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Medizin
11. Februar 2021

Rehabilitation nach Schlaganfall

Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) begrüßt die neue Initiative für mehr Reha-Sportangebote aus Nordrhein-Westfalen – das Konzept sollte bundesweit zum Einsatz kommen.
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Sprachstörungen, Sehverlust, Lähmungserscheinungen – die Folgen nach einem Schlaganfall sind oft gravierend. Damit langfristigen Defiziten möglichst gut entgegengewirkt werden kann, benötigt etwa die Hälfte der rund 260.000 Patienten, die in Deutschland jährlich einen Hirninfarkt erleiden, nach der Akutphase eine intensive Rehabilitation. Gezielte Sportangebote sind dabei ein wichtiges Element, damit die Betroffenen ihre Mobilität bestmöglich zurückerlangen. In Nordrhein-Westfalen wurde deshalb vor kurzem eine Initiative für mehr Reha-Sportangebote gestartet: Landesweit sollen dafür in den kommenden 2 Jahren 70 neue Sportgruppen ins Leben gerufen werden. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) begrüßt die Initiative, die unter der Schirmherrschaft der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe steht, und spricht sich dafür aus, dass das Konzept bundesweit zum Einsatz kommt. Eine umfassende Rehabilitation mit einer individuellen Bewegungs- und Sprachtherapie sei für viele Schlaganfall-Patienten unerlässlich.
 
Wiedererlangen der Mobilität zentral

„Eine individuelle Rehabilitation nach einem Hirninfarkt ist in vielen Fällen ein zentrales Element in der Schlaganfall-Behandlung“, betont Prof. Dr. med. Helmuth Steinmetz, 1. Vorsitzender der DSG. „Der erste Schritt der Rehabilitation beginnt schon auf der Schlaganfallspezialstation – der Stroke Unit. Die Reha wird dann anschließend in einer spezialisierten Klinik fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht, dass Patienten mit Bewegungseinschränkungen nach einem Schlaganfall ihre Mobilität zurückerlangen – und so ihren Alltag wieder weitestgehend selbständig bestreiten und möglicherweise sogar in ihren Beruf zurückkehren können. „Mit gezielten Logopädie-Einheiten wird zudem einer bestehenden Schluckstörung sowie Defiziten in der Sprache entgegengewirkt“, so Steinmetz. Dabei sei der Erfolg sehr stark vom jeweiligen Engagement des Patienten abhängig: Nur wenn dieser das in der Reha-Klinik erlernte hinterher aktiv in seinem Alltag umsetzt, sei eine Rehabilitation langfristig auch erfolgsversprechend.

Körper- und Gedächtnistraining
 
Im Fokus der neuen Reha-Sportgruppen in NRW, die ergänzend zur gängigen Schlaganfall-Rehabilitation angeboten werden, steht das Training eines sicheren Ganges, die Neuerlernung von alltäglichen Bewegungsabläufen ebenso wie ein Gedächtnistraining. Nach Ansicht von DSG-Experten sollten nach diesem Vorbild bundesweit zukünftig bundesweit mehr Reha-Sportgruppen ins Leben gerufen werden, die sich auf die gezielte Rehabilitation nach einem Schlaganfall spezialisieren.

Roboter-unterstützte Therapie

Bei der Rehabilitation kann nach Einschätzung der DSG auch der Einsatz von Robotern hilfreich sein: „Wenn Patienten nach einem Schlaganfall Bewegungen wieder erlernen, ist dies häufig mit extremen Anstrengungen verbunden – und das teilweise schon bei den kleinsten alltäglichen Bewegungen“, betont Prof.Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG. „Gerade wenn Patienten die Bewegungen nur mit vielen Wiederholungen oder hohem Kraftaufwand ausführen können, bieten Roboter dabei eine gute Unterstützung.“ Diese würden beispielsweise zur Förderung der Mobilisation, des Gangtrainings und des Trainings der Arm- und Handfunktion verwendet.

Kapazitäten während Pandemie zeitweise begrenzt

Die hohe Relevanz einer gezielten Schlaganfall-Reha wurde auch während der Corona-Pandemie deutlich: „In der ersten Lockdown-Phase der Pandemie im Frühjahr 2020 kam es teilweise zu längeren Wartezeiten auf einen Reha-Platz, da Kapazitäten für mögliche Corona-Fälle in Reha-Einrichtungen freigehalten wurden“, sagt der 1.DSG-Vorsitzende Steinmetz. „Da es dadurch zu problematischen Engpässen in der Schlaganfallversorgung hätte kommen können, wurden die Reha-Plätze jedoch rasch wieder vermehrt für Schlaganfall-Patienten bereitgestellt – was aus unserer Sicht die absolut richtige Entscheidung war.“ Auch im Hinblick auf die aktuelle zweite Corona-Welle plädiert die DSG dafür, in Schlaganfallreha-Einrichtungen unbedingt ausreichend Kapazitäten freizuhalten.

Quelle: DSG


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