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Aktuelle Infos für Ärzte

30. August 2012

Vitamin B3 bei MRSA-Krankenhauskeimen?

Vitamin B3 könnte die neue Waffe im Kampf gegen Krankenhauskeime wie MRSA werden. Laut einer im Journal of Clinical Investigation veröffentlichten Studie haben amerikanische Wissenschaftler nachgewiesen, dass Vitamin B3 (Nikotinamid) die Fähigkeit von Immunzellen verbessert, Bakterien wie Staphylococcus aureus abzutöten. B3 erhöht die Anzahl und Wirksamkeit der Neutrophile, jener weißen Blutkörperchen, die schädliche Bakterien zerstören und abbauen können.

Neue Medikamente zur Gewichtsabnahme in den USA zugelassen - Endokrinologen raten zu Vorsicht

Die amerikanische Arzneibehörde FDA hat erstmals seit über zehn Jahren innerhalb weniger Wochen gleich zwei neue Medikamente zur Gewichtsreduktion zugelassen. Gerade für übergewichtige Menschen mit Diabetes sind diese Medikamente hilfreich, um abzunehmen und den Zuckerstoffwechsel zu verbessern. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) geht davon aus, dass diese Mittel auch in der Europäischen Union zugelassen werden. Die Wirkung der neuen Mittel sei aber begrenzt, und angesichts früherer Erfahrungen mit derartigen Medikamenten raten die Hormonexperten zu einer abwartenden Haltung.

Wie Sinneszellen im Innenohr Lautstärke und schnelle Signale kodieren

„Wie wird Sprache im Hörsystem verarbeitet?“ fragen Forscher um Dr. Simone Kurt vom Institut für Neurobiologie der Universität Ulm. Jetzt haben die Wissenschaftler die Funktion eines speziellen Ionenkanals in den Sinneszellen des Innenohrs von Mäusen untersucht: Offenbar ist der so genannte BK-Kanal für die Entschlüsselung von Sprache unverzichtbar. Ihre Erkenntnisse haben sie jetzt auf der Webseite der Fachzeitschrift FASEB (The Journal of the Federation of American Societies for Experimental Biology) veröffentlicht.

29. August 2012

Bluttest auf Trisomie 21 nur nach Ersttrimesterscreening

Bei einem ungeborenen Kind suchen Ärzte nicht automatisch nach genetischen Auffälligkeiten. Wünschen die Eltern aber eine Abklärung, können sie seit Kurzem auf eigene Kosten eine Blutanalyse machen lassen, die anders als bisherige Untersuchungen zunächst das Risiko einer Fehlgeburt vermeidet. Sinnvoll ist die neu angebotene Untersuchung nach Angaben des Berufsverband der Frauenärzte (BVF) in München aber nur, wenn vorher das sogenannte Ersttrimesterscreening den Verdacht auf eine Trisomie 21 (Down-Syndrom) ergeben hat.

Die molekularen Ursachen der Internetsucht

Internetsucht ist in aller Munde: Viele Menschen tummeln sich stundenlang online und fühlen sich sofort unwohl, wenn sie dazu einmal keine Möglichkeit haben. Medizinisch ist das Phänomen noch nicht so klar erfasst, wie etwa die Nikotin- oder Alkoholabhängigkeit. Doch eine Studie von Forschern der Universität Bonn und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim gibt nun Hinweise darauf, dass es auch bei Internetsucht molekulargenetische Zusammenhänge gibt.

Schlüsselloch-Operation nicht immer besser: Kleine Schnitte für Blinddarm und Gallenblase, großer Schnitt bei Magenkrebs

Die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie entwickelt immer feinere technische Zugangswege ins Körperinnere. Doch nicht immer ist die Variante mit kleinstmöglichen Schnitten besser als ein offener Eingriff mit einer längeren Narbe. So überwiegen die Vorteile des offenen Zugangs etwa bei Magen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs, während ein minimalinvasiver Zugang bei Blinddarm- und Gallenblase sinnvoller ist. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen OP-Techniken und worauf Patienten bei der Entscheidungsfindung achten sollten, erläutern Experten auf der Pressekonferenz im Rahmen der Tagung „Viszeralmedizin 2012“ am 20. September 2012 in Hamburg.

