Dienstag, 27. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Breezhaler
Breezhaler
Medizin
16. Juni 2021

Typ-2-Diabetes: Auf Risikoprofil fokussieren und CV-Risiken bedenken

Typ-2-Diabetes: Auf Risikoprofil fokussieren und CV-Risiken bedenken
©Siam Pukkato / Fotolia.de
Die kürzlich aktualisierte Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes sieht vor, bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes neben der Optimierung des Blutzuckerwertes frühzeitig auch individuelle diabetesbedingte Risiken zu senken (1). Als Armamentarium werden – je nach Phase der Erkrankung und des CV-Profils – zusätzlich zu Lebensstilanpassungen eine Basistherapie mit Metformin über GLP1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid bis hin zu lang wirksamen Basalinsulinen wie Insulin degludec empfohlen (1, 2, 3). 
Anzeige:
Pneumovax
Pneumovax

GLP-1-RA verringern Risiko für MACE

Auswertungen der WHO haben gezeigt, dass kardiovaskuläre Risiken das Outcome von Patienten mit Typ-2-Diabetes entscheidend beeinflussen und mit ihren Komplikationen für 52% der Todesfälle bei diesen Patienten verantwortlich sind (4), erinnerte Prof. Dr. Jens Aberle, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf. Laut aktualisierter NVL reicht es deshalb nicht, alleine den Blutzuckerwert zu optimieren. Vielmehr sollten Therapien eingesetzt werden, die weitere individuelle diabetesbedingte Risiken adressieren. Für ein frühes kardiovaskuläres Risikomanagement eignen sich z.B. GLP1- Rezeptoragonisten wie Semiglutid (Ozempic®, 1x pro Woche).
Typ-2-Diabetes: Dulaglutid senkt Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse
© yodiyim / Fotolia.com

GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) wie Dulaglutid (Trulicity®) gelten als eine wesentliche Therapieoption, die sich für fast alle Menschen mit Typ-2-Diabetes am Punkt der ersten Injektion eignen (1). Neue Daten, die im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt wurden, belegen nun, dass Dulaglutid auch die Inzidenz kardiovaskulärer (CV) Ereignisse nach den MACE-3-Kriterien senkt (2). Ferner wurde in einer...
Lesen Sie mehr!

In der großen Endpunktstudie SUSTAIN (5) konnte durch den Einsatz dieses GLP-1-RA bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und hohem CV-Risiko, wie z.B: einer atherosklerotisch bedingten kardiovaskulären Erkrankung (ASCVD), das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) signfikant um 26% und das Risiko für nicht-tödliche Schlaganfälle sogar um 39% gesenkt werden. Weiter ergab das klinische Studienprogramm SUSTAIN, in das immerhin mehr als 10.000 Patienten eingeschlossen waren, dass unter der Therapie mit Semaglutid HbA1c-Wert und Gewicht stärker als unter den Vergleichspräparaten zurückgingen (z.B. 5, 6-9). 

Verschlechtert sich die Insulinantwort z.B. aufgrund eines zunehmenden Verlustes der Betazellfunktion, und reichen Lebensstilinterventionen, orale Antidiabetika mit oder GLP-1-RA nicht mehr aus, empfehlen die Leitlinien  schließlich eine Insulintherapie, erklärte Dr. Marcel Kaiser, Diabetologische Schwerpunktpraxis, Frankfurt am Main. Vorteile für den Einstieg sieht der Diabetologe in einem Basalinsulin mit möglichst geringem Hypoglykämierisiko sowie – im Falle einer bestehenden arteriosklerotischen Erkrankung oder chronischen Nierenerkrankung – mit nachgewiesener kardiovaskulärer Sicherheit, wie z.B. Insulin degludec (Tresiba®).

Dr. Ute Ayazpoor

Quelle: Virtueller Livestream „Die Therapie des Typ-2-Diabetes vor dem Hintergrund der Leitlinien“, DDG

Literatur:

(1) Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes. Teilpublikation der Langfassung, 2. Auflage, Version 1. AWMF-Register-Nr. nvl-001.
(2) Buse JB et al., Diabetologia 2020;63:221-228.
(3) Landgraf R et a., Diabetologie 2020;15(Suppl.1):S65-S92.
(4) Morrish NJ et al., Diabetologia 200;44 (Suppl 2):S14-21.
(5) Marso SP et al., N Engl J Med 2016;375:1834-1844.
(6) Zinman B et al., Lancet Diabet Endicrinol 2019;7:356-367.
(7) Lingvay I et al., lancet Diabet Endocinol 2019;7:834-844.
(8) Capehorn MS et al., Diabetes Metab 2020;46:100-109.
(9) Pratley RE et al., Lancet Diabet Endocrinol 2018;6:275-286.


