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Aktuelle Infos für Ärzte

25. Juni 2012

SCarlet RoAD Studie: Gantenerumab bei Alzheimer Erkrankung

Gantenerumab (RO4909832) ist ein neues, in der Entwicklung befindliches Medikament, das derzeit in der klinischen Prüfung getestet wird. Der monoklonale Antikörper wurde entwickelt, um Amyloidplaques im Gehirn zu binden und deren Beseitigung zu bewirken. Ziel ist es, das Fortschreiten von Gedächtniseinbußen bei Patienten im Frühstadium (prodromal) der Alzheimer Erkrankung aufzuhalten bzw. zu verzögern. Erste Daten bestätigen diesen Ansatz als sehr vielversprechend. Wie eine abgeschlossene klinische Studie der Phase I belegt, kann die Gabe von Gantenerumab (RO4909832) die fortschreitende Akkumulation von Amyloid beta (Aß) im Gehirn dosisabhängig vermindern bzw. sogar wieder reduzieren (1).

Empfehlung des CHMP zur Zulassungserweiterung: Strontiumranelat für Männer mit Osteoporose-bedingtem Frakturrisiko

Auch Männer können bald von der hohen Effektivität und dem langanhaltenden Frakturschutz von Strontiumranelat (PROTELOS®) profitieren. Denn am 24. Mai 2012 hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA eine weitreichende Zulassungserweiterung für PROTELOS® empfohlen (1): Zusätzlich zur Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen kann das Präparat künftig auch zur Osteoporosetherapie von Männern mit erhöhtem Frakturrisiko eingesetzt werden.

Positive Wirkung auf die neurologische Progression – G-BA sieht Zusatznutzen für Tafamidis als belegt an

Der Beschluss des G-BA vom 7. Juni 2012 über das Ausmaß des Zusatznutzens des Orphan Drug Medikaments Vyndaqel® (Tafamidis) sieht einen geringen Zusatznutzen als belegt an. Die Bewertung beruht auf dem in den Zulassungsstudien ermittelten Effekt auf die neurologische Beeinträchtigung bei Transthyretin-assoziierter familiärer Amyloid-Polyneuropathie. Bereits im März dieses Jahres hat der G-BA entschieden, Orphan-Drug-Medikamente künftig unter formaljuristischen Aspekten zu bewerten und die Vergleichstherapie der Zulassungsstudien als "zweckmäßige Vergleichstherapie" im Sinne des Gesetzes zur Nutzenbewertung zu akzeptieren. Der medizinische Zusatznutzen gilt bereits durch die Zulassung als Orphan Drug als belegt.

Erste Head-to-Head-Studie zeigt vergleichbare Wirksamkeit von Abatacept und Adalimumab bei Patienten mit mäßiger bis schwerer rheumatoider Arthritis

Bristol-Myers Squibb gab jetzt die Ergebnisse aus der AMPLE-Studie (Abatacept versus Adalimumab Comparison in Biologic- Naïve rheumatoid arthritis (RA) Subjects With Background Methotrexate) im Rahmen des Europäischen Jahreskongresses für Rheumatologie der European League Against Rheumatism (EULAR) in Berlin bekannt. AMPLE ist eine klinische Head-to-Head-Studie mit 646 Patienten zum Vergleich der subkutan (s. c.) verabreichten Form von Abatacept (Orencia®) mit Adalimumab (Humira®), beide jeweils ergänzend zu einer Methotrexat (MTX)-Therapie bei nicht mit Biologika vorbehandelten Patienten mit mäßiger bis schwerer RA.

Nicht-invasive Hautkrebs-Diagnostik: Konfokale Laserscanmikroskopie hat festen Stellenwert in Klinik und Praxis

„Nach zahlreichen Studien zur klinischen Eignung ist die konfokale Laserscanmikroskopie (KLSM) im Bereich der Hautkrebs-Diagnostik vom Forschungsgegenstand zur wertvollen Technik in der täglich klinischen Praxis aufgestiegen.“ Zu dieser Einschätzung kommt Dr. Martina Ulrich, Charité Berlin, in einer aktuellen Veröffentlichung (1). Die KLSM ermöglicht in der Diagnostik des malignen Melanoms und nicht-melanotischer Hautkrebsformen eine nicht-invasive Beurteilung der Haut auf zellulärer und subzellulärer Ebene in Echtzeit. So lassen sich melanozytäre Läsionen hinsichtlich ihrer Dignität einschätzen, um eine Melanomfrüherkennung zu ermöglichen und unnötige Exzisionen zu vermeiden (2). Aktuelle Studien belegen die hohe Sensitivität und Spezifität der KLSM in der Melanom-Diagnose und unterstreichen den hohen Stellenwert der innovativen Technologie in der dermatologischen Praxis (3-5).

