Mittwoch, 29. Juni 2022
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Medizin

Studiendaten: Auch ältere gebrechliche Patienten mit überaktiver Blase profitieren von Fesoterodin

Je älter der Patient, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er von den Symptomen der überaktiven Blase (ÜAB) betroffen ist. Trotzdem sind ältere Menschen und speziell ältere Patienten mit einer komplexen medizinischen Situation in Studien zur ÜAB-Therapie häufig nicht repräsentativ vertreten. Dass auch die Gruppe der älteren, gebrechlichen ÜAB-Patienten von dem Antimuskarinikum Fesoterodin profitiert, zeigt eine neue randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie (1), bei der die Wirksamkeit und die Sicherheit von Fesoterodin untersucht wurden.

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Mit fortschreitendem Alter nimmt die Multimorbidität, gleichzeitig aber auch die Komplexität der Beeinträchtigungen eines Patienten zu (2). Mehr als ein Drittel der über 65-Jährigen leidet laut einer europäischen Studie an über vier Erkrankungen. Die Hälfte der Betroffenen nimmt mehr als sechs Medikamente ein (3). Durch eine Polypharmazie steigt das Risiko für Nebenwirkungen und Arzneimittelinteraktionen. Zudem müssen in der Behandlung älterer Patienten physiologische und pathologische Veränderungen, die die Pharmakokinetik und -dynamik beeinflussen können, beachtet werden. Aufgrund dieser Besonderheiten erfordert die Behandlung älterer und multimorbider Patienten eine altersgerechte Pharmakotherapie.

Die Datenlage für diese Patientengruppe ist jedoch eingeschränkt, zudem gibt es keine evidenzbasierten Behandlungsstrategien bei Multimorbidität (4). Gerade die Therapie von Erkrankungen, die eine hohe Prävalenz in dieser Altersgruppe aufweisen, wie z. B. der Symptomenkomplex der überaktiven Blase (ÜAB), muss bei älteren Patienten weiter erforscht werden. Die ÜAB senkt nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen erheblich, sondern bedingt im Alter mitunter Morbidität und Mortalität (5,6). Zu diesem Zweck hat die von Pfizer durchgeführte Studie die Wirksamkeit und die Sicherheit von Fesoterodin bei älteren gebrechlichen ÜAB-Patienten untersucht. Die Studienergebnisse zeigen, dass eine Behandlung in dieser Patientenpopulation gut wirksam ist und sich durch ein gegenüber der jüngeren Bevölkerung vergleichbares Sicherheitsprofil auszeichnet (1).

"Von besonderer Bedeutung ist, dass das Antimuskarinikum Fesoterodin auch in dieser Patientenpopulation ab 65 Jahre, die altersbedingt anfälliger für zentralnervöse Nebenwirkungen ist, keine Beeinträchtigung wesentlicher Merkmale der kognitiven Funktionen hervorruft*", erklärte ein interdisziplinärer Expertenkreis bestehend aus Herrn PD Dr. Matthias Oelke, Leitender Oberarzt der Sektion Funktionelle und Rekonstruktive Urologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Dr. Klaus Becher, Chefarzt Geriatrie HELIOS Hanseklinikum Stralsund, und Prof. Dr. Martin Wehling, Direktor Institut für Klinische Pharmakologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. In einem Satellitensymposium, das am 8. November im Rahmen des 25. Kongresses der Deutschen Kontinenz Gesellschaft in Hannover stattfand, erörterten sie die Möglichkeiten und Herausforderungen der Behandlung der ÜAB und (Drang-)Inkontinenz beim älteren Patienten.

Fazit der Studie

Die neuen Studiendaten publiziert von DuBeau et al. zeigen, dass mit Fesoterodin in flexibler Dosis auch bei älteren ÜAB-Patienten mit erhöhtem Risiko für relevante Funktionsdefizite und Mortalität und Multimorbidität eine wirksame und verträgliche Symptomenreduktion
erzielt werden kann (1).

* Die Auswirkungen der Therapie mit Fesoterodin auf die Kognition wurden in zwei Studien mittels Mini-Mental-Status-Test (MMST) erfasst. Dieser Test misst auf einer Skala von 0 bis 30 Merkfähigkeit, Erinnerungsfähigkeit, Orientierung, Aufmerksamkeit, Rechenfähigkeit und Sprache (1,7). An gesunden Probanden zwischen 65 und 85 Jahren wurden weitergehende Untersuchungen anhand validierter Tests zur Veränderung der psychomotorischen und ausführenden Funktionen, der Aufmerksamkeit sowie der visuellen und verbalen Erinnerung durchgeführt (9).

Literaturhinweise:
(1) DuBeau CE et al. Effect of fesoterodine in vulnerable elderly subjects with urgency incontinence: a double-blind, placebo controlled trial. J Urol. 2014 Feb;191(2):395- 404
(2) Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gesundheit und Krankheit im Alter. Robert Koch-Institut 2009
(3) Fialová D, Topinková E, Gambassi G et al. Potentially inappropriate medication use among elderly home care patients in Europe. JAMA 2005;293(11):1348-58
(4) Burkhardt H, Wehling M. Pharmakotherapie bei älteren Patienten: Strategien für eine optimale Behandlung. CME 2013;10(5):63 - 72
(5) Nuotio M, Tammela TL, Luukkaala T et al. Urgency and urge incontinence in an older population: ten-year changes and their association with mortality. Aging Clin Exp Res 2002;14(5):412-9
(6) Brown JS, Vittinghoff E, Wyman JF et al. Urinary incontinence: does it increase risk for falls and fractures? Study of Osteoporotic Fractures Research Group. J Am Geriatr Soc 2000;48(7):721-5
(7) Wagg A, Khullar V, Marschall-Kehrel D et al. Flexible-dose fesoterodine in elderly adults with overactive bladder: results of the randomized, double-blind, placebo-controlled study of fesoterodine in an aging population trial. J Am Geriatr Soc 2013;61(2):185-93
(8) Saliba D, Elliott M, Rubenstein LZ et al. The Vulnerable Elders Survey: a tool for identifying
vulnerable older people in the community. J Am Geriatr Soc 2001;49(12):1691-9
(9) Kay G et al. Evaluation of cognitive function in healthy older subjects treated with fesoterodine. Postgrad Med. 2012;124(3):7-15.

Quelle: Pfizer


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