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Medizin
06. Juni 2019

Aktuelle Fragen zu Typ-2-Diabetes-Patienten mit kardiovaskulärer Begleiterkrankung

Dr. med. Thomas A. Zelniker, Facharzt am Universitätsklinikum Heidelberg, gibt Einblicke in aktuelle Therapieoptionen bei Typ-2-Diabetespatienten mit kardiovaskulärer Begleiterkrankung.
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Wo stehen wir in der multifaktoriellen Therapie des Typ-2-Diabetes?

Diabetiker sind verglichen mit Nicht-Diabetikern einem 2- bis 4-fach erhöhten Mortalitätsrisiko ausgesetzt; ein bedachter und individualisierter Therapieplan ist daher von essenzieller Bedeutung. Lebensstilveränderungen, wie gesunde Ernährungsgewohnheiten, Gewichtsreduktion und Nikotinabstinenz stellen die Eckpfeiler in der Behandlung des Typ 2 Diabetes dar. Wesentlich ist ebenfalls die Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren wie Bluthockdruck und LDL-Cholesterin. Zusätzlich stehen uns erfreulicherweise zur Blutzuckereinstellung neue pharmakologische Therapieoptionen zur Verfügung. Mit GLP-1-RA und SGLT2-Inhibitoren haben wir 2 relativ neu zugelassene Wirkstoffgruppen, für die ein Benefit hinsichtlich kardiovaskulärer Mortalität nachgewiesen wurde.

SGLT-2-Inhibitoren können das kardiovaskuläre Risiko positiv beeinflussen. Welche Patienten können am meisten von der Behandlung profitieren?

SGLT-2-Inhibitoren haben vielfältige vorteilhafte Effekte. In einer kürzlich im Fachjournal The Lancet erschienen Meta-Analyse konnten wir zeigen, dass die größten und robustesten Effekte dieser Substanzklasse in der Reduktion von Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz sowie der Reduktion einer fortschreitenden Nierenfunktionsstörung liegen (1). Zusätzlich senken SGLT-2-Inhibitoren das Risiko des kombinierten Endpunkts Herzinfarkt,
Schlaganfall und kardiovaskulärer Tod um 14%. Dieser protektive Effekt ist allerdings nur auf Patienten mit vorliegenden atherosklerotischen kardiovaskulären Grunderkrankungen beschränkt.

Kürzlich wurde die Leitlinie zur kardialen Primärprävention des American College of Cardiology (ACC) und der American Heart Association (AHA) aktualisiert. Was sind die bedeutendsten Neuerungen? Welcher Trend zeichnet sich in der Primärprävention bei Typ-2-Diabetespatienten ab?

Die bedeutendsten Neuigkeiten stellen die Empfehlungen von SGLT-2-Inhibitoren und GLP-1-RA zur Therapie von Patienten mit Typ-2-Diabetes dar, wenn diese trotz Lebensstilveränderungen und einer Behandlung mit Metformin einer weiteren Blutzuckersenkung bedürfen. Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen sind eng miteinander verknüpft.

Wachsen Behandlungsstrategien der Kardiologie und Diabetologie in Zukunft enger zusammen?

Diabetes ist eine komplexe systemische Erkrankung, die einer interdisziplinären Therapie bedarf. Beim Kongress der American Heart Association hatte der Pionier der modernen Kardiologie Dr. Braunwald sehr treffend formuliert, dass die Herzinsuffizienz und der Typ-2-Diabetes Pandemien der heutigen Zeit darstellen und dabei den Begriff der Kardiodiabetologie gemünzt. Herzinsuffizienz stellt eine der häufigsten Komplikationen von Diabetikern dar und trägt zum erhöhten Mortalitätsrisiko bei. Es ist erfreulich, dass wir nun diesbezüglich eine neue wirkungsvolle Therapieoption vorliegen haben.

Quelle: AstraZeneca

Literatur:

(1) Zelniker TA et al. SGLT2 inhibitors for primary and secondary prevention of cardiovascular and renal outcomes in type 2 diabetes: A systematic review and meta-analysis of cardiovascular outcome trials. The Lancet 2019; 393 (10166): 31-9.


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