Neue Leitlinien für die Infarkt-Behandlung – zentrale Bedeutung regionaler Netzwerke

Die Europäische Kardiologengesellschaft (ESC) hat auf ihrem Kongress in München die neuen Leitlinien zur effektiven Behandlung von Herzinfarkten vom STEMI-Typ (ST-Hebungsinfarkt), der gefährlichsten Form von Herzinfarkten, vorgestellt. Diese sehen vor, dass Zentren mit Katheterlabor (Percutane Coronare Intervention, PCI) in der Lage sind, an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr innerhalb von 90 (-120) Minuten eine interventionelle Therapie anzubieten. Alternativ kann die Infarktbehandlung auch mittels eines zwischen PCI-Zentren vereinbarten Rotationsprinzips angeboten werden.

Morbus Bechterew: Schmerzmittel bremsen Fortschreiten rheumatischer Erkrankung

Oft beginnt die Krankheit mit Schmerzen und Steifigkeit im unteren Rücken. Der Morbus Bechterew, auch ankylosierende Spondylitis (AS) genannt, ist eine chronische Entzündung vor allem der Wirbelsäule. Als Behandlung werden in erster Linie sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt. Aktuelle Studien zeigen jetzt, dass diese Medikamente nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch das Fortschreiten der Krankheit bremsen können. „Diese Erkenntnis wird die Therapie wahrscheinlich maßgeblich verändern“, sagt einer der Autoren, Professor Dr. med. Joachim Sieper, Berlin. Über die optimale Therapie entzündlicher Rückenschmerzen bei rheumatischen Erkrankungen diskutieren Experten am 20. September 2012 im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Bochum.

28. August 2012

Deutsche Diabetes Gesellschaft: Zunahme von Diabeteserkrankungen nicht allein durch Übergewicht zu erklären

Seit 1998 ist die Zahl der übergewichtigen Menschen in Deutschland insgesamt unverändert, die der adipösen Männer und Frauen leicht gestiegen. Im gleichen Zeitraum kam es zu einer deutlichen Zunahme von Erkrankungen mit Typ-2-Diabetes mellitus , wie eine aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts belegt. Dieser Diabetes-Anstieg entspricht nicht dem Mehr an adipösen Menschen in unserer Gesellschaft, stellt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fest. „Übergewicht und Bewegungsmangel sind demnach nicht die alleinige Ursache für den Diabetes-Anstieg“, betont DDG Präsident Professor Dr. med. Stephan Matthaei aus Quakenbrück. Um weitere Risikofaktoren zu erkennen und ihnen zu begegnen, müsse die Forschung intensiviert werden.

Geschwindigkeit von E-Bikes oft unterschätzt – Orthopäden und Unfallchirurgen fordern Helmpflicht für Elektro-Fahrräder

Mehr als 76.000 Fahrradfahrer verletzten sich 2011 im Straßenverkehr – rund 400 davon sogar tödlich. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl wieder leicht gestiegen. Orthopäden und Unfallchirurgen vermuten, dass eine Ursache die Zunahme von elektrisch angetriebenen Fahrrädern, wie E-Bikes und Pedelecs, ist. Daher fordern sie anlässlich der morgen beginnenden Fahrradmesse EUROBIKE in Friedrichshafen sowohl für elektrische, als auch für herkömmliche Fahrräder eine gesetzliche Helmpflicht um das Verletzungsrisiko zu vermindern. Wie E-Bike-Fahrer Unfälle vermeiden können und welche neuen Gefahren im Straßenverkehr zu beachten sind, diskutieren Experten auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vom 23. bis 26. Oktober in Berlin.

Contra Kaiserschnitt: Kurz- und Langzeitgedächtnis profitieren von normaler Geburt

Für das Gehirn des Neugeborenen macht es einen Unterschied, ob es das Licht der Welt per normaler Geburt oder infolge eines Kaiserschnitts erblickt. Vaginalgeburten sorgen für die Expression eines Proteins, das die Entwicklung des Hippocampus bis hin zu dessen Funktionstüchtigkeit im Erwachsenenalter verbessert, zeigen Forscher vom Madrider Instituto Cajal http://www.cajal.csic.es sowie der Yale School of Medicine in der Zeitschrift PloS ONE.

