Donnerstag, 29. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Delstrigo/Pifeltro
Delstrigo/Pifeltro
Medizin
17. April 2012

Problematische Medikamentengaben bei Demenz - Workshop zur Versorgungsforschung in Greifswald

Über die Verwendung von Medikamentendaten in der Demenzforschung diskutieren Fachleute am 20. April 2012 an der Universität Greifswald. An dem "Workshop Über-, Unter- und Fehlversorgung bei der Pharmakotherapie von Patienten mit Demenz. Notwendigkeit einer vernetzten Versorgungsforschung" nehmen Wissenschaftler, Mediziner, Apotheker sowie Vertreter von Krankenkassen und des Sozialministeriums Mecklenburg-Vorpommern teil. Die Veranstaltung am DZNE-Standort Greifswald wurde gemeinsam mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald vorbereitet.
Anzeige:
OFEV
OFEV
Medikamente helfen, Symptome zu lindern und häufig Krankheiten zu heilen; sie können bei falscher Anwendung aber auch krank machen. Wir wissen bereits seit einiger Zeit, dass bestimmte Medikamente bei alten Menschen das Sturzrisiko erhöhen oder die Gedächtnisleistung herabsetzen. In der Folge entstehen dadurch weitere Behandlungsbedarfe und -kosten. Speziell Demenzpatienten werden zu selten mit den für sie optimalen Medikamenten behandelt. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Versorgungsforschung zu Medikamenten eine zunehmende Bedeutung. Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz mit der frühen Nutzenbewertung führte zu einem erheblichen Anstieg der Arzneimittelverbrauchsstudien, die zum Teil und nicht immer zu Recht als Versorgungsstudien bezeichnet wurden. Ziel dieser Studien ist nicht immer nur die Verbesserung der Versorgung, sondern zum Teil auch die Steigerung des Absatzes bzw. die Entwicklung von Marketingstrategien. Dementsprechend sind bei der Durchführung der Studien deutliche Qualitätsschwankungen zu beobachten. In der Konsequenz zeigt sich, dass hier einheitliche Forschungsstandards notwendig sind.

Die Teilnehmer des Workshops in Greifswald diskutieren die Notwendigkeit, die Perspektiven und die Qualitätssicherung bei der Forschung mit Medikamentendaten. Es ist geplant, im Anschluss ein gemeinsames Eckpunktepapier für die Versorgungsforschung mit Medikamentendaten zu veröffentlichen.

Eine klare Ausrichtung dieser Forschung sollte zu einer Optimierung des Medikationsmanagements beitragen. Das heißt, es geht um die Vermeidung unnötiger Medikamente ohne Nutzen oder sogar mit einem Risiko für den Patienten, aber auch um die Beseitigung von Versorgungslücken, wie sie z. B. bei der Osteoporose, Depression und Demenz zu beobachten sind. Ziele der wissenschaftlichen Versorgungsforschung sind letztendlich: die Verbesserung der Lebensqualität, die Vermeidung potenziell ungeeigneter bzw. schlecht verträglicher Medikamente mit einem Risiko für den Anwender, die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten, deren Nutzen belegt ist und die Vernetzung der beteiligten Versorger (Arzt, Apotheke und Pflege) vor Ort.

Auf dem Workshop stellt Dr. Bernd Stahlhacke von der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern Ergebnisse einer Studie zur Medikamentenanwendung in der ambulanten Versorgung vor, Diplom-Pharmazeutin Anna-Franziska Wüstmann berichtet über Herausforderungen der Diabetestherapie bei kognitiv eingeschränkten Patienten, und Dr. Thomas Fiß wird über erste Erfahrungen aus dem Medikationsmanagement von Demenz-Patienten referieren. Als wichtige Kooperationspartner in der Forschung werden die Allgemeinmediziner Prof. Jean-Francois Chenot und Prof. Attila Altiner Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker aufzeichnen. Prof. Wolfgang Hoffmann stellt zum Abschluss Rahmenbedingungen und Konzepte der vernetzten Versorgungsforschung dar.

DZNE http://www.dzne.de/

Links zu themenspezifischen Fachinformationen
http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/038-013.html
http://leitlinien.degam.de/uploads/media/Patinfo_Demenz_002.pdf

Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald


Anzeige:
Pneumovax
Pneumovax
Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Ständig im Einsatz und am Limit: Anforderungen an Personal in Krankenhaus und Rettungsdienst

Ständig im Einsatz und am Limit: Anforderungen an Personal in Krankenhaus und Rettungsdienst
© chalabala - stock.adobe.com

Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) startet die Online-Kampagne „Danke für 24/7“. Die Fachgesellschaft bedankt sich damit bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus und Rettungsdienst. Hier tragen Ärzte und Pflegekräfte 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche Sorge für Patientinnen und Patienten. Das verdient aus Sicht der DGIIN eine besondere und öffentliche Wertschätzung.

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung
© Konstantin Yuganov / fotolia.com

Es geht wieder los: Die Grippe-Zeit beginnt! Insbesondere ältere Patienten sind durch Influenza-Viren gefährdet. Aber auch Schwangere, Kinder und Pflegepersonal sind besonders betroffen. Deswegen raten Experten jetzt zur gezielten Grippeschutzimpfung. „Für ältere Menschen eignen sich insbesondere die sogenannten tetravalenten Impfstoffe, die nun auch von den Krankenkassen bezahlt werden“, sagt Dr. Andreas Leischker (Foto), Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Problematische Medikamentengaben bei Demenz - Workshop zur Versorgungsforschung in Greifswald"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)