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Medizin
24. Juni 2021

Virtuelle Seziertische: Digitale Leichen immer beliebter

Virtuelle Seziertische mit digitalisierten Leichen werden verstärkt in medizinischen Ausbildungen eingesetzt und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Eine neue Studie (2020) zeigt ein niedrigeres Angstniveau, höheres Involvement und bessere Lernergebnisse der Studierenden.
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Weniger Hemmungen und Angst

Bereits 2011 veröffentlichte die Universität Cambridge Studienergebnisse (1) zu den Auswirkungen der Sezierung von echten Leichen auf Studierende. In dieser wurde gezeigt, dass die Sezierung von Studierenden zwar überwiegend positiv wahrgenommen wurde, andererseits litten viele von ihnen unter Hemmungen und Angst.

3D-digitalisierte Visualisierung

Im selben Jahr brachte das kalifornische Unternehmen Anatomage den ersten virtuellen Seziertisch auf den Markt, der seither ständig weiterentwickelt wurde. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er erstmals eine komplette 3D-digitalisierte Visualisierung einer Leiche in 1:1 lebensgroßen Abmessungen realisiert.

Einsatz an mehr als 90 Institutionen

In Europa wird der digitale Seziertisch heute an bereits mehr als 90 Universitäten und Institutionen zu Ausbildungszwecken eingesetzt. Aktuell stehen 4 verschiedene, komplett digitalisierte Leichen zur Verfügung.

Weniger Angst, leicht wiederholbares Lernen

Eine 2020 veröffentlichte Studie (2) an der Universität L'Aquila, Italien,  über die Wirkungen des digitalen Seziertisches in medizinischen Fachausbildungen zeigte eine ausgeprägt hohe zufriedenstellende Interaktivität der Studierenden (95%) sowie eine klare Overall-Präferenz (100%) der Studierenden für die verwendete digitale Methode. Die Verwendung des digitalen Seziertisches verbesserte signifikant die Lernergebnisse des beobachteten Jahrganges und führte darüber hinaus zu einem verstärkt wahrgenommenen Selbstvertrauen.

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COVID-Fernunterricht beschleunigte Digitalisierungsprozesse

Nicht zuletzt hat der, während der COVID-Krise global forcierte, Fernunterricht bestehende Digitalisierungsprozesse allerorts dramatisch beschleunigt, so auch in der medizinischen Ausbildung. „Doch beobachten und verfolgen wir diesen Weg schon lange“, kommentiert Dr. Davide Tommasi, Europamanager von Anatomage die aktuelle Entwicklung. „Für die jetzige Generation von Medizin-Studierenden ist dieser digitale Zugang bereits vollkommen natürlich. Sie kennen diesen aus vielen anderen Bereichen und sind mit digitalen Devices rundum bestens vertraut“, so Tommasi.

Durchweg positive Reaktionen

Die durchwegs positiven Emotionen bei Verwendung des Tisches machen das Erlernen von Anatomie und Physiologie effektiv und interaktiv. Ängste und Zögern, wie sie beim Sezieren von echten Leichen immer wieder vorkommen, werden vermieden.

Vollständiger Ersatz in der Ausbildung

Dank seiner hohen Genauigkeit und den realen Abmessungen eignet sich der digitale Seziertisch als wertvolles, zusätzliches technologisches Werkzeug für Sezierlabore. In der Ausbildung vermag der Tisch echte Sezierungen vollständig zu ersetzen, wenn etwa echte Leichen nicht verfügbar sind.
Weitere Informationen
  • Ein kurzes Video gibt Einblick in die Funktionsweise des virtuellen Seziertisches von Anatomage: https://www.youtube.com/watch?v=wvktfIXMKDg&t=4s
  • Mehr Informationen finden Sie hier.

Quelle: Anatomage

Literatur:

(1) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21656918/
(2) Bianchi S, et al. Evaluation of Effectiveness of Digital Technologies During Anatomy Learning in Nursing School. Applied Sciences. 2020; 10 (7): 2357


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