Mittwoch, 14. November 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

02. Juli 2012

Einfluss der natürlichen Darmflora auf die Immunantwort gegen virale Erreger

Signale von natürlichen Darmbakterien sind notwendig für eine effektive Immunantwort gegen verschiedene virale oder bakterielle Erreger. Das war das Ergebnis von Versuchen im Team um Prof. Dr. Andreas Diefenbach und Stephanie Ganal, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg. Die Studie ist in der aktuellen Online-Ausgabe des Cell Press Journals Immunity veröffentlicht.

BRE-ALIGN-Studie mit Dabigatranetexilat gestartet: Alternative zu Warfarin für Patienten mit mechanischen Herzklappen?

Das American Heart Journal veröffentlicht in seiner aktuellen Ausgabe das Design der RE-ALIGN Studie. RE-ALIGN ist die erste Studie eines neuartigen oralen Antikoagulans als Alternative zu Warfarin bei Patienten, die aufgrund eines mechanischen Herzklappenersatzes dauerhaft eine Antikoagulation benötigen (1). Die randomisierte Phase II Studie (REALIGN: Randomized, phase II study to Evaluate the sAfety and pharmacokinetics of oraL dabIGigatran etexilate in patients after heart valve replacemeNt) untersucht die Sicherheit und Pharmakokinetik von oral verabreichtem Dabigatranetexilat bei Patienten mit mechanischen Herzklappenersatz. Die Studie adressiert bestehende Einschränkungen einer Warfarin-Therapie und zielt darauf ab, ein sicheres und wirksames Dosisschema zur Prävention von Klappen-Thrombosen, Schlaganfällen und systemischen Embolien bei dieser Patientenpopulation zu finden. Die Erkenntnisse bilden die Basis für weiterführende Untersuchungen im Rahmen einer größeren Phase III-Studie (1). Die aktuelle Zulassung von Dabigatranetexilat schließt die Behandlung von Patienten mit mechanischer Herzklappe nicht ein.

Parkinson: Enzym Pink1 inspiziert Nervenzellen

Zwischen der Parkinson-Krankheit und dem Enzym „Pink1“ wird schon seit Längerem ein Zusammenhang vermutet. Biochemiker der Universität Bonn haben nun mit ihren Kollegen von der Columbia University in New York (USA) die Ursachen entschlüsselt. „Pink1“ fungiert als eine Art Kontrolleur, der die Kraftwerke in den Nervenzellen prüft. Fällt dieser Inspekteur aus, gerät auch die Energieversorgung der Zellen in Gefahr. Die Ergebnisse sind im Journal of Biological Chemistry (Cell Biology and Neurobiology) veröffentlicht, dessen Druckfassung nun vorliegt.

Chronische Hirnentzündungen begünstigen Alzheimer

Chronische Hirnentzündungen können die für Alzheimer charakteristischen Eiweiss-Ablagerungen, so genannte Beta-Amyloid-Plaques, auslösen. Forschende der Universität Zürich beweisen, dass Hirnentzündungen eine Ursache und nicht reine Folge der Neuropathologie sind und möglicherweise auch den Abbau kognitiver Leistungen verursachen. Seit der ersten Fallbeschreibung ist klar: Hirnentzündungen sind ein wichtiger Bestandteil der Alzheimer-Krankheit. Zwar haben mehrere Studien die Wirksamkeit entzündungshemmender Medikamente untersucht und auf einen möglichen Schutz im Anfangsstadium der Krankheit hingewiesen. Doch die spezifische Rolle von Entzündungen im Krankheitsverlauf zu bestimmen, ist bis heute schwierig geblieben.

Insulingabe in frühen Diabetesstadien und Fischöl-Kapseln schützen nicht vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine frühe Therapie mit Langzeit-Insulin kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetes Typ 2 nicht effektiver vorbeugen als die Standardbehandlung mit blutzuckersenkenden Tabletten. Zu diesem Ergebnis kommt eine kontrollierte Studie an mehr als 12 500 Patienten, die im New England Journal of Medicine (NEJM) erschienen ist. Die frühe Insulintherapie reduzierte jedoch das Neuauftreten von Diabetes mellitus Typ 2. Die Studie ergab auch, dass die tägliche Einnahme von Fischöl-Kapseln Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit beginnendem Diabetes Typ 2 nicht verhindert.

