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Medizin
22. Juli 2020

Tierkrankheiten beim Menschen: Regierung will weniger Wildtier-Handel

Um der Übertragung von Tierkrankheiten auf Menschen vorzubeugen, will die Bundesregierung den Handel mit Wildtieren eindämmen. Man strebe "eine bessere Kontrolle und Nachfragereduktion des Handels mit exotischen Wildtieren für den Heimtiermarkt an", antwortete das Bundesumweltministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach gab es im Jahr 2019 in Deutschland 107.392 gemeldete "potenziell zoonotische Erkrankungen". Von 2001 bis Mitte 2020 starben 8.491 Menschen an solchen Krankheiten.
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Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die auf natürlichem Wege vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Aufmerksamkeit bekommen sie derzeit, weil bisherige Untersuchungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 auf Fledermäuse als Ursprung hinweisen. Einen tierischen Ursprung haben etwa auch Ebola, Vogelgrippe oder HIV. Die häufigsten gemeldeten potenziell zoonotische Erkrankungen 2019 in Deutschland waren nach Angaben der Bundesregierung Campylobacter (61.534 Fälle), Salmonellose (13.694) und Borreliose (12.278).

"Ein Risiko der Übertragung von Zoonosen besteht grundsätzlich sowohl im legalen als auch im illegalen Wildtierhandel", schrieb das Umweltministerium. Das Risiko werde von der Bundesregierung bei illegal gehandelten Arten aber als "bedeutend höher" bewertet, weil der Ursprung, Transport- und Handelsrouten unbekannt seien und Kontrollen der Tiere und der Tiergesundheit nicht stattfänden.

Das Umweltministerium prüft demnach Möglichkeiten, legale Einfuhren von Wildtieren besser zu erfassen. Dazu gehörten die Kontrolle des Internethandels, neue Nachweis- und Kennzeichnungspflichten und die verpflichtende Angabe artenschutzrelevanter Informationen beim Verkauf. Zur Überwachung des illegalen Onlinehandels plane man die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle mit Fachleuten, die eng mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten solle.

Die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen, Steffi Lemke, sagte, gesunde Ökosysteme seien vorsorgender Gesundheitsschutz. "Um das Risiko einer zukünftigen Krankheit, die ursprünglich von Wildtieren stammt, zu reduzieren, ist Prävention der einzig mögliche Weg."

Quelle: dpa


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