Anzeige:
Tresiba
 

Das könnte Sie auch interessieren

Stress, Angst, Trauer: Immer mehr Menschen mit Depressionen

Stress, Angst, Trauer: Immer mehr Menschen mit Depressionen
© Kittiphan - stock.adobe.com

Isolation, Streit in der Familie, Existenzängste durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Insolvenz: In der Corona-Krise haben Menschen besonders stark mit psychischen Problemen zu kämpfen. Was sich durch die Pandemie jetzt noch einmal zuspitzt, ist bereits seit Jahren ein ernstzunehmendes Problem. Laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse leiden immer mehr Menschen an Depressionen: 2018 haben Ärzte bei rund 220.000 KKH-Versicherten bundesweit eine depressive Episode diagnostiziert. Gegenüber 2008 bedeutet das ein Plus von rund 40 %. Den im Ländervergleich...

Riech- und Schmeckstörungen: Bedeutung der chemischen Sinne wird oft unterschätzt

Riech- und Schmeckstörungen: Bedeutung der chemischen Sinne wird oft unterschätzt
© beats_ - stock.adobe.com

Der Geruchssinn spielt in unserem Leben eine wichtige Rolle: Er lässt Essen und Trinken zum Genuss werden, warnt vor Schadstoffen oder verdorbenen Speisen und beeinflusst sogar die Partnerwahl. Dennoch wird die Leistung der chemischen Sinne, zu denen neben dem Riech- auch der Schmecksinn zählt, oft erst dann bewusst wahrgenommen, wenn sie beeinträchtigt sind oder ganz ausfallen. Das ist jedes Jahr bei rund 50.000 Menschen in Deutschland der Fall. Welche Ursachen eine Riech- oder Schmeckstörung haben kann, welche Therapien es gibt und wie der Alltag trotz der...

COVID-19: Perspektiven auf die aktuelle Forschung

COVID-19: Perspektiven auf die aktuelle Forschung
©SciePro - stock.adobe.com

Wissenschaft ist zentral, um mit der Corona-Pandemie umzugehen und sie zu bekämpfen – das hat das vergangene Jahr gezeigt. Forschende schaffen ständig neues Wissen über das Virus, sie beraten Politik und Wirtschaft in medizinischen, ethischen und sozialen Fragen. Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und des Klinikums rechts der Isar geben mit den COVID-19 Lectures ab dem 14. April 2021 Einblicke in ihre aktuelle Forschung zur Pandemie – und beleuchten dabei verschiedene Fachdisziplinen.

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich
© pressmaster / Fotolia.com

In Deutschland werden jedes Jahr über 500 klinische Forschungsstudien zu neuen Therapien und Medikamenten durchgeführt. Ein Großteil betrifft Volkskrankheiten wie Diabetes, Asthma, COPD, Arthrose oder Schuppenflechte und richtet sich an chronisch kranke Patienten. Leider weiß die Mehrheit dieser Patienten nichts über aktuelle Studien und die Möglichkeiten, die sich daraus für sie ergeben können. Hier setzt das Aufklärungsprinzip von Mondosano an und bietet einfach aufbereitete Informationen zu neuen Therapieformen und Forschungsprojekten. Bei...

Tagebuch hilft Pflegenden beim Erkennen eigener Bedürfnisse

Tagebuch hilft Pflegenden beim Erkennen eigener Bedürfnisse
© Sandor Kacso / Fotolia.com

Viele pflegende Angehörige nehmen ihre eigenen Bedürfnisse kaum mehr wahr. Die Sorge um den Angehörigen oder die Angst, der Aufgabe nicht gerecht zu werden, können den Blick auf sich und eigene Wünsche verstellen, erklärt Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). "Als erstes gilt es dann zu versuchen, sich selbst wieder stärker in den Fokus zu nehmen und zu formulieren, was man braucht." Das jedoch sei leichter gesagt als getan. Sulmann empfiehlt Pflegenden daher, ein Tagebuch zu führen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Typ-2-Diabetes: Auf Risikoprofil fokussieren und CV-Risiken bedenken"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)