Schützt Zartbitterschokolade vor Herzinfarkt und Schlaganfall?

Menschen mit erhöhtem Blutdruck und erhöhten Cholesterinwerten können durch den täglichen Verzehr von Zartbitterschokolade Herz-Kreislauf-Erkrankungen eventuell vorbeugen. Dies legen Berechnungen im Rahmen einer aktuellen Studie australischer Forscher nahe. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) rät angesichts dieser Ergebnisse Genussmenschen mit Bluthochdruck und hohen Blutfettwerten zu mehr Bewegung und zur gesünderen, dunklen Schokolade.

29. Juni 2012

Männer werden anders krank als Frauen: Gender-Curriculum für Medizinstudierende

Eine 70-jährige Patientin wird mit stechenden Schmerzen in der Brust in die Kardiologie eingeliefert. „Herzinfarkt" vermutete der diensthabende Arzt, doch die Untersuchungsergebnisse mögen nicht recht zu seiner Diagnose passen. Ulmer Studierende der Humanmedizin sollen künftig auch eine Stress-Kardiomyopathie (Broken-Heart-Syndrom) in Erwägung ziehen: Diese Funktionsstörung des Herzens trifft fast ausschließlich ältere Frauen nach seelisch oder körperlich belastenden Stresssituationen. Die Kardiomyopathie heilt oft innerhalb weniger Wochen ab - aber immerhin acht Prozent der Erkrankten sterben.

Epilepsie: Zonisamid könnte aufgrund seiner substanzspezifischen Vorteile eine hilfreiche Option in der Monotherapie sein

Die renommierte internationale Fachzeitschrift The Lancet Neurology veröffentlichte vor kurzem positive Ergebnisse der Phase-III-Studie zur Monotherapie mit Zonisamid, die die Nicht-Unterlegenheit von einmal täglich verabreichtem Zonisamid gegenüber kontrolliert freigesetztem Carbamazepin (1). Carbamazepin ist die etablierteste Monotherapie für Epilepsiepatienten, bei denen fokal beginnende Anfälle (die häufigste Anfallsform) neu diagnostiziert wurden (2). Zonisamid könnte sich aufgrund der vorliegenden Studienergebnisse als geeignete initiale Monotherapie für neu diagnostizierte Epilepsiepatienten erweisen (2).

Aktivsein im Urlaub: Besser als manche Medizin

Mit Spaß aktiv sein, vor allem im Urlaub, kann heilen. Auf diese einfache Formel bringen führende Sportwissenschaftler heute eine Vielzahl von Forschungsergebnissen über die Auswirkungen von Aktivitäten im Urlaub und im Alltag. Bewegung ist demnach bei vielen Krankheiten ein hoch wirksames Therapiekonzept. "Es scheint kaum noch eine Krankheit zu geben, bei der Bewegung nicht zumindest als ein Teil der Therapie betrachtet werden kann", sagt Professor Braumann, der Leiter des Instituts für Sport- und Bewegungsmedizin an der Universität Hamburg.

28. Juni 2012

CHMP empfiehlt EU-weite Zulassung von Glycopyrronium zur bronchialerweiternden Erhaltungstherapie von COPD-Patienten

Das Committee for Medicinal Products of Human Use (CHMP) hat eine positive Empfehlung für die EU-weite Zulassung von NVA237 (Glycopyrronium; Seebri® Breezhaler®) für die einmal tägliche Inhalation von 44 μg (50 μg Gycopyrronium je Kapsel) zur bronchialerweiternden Erhaltungstherapie zur Symptomlinderung bei erwachsenen Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) abgegeben. Diese Information hat Novartis am 22. Juni von der European Medicines Agency (EMA) erhalten.

