 Wochen bzw. 4,9 Wochen) (6).

Quelle: Janssen

Literatur:

(1) Reich K et al., American Academy of Dermatology Virtual Meeting Experience, 12.-14. Juni 2020, Poster P15300.
(2) Aktuelle Tremfya®-Fachinformation.
(3) Reich K et al., J Acad Dermatol 2017;76(3):405-417.
(4) Reich K et al., American Academy of Dermatology Congress 2019, P10161.
(5) Griffiths CEM et al., Fall Clinical Dermatology Congress 2019, Poster.
(6) Griffiths CEM et al., American Academy of Dermatology Virtual Meeting Experience, 12.-14. Juni 2020, Poster P15287.


Anzeige:
OFEV
OFEV

Das könnte Sie auch interessieren

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird
© psdesign1 - stock.adobe.com

Schlägt das Herz unregelmäßig und „stolpert“, sprechen Herzmediziner von Palpitationen. Das Stolperherz umfasst verschiedene Herzrhythmusstörungen, die ohne Vorwarnung auftreten können. Schlägt das Herz plötzlich anders als gewohnt, wird das von den meisten als beängstigend empfunden. „Ist mein Herz in Gefahr?“, fragen sich Betroffene, wenn kräftiges Herzklopfen, Herzrasen oder Aussetzer des Herzschlags wie aus dem Nichts kommen. „Herzstolpern beschreibt das unangenehme Wahrnehmen des Herzschlags, der...

Weltglaukomtag am 12. März 2021: Lasern als Alternative zu Augentropfen bei grünem Star

Weltglaukomtag am 12. März 2021: Lasern als Alternative zu Augentropfen bei grünem Star
©Sergey Nivens - stock.adobe.com

Der grüne Star ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung in der westlichen Welt, in Deutschland sind etwa eine Million Menschen betroffen. Um das Fortschreiten des Augenleidens aufzuhalten, werden meistens Augentropfen eingesetzt. Neue Studien belegen, dass eine Laserbehandlung ähnlich wirkungsvoll sein kann wie eine medikamentöse Behandlung. Anlässlich des Weltglaukomtages empfehlen Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) daher, Lasern als Alternative zu Augentropfen bei einigen Formen des grünen Stares anzubieten, die noch...

Wenn das Herz stockt: Herzinfarkt erkennen und behandeln

Wenn das Herz stockt: Herzinfarkt erkennen und behandeln
© psdesign1 - stock.adobe.com

Nach wie vor stellen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems in Deutschland die häufigste Todesursache dar. Dennoch lässt sich in den vergangenen Jahren ein deutlicher Mortalitätsrückgang verzeichnen. Laut Deutschem Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. ist die Zahl der Todesfälle rückläufig und hat sich seit dem Jahr 1980 sogar halbiert. „Aufgrund der guten Notfallversorgung können wir viele Patienten schnell und zielgerichtet behandeln“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Fehske, Chefarzt der Kardiologie und Inneren Medizin...

Grippeviren im Anmarsch - Tipps zum Schutz vor Ansteckung

Grippeviren im Anmarsch - Tipps zum Schutz vor Ansteckung
© ERGO Group

Jedes Jahr aufs Neue rollen gegen Ende des Jahres die ersten Grippewellen an: Laut dem Robert-Koch-Institut erkranken während einer saisonalen Grippewelle in Deutschland zwischen zwei und zehn Millionen Menschen. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, erklärt den Unterschied zwischen Erkältung und echter Grippe, der sogenannten Influenza. Zudem gibt er Tipps zu Schutzmaßnahmen gegen Grippeviren.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Plaque-Psoriasis: Langzeitdaten zum Interleukin (IL)-23-Hemmer Guselkumab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)