Impfen und Kondome benutzen: Das schützt am besten vor Hepatitis

Hepatitis ist eine stille Krankheit. Die Symptome sind oft uneindeutig. Manche Menschen merken erst etwas von dieser Lebererkrankung, wenn sie schon schwer krank sind. Rund eine Million Betroffene gibt es in Deutschland, schätzen Experten wie Prof. Heiner Wedemeyer von der Deutschen Leberstiftung. "Aber weniger als die Hälfte der Infizierten weiß davon", sagt der Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie von der Medizinischen Hochschule Hannover. Oft sei die Diagnose ein Zufallsbefund, ergänzt Ingo van Thiel von der Deutschen Leberhilfe.

27. August 2012

24. August 2012

Gesellschaftsforschung: Das Geheimnis teurer Weine

Weingenuss kann teuer werden, und das ist nicht unbedingt nur eine Frage der konsumierten Menge. Manche Flasche kann so viel kosten wie andernorts das komplette Weinregal. "Doch damit befindet sich keineswegs zwangsläufig auch die bessere Qualität im Glas", so der Wirtschaftssoziologe Jens Beckert, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Anhand der Daten von 1.890 verschiedenen Weinen von 248 Weingütern aus dem Rheingau und aus Rheinhessen untersucht er gemeinsam mit dem Soziologen Jörg Rössel von der Universität Zürich, welche Faktoren bei der Preisbildung auf dem deutschen Weinmarkt eine Rolle spielen. Auch aus soziologischer Sicht lohnt sich der Blick ins Weinglas. Wie die Studie zeigt, verrät die Wahl des Weins viel über das Wesen des Konsums: Offenbar ist der Mensch nicht nur, was er isst, sondern auch, was er trinkt.

Zellbiologie: Neue Erkenntnisse über Funktionsweise des Golgi-Apparats

Zellbiologen der Universität Heidelberg haben neue Erkenntnisse über die unterschiedliche Funktionsweise des Golgi-Apparats in Zellen höherer Pflanzen und von Säugetieren gewonnen. Der Golgi-Apparat besteht in Zellen höherer Pflanzen im Unterschied zu Zellen von Säugetieren aus hunderten kleiner Stapel, die in einer Stop-and-go-Bewegung am Endoplasmatischen Retikulum (ER) entlang wandern. Die Mitarbeiter um Prof. Dr. David G. Robinson vom Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg konnten nun klären, wie der Vesikeltransport zwischen ER und Golgi-Apparat hoch geordnet und effizient ablaufen kann, ohne dass Transportvesikel verlorengehen.

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Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung

Magen-Darm-Ärzte mahnen zur Vorsicht bei Meldungen über bestimmte Nahrungsmittel, die vor Krebs schützen sollen. „Öffentliche Erklärungen wie gerade mal wieder von Ernährungswissenschaftlern der Uni Jena über den Schutzmechanismus von Nüssen sind eher irreführend als hilfreich“, betont Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Auch Nusskonsumenten sind vor Darmkrebs nicht gefeit. Sicherheit bietet nur die Darmspiegelung.“

Diabetes geht auch auf die Knochen: Osteoporose vorbeugen, Brüche vermeiden

Die Osteoporose ist in Deutschland weit verbreitet: Etwa 6,3 Millionen sind davon betroffen. Die Techniker Krankenkasse fand im Jahr 2009 bei nahezu einem Viertel der über 50-jährigen Frauen in Deutschland einen Osteoporose-bedingten Knochenbruch oder knochenstabilisierende Medikamente. Auch Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 haben ein erhöhtes Osteoporoserisiko und dadurch auch für Knochenbrüche. Diese können Folgeerkrankungen wie Immobilität, Lungenentzündungen oder Langzeitbehinderung nach sich ziehen. Folgeerkrankungen sind mit erheblichen Behandlungskosten und einem erhöhten Sterberisiko verbunden. Ursache für Osteoporose kann ein Vitamin-D-Mangel sein. Aber auch einzelne Diabetes-Medikamente können die Knochengesundheit schwächen. Deshalb sollten Menschen mit Diabetes frühzeitig gezielt auf Osteoporose untersucht und behandelt werden.