Donnerstag, 30. Juni 2022
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Medizin

Wundversorgung: Innovatives Verfahren zur Wundauflagenbeschichtung

Antibakterielle Wundauflagen werden heute zumeist mittels Tauch- oder Imprägnierverfahren beschichtet. Sowohl aus ökonomischer als auch aus therapeutischer Sicht ist eine oberflächliche Modifikation von Wundauflagen zur Bekämpfung oder Prävention von Infektionen aber erheblich sinnvoller.
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Der gestiegene Bedarf an Gesundheitsleistungen, besseren Therapiemöglichkeiten, moderneren Medizinprodukten und Medikamenten haben die Kosten im Gesundheitssektor in den vergangenen Jahren explodieren lassen. Das Thema Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem rückt damit zunehmend in den Fokus und der Ruf nach innovativen Verfahren wird lauter. Mit diesem Thema setzt sich auch Dr. Sebastian Spange in seiner Promotionsarbeit mit dem Titel „Antibakterielle Wundauflagen beschichtet mittels Atmosphärendruckplasma unter Verwendung von Silber und Zinkoxid als bakterizide Wirkstoffe“ auseinander.

Ziel von Spanges Dissertation war es daher, Wundauflagen mittels der innovativen Technik der Atmosphärendruckplasmabeschichtung mit einem antibakteriell wirkenden Schichtsystem nachträglich zu modifizieren. Die Beschichtungen bestanden aus einer nur wenige Nanometer dünnen Siliziumdioxidmatrix, welche mit nanopartikulären Formen von Silber und Zinkoxid als Wirkstoff versehen wurde. Die vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass bereits sehr geringe Konzentrationen der eingesetzten Wirkstoffe in einer nur 50 nm dünnen Oberflächenbeschichtung genügen, um die Performance von am Markt befindlichen Produkten zu erreichen, bzw. zu übertreffen. Im direkten Kontakt der beschichteten Wundauflage mit pathogenen Keimen zeigte sich eine sehr gute antibakterielle Wirkung, welche im Vergleich zu den kommerziell erhältlichen Produkten ihre Wirkung sogar schneller entfaltete. Mehr noch, die beschichteten Textilien zeigten am künstlichen Hautmodell eine signifikant reduzierte zytotoxische Wirkung im Vergleich zu den am Markt befindlichen silberhaltigen Wundauflage-Produkten.

Mit Blick auf das hier exemplarisch untersuchte Material Wundauflage können durch den gezielten und an die jeweilige Situation angepassten Einsatz von Wirkstoffen Ressourcen, Zeit und Geld eingespart werden. Weiterhin bedingt eine gezielte Modifikation von Oberflächen auch den Vorteil, dass der Wirkstoff nur dort zum Einsatz kommt, wo er unmittelbar benötigt wird – nämlich an der Oberfläche der Wundauflage. Somit können mögliche Wirkstoffbelastungen für Patient und Umwelt reduziert werden. Die Flexibilität der Atmosphärendruckplasmabeschichtung erlaubt es, derartige antibakterielle Beschichtungen mit deutlich geringeren Wirkstoffkonzentrationen auch auf andere Medizinprodukte zu übertragen.

Quelle: INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena


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