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Medizin
16. Juni 2021
Typ-2-Diabetes%3A+Auf+Risikoprofil+fokussieren+und+CV-Risiken+bedenken
©Siam Pukkato / Fotolia.de

Typ-2-Diabetes: Auf Risikoprofil fokussieren und CV-Risiken bedenken

Die kürzlich aktualisierte Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes sieht vor, bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes neben der Optimierung des Blutzuckerwertes frühzeitig auch individuelle diabetesbedingte Risiken zu senken (1). Als Armamentarium werden – je nach Phase der Erkrankung und des CV-Profils – zusätzlich zu Lebensstilanpassungen eine Basistherapie mit Metformin über GLP1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid bis hin zu lang wirksamen Basalinsulinen wie Insulin degludec empfohlen (1, 2, 3). 
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GLP-1-RA verringern Risiko für MACE

Auswertungen der WHO haben gezeigt, dass kardiovaskuläre Risiken das Outcome von Patienten mit Typ-2-Diabetes entscheidend beeinflussen und mit ihren Komplikationen für 52% der Todesfälle bei diesen Patienten verantwortlich sind (4), erinnerte Prof. Dr. Jens Aberle, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf. Laut aktualisierter NVL reicht es deshalb nicht, alleine den Blutzuckerwert zu optimieren. Vielmehr sollten Therapien eingesetzt werden, die weitere individuelle diabetesbedingte Risiken adressieren. Für ein frühes kardiovaskuläres Risikomanagement eignen sich z.B. GLP1- Rezeptoragonisten wie Semiglutid (Ozempic®, 1x pro Woche).
Typ-2-Diabetes: Dulaglutid senkt Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse
© yodiyim / Fotolia.com

GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) wie Dulaglutid (Trulicity®) gelten als eine wesentliche Therapieoption, die sich für fast alle Menschen mit Typ-2-Diabetes am Punkt der ersten Injektion eignen (1). Neue Daten, die im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt wurden, belegen nun, dass Dulaglutid auch die Inzidenz kardiovaskulärer (CV) Ereignisse nach den MACE-3-Kriterien senkt (2). Ferner wurde in einer...
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In der großen Endpunktstudie SUSTAIN (5) konnte durch den Einsatz dieses GLP-1-RA bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und hohem CV-Risiko, wie z.B: einer atherosklerotisch bedingten kardiovaskulären Erkrankung (ASCVD), das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) signfikant um 26% und das Risiko für nicht-tödliche Schlaganfälle sogar um 39% gesenkt werden. Weiter ergab das klinische Studienprogramm SUSTAIN, in das immerhin mehr als 10.000 Patienten eingeschlossen waren, dass unter der Therapie mit Semaglutid HbA1c-Wert und Gewicht stärker als unter den Vergleichspräparaten zurückgingen (z.B. 5, 6-9). 

Verschlechtert sich die Insulinantwort z.B. aufgrund eines zunehmenden Verlustes der Betazellfunktion, und reichen Lebensstilinterventionen, orale Antidiabetika mit oder GLP-1-RA nicht mehr aus, empfehlen die Leitlinien  schließlich eine Insulintherapie, erklärte Dr. Marcel Kaiser, Diabetologische Schwerpunktpraxis, Frankfurt am Main. Vorteile für den Einstieg sieht der Diabetologe in einem Basalinsulin mit möglichst geringem Hypoglykämierisiko sowie – im Falle einer bestehenden arteriosklerotischen Erkrankung oder chronischen Nierenerkrankung – mit nachgewiesener kardiovaskulärer Sicherheit, wie z.B. Insulin degludec (Tresiba®).

Dr. Ute Ayazpoor

Quelle: Virtueller Livestream „Die Therapie des Typ-2-Diabetes vor dem Hintergrund der Leitlinien“, DDG

Literatur:

(1) Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes. Teilpublikation der Langfassung, 2. Auflage, Version 1. AWMF-Register-Nr. nvl-001.
(2) Buse JB et al., Diabetologia 2020;63:221-228.
(3) Landgraf R et a., Diabetologie 2020;15(Suppl.1):S65-S92.
(4) Morrish NJ et al., Diabetologia 200;44 (Suppl 2):S14-21.
(5) Marso SP et al., N Engl J Med 2016;375:1834-1844.
(6) Zinman B et al., Lancet Diabet Endicrinol 2019;7:356-367.
(7) Lingvay I et al., lancet Diabet Endocinol 2019;7:834-844.
(8) Capehorn MS et al., Diabetes Metab 2020;46:100-109.
(9) Pratley RE et al., Lancet Diabet Endocrinol 2018;6:275-286.


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