Dienstag, 29. November 2022
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Medizin

STIKO für COVID-Impfung von Schwangeren und Stillenden

STIKO für COVID-Impfung von Schwangeren und Stillenden
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Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich generell für eine Corona-Impfung von Schwangeren und Stillenden ausgesprochen. „Nach eingehender Beratung und Bewertung der vorhandenen Evidenz“ empfehle die STIKO eine Impfung für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und für Stillende mit 2 Dosen eines mRNA-Impfstoffs, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. Bislang war eine Impfung nur für Schwangere mit besonderem Risiko empfohlen.

COVID-Impfung: Empfehlung für Schwangere und Stillende

Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen. Die endgültige Empfehlung der STIKO soll zeitnah veröffentlicht werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Freitag: „Auch schwangere und stillende Frauen haben nun eine klare Empfehlung zur Impfung. Das bedeutet nach vielen Monaten mit vielen offenen Fragen nun endlich wissenschaftlich begründete Gewissheit.“ Er wandte sich mit einem dringenden Appell an schwangere und stillende Frauen: „Fragen Sie Ihren Arzt. Lassen Sie sich impfen. Sie schützen sich und Ihr Kind.“ Auch alle Frauen im gebärfähigen Alter sollten sich laut STIKO impfen lassen, „damit bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft ein sehr guter Schutz vor dieser Erkrankung besteht“.
 
 

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COVID-19: Impfempfehlung für Schwangere und Stillende

Erschienen am 18.05.2021Bisher galt für die COVID-19-Impfung der STIKO-Empfehlung folgend, dass Schwangere mit Vorerkrankungen und daraus resultierendem Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung nach Abwägung der individuellen Vorteile und Risiken im Einzelfall geimpft werden können, eine generelle Impfempfehlung aber nicht ausgesprochen wurde (1). Die WHO und internationale Fachgesellschaften fordern Schwangere nicht grundsätzlich von Impfprogrammen auszuschließen (2, 3). Mehrere Länder empfehlen die allgemeine oder priorisierte COVID-19-Impfung von Schwangeren, u.a. Belgien, die USA (4, 5), Israel (6) und UK (7). In Deutschland haben Schwangere in der Versorgungsrealität jedoch meist keinen Zugang zu einer COVID-19-Immunisierung.

Erschienen am 18.05.2021undefined

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Schwangerschaft: Risikofaktor für schweren COVID-19-Verlauf

Hintergrund der neuen Impf-Empfehlung sind der STIKO zufolge neue Erkenntnisse aus den letzten Wochen. Demnach sei eine Schwangerschaft an sich ein unabhängiger Risikofaktor für einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion. Zusätzlich hätten Sicherheitsdaten zur Impfung für Frauen in der Schwangerschaft keine Hinweise geliefert, dass unerwünschte schwere Komplikationen zu erwarten seien. Mario Rüdiger, Universitätsklinikum Dresden, sagte am Freitag: „Das eine ist, dass Schwangere jetzt nicht ausgeschlossen werden, von einer Impfung zu profitieren. Das zweite ist, dass sie auch davon profitieren können, weil sie im Vergleich zu gleichalten Frauen doch ein höheres Risiko haben, schwerer zu erkranken. Und der dritte Punkt ist: Sie können auch etwas für ihr ungeborenes oder neugeborenes Kind leisten, ihm Schutz bieten, sodass auch das Neugeborene nicht mehr gefährdet ist.“ In der bislang geltenden Impfempfehlung spricht sich die STIKO noch nicht für eine generelle Impfung in der Schwangerschaft aus. Zufällige Impfungen von Schwangeren, etwa wenn diese noch nicht wüssten, dass sie ein Baby erwarten, seien aber „keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch“, heißt es.
 
 

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COVID-19-Impfung: Geringes Impfansprechen bei Immunsupprimierten

Erschienen am 09.09.2021Eine aktuelle Studie (1), die in Deutschland durchgeführt wurde, zeigt, dass das Impfansprechen bei nierentransplantierten, immunsupprimierten Patientinnen und Patienten deutlich vermindert war: Je mehr immunsuppressive Medikamente sie einnahmen, desto schwächer war die Impfantwort. Dialysepatientinnen und -patienten zeigten nach 2-maliger Impfung eine bessere Immunantwort, aber dennoch mahnen die Expertinnen und Experten auch sie zur Vorsicht – und appellieren an die Bevölkerung, durch eine hohe Impfrate zur erhofften Herdenimmunität beizutragen und auf diese Weise gefährdete Menschen mit zu schützen.

Erschienen am 09.09.2021undefined

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Nutzen-Risiko-Bewertung führte zu Empfehlung

Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge hat die STIKO in den vergangenen Wochen die vorliegenden Daten zu einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft einer Nutzen-Risiko-Bewertung unterzogen. Dabei geht es sowohl um Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe für Schwangere und ungeborene Kinder, als auch um einen möglichen schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung in der Schwangerschaft. Ärzte und Ärztinnen konnten auch bislang schon Schwangere impfen, die STIKO-Empfehlung schloss aber bisher nur Schwangere mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere Corona Erkrankung oder mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände ein.
 
 

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Mischimpfung verstärkt die Immunantwort

Erschienen am 06.09.2021Wie effizient der Organismus auf eine Kreuzimpfung aus Vektorimpfstoff und mRNA-Vakzin mit der Bildung von Antikörpern reagiert, konnte bislang kaum mit wissenschaftlichen Daten belegt werden. Eine Zwischenevaluation der heterologen Impfstudie an der Medizin Uni Innsbruck lässt nun den Schluss zu, dass die Kombinationsimpfung auch gegen die Delta-Variante besser schützt.

Erschienen am 06.09.2021undefined

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Quelle: dpa



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