Trauer kann Entzündungen hervorrufen/ Genvariante schützt manche Menschen

Nach dem Tod des Partners erkranken die Witwe oder der Witwer häufig, manche sterben sogar. Einige Hinterbliebene bleiben jedoch von diesem so genannten „widow hood Effekt“ verschont. Ein Wissenschaftlerteam hat nun nachgewiesen, dass der Verteilung des Phänomens eine Genveränderung bei den Trauernden zu Grunde liegen könnte. Erstautor der im Fachjournal „Brain, Behavior and Immunity“ veröffentlichten Studie ist Christian Schultze-Florey, Medizinstudent der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Zur Forschergruppe gehören Professor Dr. Harald Gündel, ehemals Leiter der MHH-Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie und nun Leiter der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm, sowie Forscher der University of California, Los Angeles, und der University of Arizona.

FDA bestätigt Überlegenheit von Dabigatranetexilat 150 mg vs. Warfarin bei der Prävention sowohl ischämischer als auch hämorrhagischer Schlaganfälle

Boehringer Ingelheim hat in Abstimmung mit der Food and Drug Administration (FDA, US-Behörde für Arzneimittelzulassung) die US-amerikanische Gebrauchsinformation von Dabigatranetexilat aktualisiert. Das US-Label bestätigt jetzt die überlegene Prävention von ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfällen durch Pradaxa® 150 mg zweimal täglich im Vergleich zu Warfarin (1).

Kognitive Störungen zur Früherkennung von Psychosen

Bei der Früherkennung von schizophrenen Erkrankungen könnten Störungen von Konzentration und Gedächtnis eine größere Rolle spielen als vermutet. Dies berichtet ein internationales Forschungsteam, das diese sogenannten kognitiven Störungen unter Leitung der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel erstmals in einer Metaanalyse mit über 2000 Hochrisikopatienten und Gesunden untersucht hat. Die Studie wird in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Archives of General Psychiatry der American Medical Association veröffentlicht.

22. Juni 2012

Schwangerschaft bei Elefanten: Hilfsgelbkörper erhalten die lange Trächtigkeitsperiode

Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) haben herausgefunden, wie die längste Schwangerschaft der Welt bei Elefanten gesteuert und reguliert wird und berichten darüber in den „Proceedings of the Royal Society B“. Die Embryonal- und Fetalentwicklung der grauen Riesen dauert bis zu 680 Tage. Die Trächtigkeitsdauer ist somit länger als bei jedem anderen Säugetier. Elefanten gebären nur ein Jungtier. Ein neugeborenes Kalb wiegt im Verhältnis zur Mutter, die rund drei Tonnen auf die Waage bringt, gerade einmal einhundert Kilo. Das entspricht ca. drei bis vier Prozent der Körpermasse eines erwachsenen Elefanten. Warum ist die Trächtigkeitsperiode so enorm lang und wie erhält eine Elefantenkuh diese über einen fast zweijährigen Zeitraum?

NOXXON startet Phase IIa Studie mit Anti-CCL2/MCP-1 Spiegelmer NOX-E36 zur Behandlung der diabetischen Nephropathie

NOXXON Pharma AG gab heute die Behandlung des ersten Patienten in einer Phase IIa-Studie mit dem Anti-CCL2/MCP-1 (C-C Chemokin Ligand 2 bzw. Monocyte Chemoattractant Protein-1) Spiegelmer NOX-E36 zur Behandlung von Patienten mit diabetischer Nephropathie bekannt. Etwa ein Drittel aller Patienten mit Diabetes mellitus entwickelt eine diabetische Nephropathie. Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung, die eine der Hauptursachen für das terminale Nierenversagen und die damit verbundene Dialysepflichtigkeit ist. Die Rekrutierung von Immunzellen durch das Chemokin CCL2 in die Niere sowie direkte Effekte von CCL2 auf bestimmte Nierenzellen spielen vermutlich eine entscheidende Rolle für den Verlauf dieser Erkrankung.

Hypertonie: Indikationserweiterung für Sevikar HCT vereinfacht Therapiemanagement

15–20% der Patienten mit Hypertonie benötigen mehr als zwei verschiedene Antihypertensiva, um ihren Blutdruck auf die empfohlenen Zielwerte zu senken (1). Das Antihypertensivum Sevikar HCT® ist nun explizit für diejenigen Hypertoniker zugelassen, deren Blutdruck mit der Fixkombination Olmesartan/Amlodipin nicht ausreichend kontrolliert werden kann, wie Daiichi Sankyo Deutschland heute bekanntgab. Durch die Indikationserweiterung für Sevikar HCT® ist es nun möglich, diese Patienten sofort auf eine fixe Dreifachkombination umzustellen, ohne dass zuerst noch freies Hydrochlorothiazid (HCT) als zusätzliche Tablette gegeben werden muss. Daher ermöglicht die Indikationserweiterung von Sevikar HCT® eine interessante Behandlungsoption, um bei diesen Patienten den Zielblutdruck so schnell wie möglich zu erreichen, ohne dass sie mehr Tabletten einnehmen müssen.

Magenpförtnerkrampf lässt Babys erbrechen

Drei von tausend Kindern haben im frühen Säuglingsalter einen Magenpförtnerkrampf: Dieser verengt den Weg vom Magen in den Darm. Die Babys können dadurch keine Muttermilch bei sich behalten und erbrechen sich kurz nach dem Essen schwallartig. Ohne ärztliche Hilfe erleiden sie einen – mitunter lebensbedrohlichen – Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Kinderchirurgen können diese sogenannte „hypertrophe Pylorusstenose“ heute schonend und mit gutem Erfolg operieren, darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) hin. Entscheidend ist deshalb eine rasche Diagnose und die Behandlung durch einen erfahrenen Kinderchirurgen.