Start des Deutschen Lipidapherese-Registers

Rund 400.000 Menschen sind in Deutschland von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen betroffen. In bestimmten Konstellationen, insbesondere bei Patienten mit der vererbten Form einer Hypercholesterinämie und bei Nichtansprechen auf eine diätetische und medikamentöse Therapie ist eine Lipidapherese-Therapie notwendig. Etwa 1.300 Patienten werden bundesweit mit dieser Therapieform behandelt. Das extrakorporale Blutreinigungsverfahren entfernt LDL-Cholesterin und weitere Atherosklerose fördernde Lipoproteine aus dem Blut. Seit 1974 wurden sechs verschiedene Methoden der Lipidapherese entwickelt. Alle methodischen Lösungen der extrakorporalen Lipidapherese erfüllen das durch den Gemeinsamen Bundesausschuss geforderte Qualitätskriterium einer mindestens 60%igen Absenkung von LDL-Cholesterin pro Therapiesitzung. Die Behandlung erfolgt in der Regel wöchentlich bis zweiwöchentlich ambulant in der Dialyseeinrichtung eines niedergelassen Nephrologen, in spezialisierten Krankenhäusern oder Universitätskliniken sowie in gemeinnützigen Einrichtungen.

Rheumatoide Arthritis: Vorbericht zu Biologika in der Zweitlinientherapie erschienen

Neun biotechnologisch hergestellte Arzneimittel für die Behandlung von Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis, bei denen eine medikamentöse Vorbehandlung versagt hat, werden zurzeit vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen eine grundsätzlich positive Tendenz: Für die meisten Wirkstoffe gibt es Belege, Hinweise oder zumindest Anhaltspunkte für einen Nutzen in Bezug auf mindestens ein Zielkriterium.

Molekulare Motoren: Physiker untersuchen Regulationsmechanismen der Zelle

Damit Prozesse auf zellulärer Ebene reibungslos ablaufen können, bedarf es regulierender Mechanismen. Doch wie laufen diese Prozesse ab? Physiker der Universität des Saarlandes um Professor Karsten Kruse nehmen solche Zellprozesse genauer unter die Lupe. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Zytoskelett der Zellen, das unter anderem für die Stabilität der Zelle verantwortlich und an der Zellteilung beteiligt ist. Es besteht aus fadenförmigen Molekülen, sogenannten Filamenten. In einer Studie sind die Saarbrücker Wissenschaftler der Frage nachgegangen, wie die Länge dieser Moleküle reguliert wird. Die Studie wurde nun im renommierten Fachjournal Physical Review Letters veröffentlicht.

Ausführliche Informationen im Netz für Tinnitus-Betroffene

Die im Rahmen des Projektes „Tinnitus – na und?“, einem vom Ärztenetzwerk HNOnet NRW und der Deutschen Tinnitus-Liga entwickelten Therapieprogramm, entstandene Website ist nun online. Dort erhalten Tinnitus-Betroffene Informationen rund um die chronischen Ohrgeräusche. Interessierte finden außerdem eine Liste der am Projekt „Tinnitus – na und?“ teilnehmende Ärzte sowie Infomaterial zum Herunterzuladen. Auch über das Projekt selbst informiert die neue Website ausführlich.

Lungenkrebsrisiko: Ein Joint entspricht einer Packung Zigaretten

Experten warnen, dass die Öffentlichkeit die Gesundheitsrisiken des Cannabiskonsums in einem gefährlichen Ausmaß unterschätzt. Die British Lung Foundation (BLF) hat bei einer Umfrage mit 1.000 Erwachsenen ermittelt, dass ein Drittel fälschlich geglaubt hat, Cannabis schädige die Gesundheit nicht. 88 Prozent gingen davon aus, dass das Rauchen von Zigaretten aus Tabak schädlicher ist. Tatsächlich ist das Lungenkrebsrisiko bei Joints 20 Mal höher. Die BLF hält diesen Mangel an Bewusstsein für alarmierend.

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Myome – Eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch

Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane: Es wird geschätzt, dass zwischen 20 und 40 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Jörg B. Engel und Dr. med. Eva Velten bietet das Myomzentrum am Krankenhaus Nordwest Betroffenen kompetente Beratung, modernste Diagnostik und zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten. Patientinnen, bei denen ein Myom der Grund für den unerfüllten Kinderwunsch ist, erhalten Unterstützung und Hilfestellungen.