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Medizin
31. Oktober 2012

Sport bei Erkältung: Jeder Dritte trainiert trotzdem weiter

Die Nase läuft, der Hals kratzt und der Kopf schmerzt: Erkältungen sind unangenehm. Doch wegen einer Schniefnase auf Sport verzichten? Mehr als jeder dritte Sportler (40 Prozent) in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland trainiert trotzdem weiter. 63 Prozent von ihnen würden sich dabei auch mit Arzneimitteln auf die Sprünge helfen. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz. Besonders die jüngeren Sportler zwischen 18 und 25 Jahren lassen sich durch eine Erkältung nicht bremsen: Nur jeder Zweite legt eine Sportpause ein, um den Infekt komplett auszukurieren. Genauso sieht es bei den Senioren ab 66 Jahren aus. Auch von ihnen gab nur gut jeder Zweite an, erst nach Abklingen der Symptome wieder mit dem Sport zu beginnen.

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"Auch bei einem leichten Schnupfen sollte man kein Risiko eingehen und am besten eine sportliche Pause einlegen", erklärt Uwe-Folker Haase, Diplom-Sportwissenschaftler bei der TK. "Stattdessen könnte man einfach mal nur einen Spaziergang an der frischen Luft unternehmen. Wer absolut nicht auf Sport verzichten möchte, sollte auf jeden Fall ein paar Gänge runterschalten und nur leicht trainieren, zum Beispiel mal nur 20 Minuten anstatt einer Stunde Joggen. Bei Fieber und Grippe allerdings ist Sport absolut tabu. Der Körper ist geschwächt, das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren. Wer jetzt noch seinen Organismus mit Training belastet, riskiert seine Gesundheit", so Haase.

Besonders wenn Medikamente mit ins Spiel kommen, ist Vorsicht geboten. Schmerz- und fiebersenkende Mittel lindern zwar die Symptome, heilen aber nicht. So hat der Patient das Gefühl gesund zu sein, verschleppt den Infekt aber nur - mit teilweise gravierenden Folgen.
"Die häufigsten Verursacher von Herzmuskelentzündungen sind ganz normale Erkältungsviren. Und auch Streptokokken, die Haupterreger bei Mandelentzündungen, können zu Infekten an der Herzinnenhaut oder den Herzklappen führen, wenn die Mandelentzündung nicht konsequent auskuriert wurde. Deswegen ist es wichtig, jede Erkältung ernst zu nehmen und so lange zu pausieren, bis der Organismus wieder ganz fit ist", sagt Sportwissenschaftler Haase.

Wann und wie man wieder mit dem Sport beginnt, sollte der Patient am besten gemeinsam mit seinem Arzt entscheiden. Generell gilt: Je schwerer der Infekt, desto länger die Pause. Für Sportler, die ihre Trainingseinheiten langsam wieder steigern wollen, empfiehlt sich auch eine sportmedizinische Untersuchung. Die TK bezuschusst diese Beratung seit August für ihre Versicherten im Rahmen einer Satzungsleistung.

Quelle: Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Rheinland-Pfalz


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