21. Juni 2012

Multiple Sklerose: Positive Daten der Phase-III-Studie CONFIRM bestätigen Wirksamkeit und Sicherheit von Dimethylfumarat

Auf der diesjährigen Jahrestagung der Amercian Academy of Neurology (AAN) präsentierte Biogen Idec aktuelle Studienergebnisse zum derzeit in Phase III befindlichen oralen Multiple- Sklerose-Medikament BG-12 (Dimethylfumarat). Die Studien belegen eine hohe Wirksamkeit sowie ein günstiges Sicherheits- und Verträglichkeits-profil des speziell für die MS-Therapie entwickelten Wirkstoffs. Auf Grundlage der positiven Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten aus zwei Zulassungsstudien hat Biogen Idec Anfang dieses Jahres die Zulassung für BG-12 für die Therapie der schubförmigen MS bei den Arzneimittelbehörden in den USA (FDA) und Europa (EMA) eingereicht. Mit der Zulassung in Europa wird im zweiten Quartal 2013 gerechnet.

Paradigmenwechsel in der Therapie chronischer Schmerzen: Tapentadol zeigt europaweit Erfolge

Schmerztherapie in Europa – ein Bild mit vielen Gesichtern. Unterschiedliche nationale Rahmenbedingungen machen einheitliche Standards bisher unmöglich. Sowohl Schmerztherapeuten als auch Gesundheitsexperten aus der Politik haben es sich zum Ziel gesetzt, mehr Transparenz bezüglich der Versorgung zu erlangen, um moderne Therapieansätze zu etablieren. Mit Tapentadol (Palexia® retard) ist in einigen Ländern ein Analgetikum mit einem besonderen Wirkmechanismus (MOR-NRI) verfügbar, der bisher in einem Molekül einzigartig ist: μ-Opioid-Rezeptor-Agonismus (MOR) und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmung (NRI) tragen beide synergistisch zur Analgesie bei (1). Die überzeugenden Studienergebnisse (2) spiegeln sich bei der Behandlung chronischer nozizeptiver und neuropathischer Schmerzen im Praxisalltag wider.

Kopflaus-Mittel auf dem wissenschaftlichen Prüfstand: 2-Stufen-Dimeticon wirkt sicher pedikulozid und ovizid

Neurotoxisch wirkende Kopflausmittel wie Pyrethrum, Permetrhrin und Allethrin sind im Hinblick auf Ihre Wirksamkeit bei Kopflausbefall wegen der zunehmenden Resistenzen der Parasiten mit einem Fragezeichen zu versehen. Ähnliches gilt für Pedikulozide auf pflanzlicher Basis, von denen nur zwei Präparate auf der Grundlage klinischer Studien eine Wirksamkeit zwischen 62 und 82 Prozent in Anspruch nehmen können. Weitaus besser schneidet dagegen das physikalisch wirkende 2-Stufen-Dimeticon NYDA® ab, das in einer klinischen Studie eine pedikulozide Wirksamkeit von 97 Prozent nachweisen konnte. Außerdem tötete es je nach Reifegrad zwischen 95 und 100 Prozent der Läuseeier ab. Dieses Fazit zog Prof. Dr. Hermann Feldmeier, Berlin, in einer wissenschaftlichen Übersichtsarbeit „Neue Erkenntnisse zur Pediculosis capitis“.*

Vorhofflimmern: kürzere Therapieunterbrechung bei Operationen mit Dabigatranetexilat im Vergleich zu Warfarin

Patienten mit Vorhofflimmern, die sich einer Operation unterziehen, müssen die orale gerinnungshemmende Therapie mit Pradaxa® (Dabigatranetexilat) deutlich kürzer unterbrechen als eine Warfarin-Therapie.1 Das zeigen in der Zeitschrift Circulation veröffentlichten Ergebnisse. Betroffene Patienten können einen Eingriff schneller vornehmen lassen und die Zeit mit einem verringerten Schlaganfallschutz wird verkürzt (1). Des Weiteren zeigte die Analyse, dass das Risiko perioperativer Blutungen bei Absetzen von Pradaxa® innerhalb von 48 Stunden vor dem Eingriff niedriger war als bei einem Aussetzen der Warfarin-Therapie im vergleichbaren Zeitraum (1).

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Dank moderner Medikamente können die rund 87.000 Menschen in Deutschland mit HIV beziehungsweise AIDS heute fast normal leben. Stattdessen belasten mitunter Ausgrenzung, Zurückweisung und Angst Betroffene heute schwerer als die eigentliche Erkrankung. „Vorurteile und mangelndes Wissen sind oft die Hauptursachen für Ausgrenzung und Zurückweisung von HIV-Positiven. Dem wollen wir unter anderem mit einer Telefon-Hotline entgegenwirken“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER.

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