Montag, 24. September 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

29. Mai 2012

Geringere Krankheitsaktivität und höhere Lebensqualität für RA-Patienten durch Prednison MR

Niedrig dosiertes Prednison MR (modified-release; Lodotra®) zeigt in Kombination mit DMARDs eine schnelle und signifikante Verbesserung des gesamten Krankheitsverlaufs der rheumatoiden Arthritis (RA), reduziert deutlich Symptome wie Schmerzen oder Gelenksteifigkeit und ermöglicht den Patienten so eine höhere Lebensqualität – dies sind die wichtigsten Ergebnisse der klinischen Studie CAPRA-2 , die jetzt hochrangig in den Annals of Rheumatic Diseases (Ann Rheum Dis) veröffentlicht wurde.

NachwuchsFörderPreis Schmerz von Janssen zum fünften Mal verliehen

Auf dem Gebiet der chronischen und postoperativen Schmerztherapie erhielten in diesem Jahr drei aufstrebende Nachwuchswissenschaftler − Dr. Christine Meyer-Frießem, Bochum, Dr. Yevgen Mikhlin, Coppenbrügge, und Dr. Harald Rief, Heidelberg − den begehrten NachwuchsFörderPreis Schmerz. Zusammen mit dem pharmazeutischen Unternehmen Janssen-Cilag GmbH zeichnete ein hochkarätiges Kuratorium die zukunftsweisendsten Forschungsprojekte junger Wissenschaftler in diesem Bereich aus.

Durch Aneurysmascreening familiär vorbelastete Patienten schützen

Dank moderner bildgebender Verfahren entdecken Neuroradiologen heute immer häufiger lebensbedrohliche Aussackungen von Hirnarterien, sogenannte Hirnaneurysmen, bevor diese reißen und eine Hirnblutung verursachen. Bei der Mehrzahl der Patienten – rund 200 000 im Jahr – finden Ärzte das Aneurysma zufällig, etwa bei Abklärung anderer Erkrankungen mittels Computertomografie oder Magnetresonanzangiografie. Die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) rät allerdings davon ab, Patienten reihenweise zu untersuchen und zu behandeln. Denn Nutzen und Risiken eines Screenings und der anschließenden Behandlung des Aneurysmas müssten bei jedem Patienten individuell abgewogen werden, so die Experten. Da Hirnaneurysmen familiär gehäuft auftreten, kann für Verwandte von Betroffenen die vorsorgliche Untersuchung bei einem Neuroradiologen jedoch sinnvoll sein.

Ausmaß eines hypoxischen Hirnschadens kann mittels Kältetherapie verringert werden

Tausende Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen sogenannten hypoxischen Hirnschaden durch einen Sauerstoffmangel des Gehirns – etwa nach einem Unfall, einer Vergiftung oder einem Herzstillstand. So beispielsweise auch der niederländische Prinz Friso von Oranien-Nassau, der seit einem Lawinenunglück im Februar 2012 im Koma liegt. Nur die wenigsten Betroffenen finden danach wieder in ihr altes Leben zurück. Die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) weist jedoch darauf hin, dass sich das Ausmaß der neurologischen Schäden verringern ließe, wenn Ärzte die Körpertemperatur des Patienten kontrolliert absenken.

25. Mai 2012

Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster untersucht die hausärztliche Versorgung von Schmerzpatienten

Hausärzte haben als erste Anlaufstelle eine zentrale Rolle bei der Schmerzversorgung. Im Rahmen der einzigartigen Versorgungsforschungsstudie „Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster“ wurden daher in Kooperation mit dem Hausärzteverbund Münster (HVM) 77 Hausärzte zum Schmerzmanagement befragt. Auf die Ergebnisse folgen nun Verbesserungen wie Qualifizierungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Hausärzteverbund und einer interdisziplinären Arbeitsgruppe.

Eindämmung eines seltenen multiresistenten Keims am Universitätsklinikum Leipzig

Das Universitätsklinikum Leipzig kämpft gegen den multiresistenten Keim KPC (Carbapenemase bildende Klebsiellen). Dieser Keim wurde vor zwei Jahren erstmals nach Übernahme eines in der Region lebenden Patienten aus einem griechischen Krankenhaus am UKL nachgewiesen. Dieser Patient ist bis heute wegen seiner Grunderkrankung am UKL in Behandlung. Der bisher in Nordeuropa wenig verbreitete KPC-Keim ist tendenziell in den letzten Jahren auf dem Vormarsch.

Rizinusöl wirkt über einen G-Protein-gekoppelten Rezeptor

Rizinusöl ist vor allem als effektives Abführmittel bekannt, wurde aber auch bereits in der Antike bei Schwangeren zur Förderung der Wehentätigkeit eingesetzt. Erst jetzt ist es Wissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung gelungen, die entscheidenden Details des Wirkmechanismus zu entschlüsseln. Verantwortlich ist demnach ein Rezeptor mit dem Namen EP3 auf den Muskelzellen des Darmes und der Gebärmutter. Dieser wird durch einen Bestandteil des Öls aktiviert.

Männer unter Stress sozialer?

Ein Forschungsteam unter der Leitung der Freiburger Psychologen und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Markus Heinrichs und Dr. Bernadette von Dawans hat in einer Studie untersucht, wie Männer in Stresssituationen reagieren – und mit den Ergebnissen eine fast 100 Jahre alte Lehrmeinung widerlegt. Dieser zufolge sollen Menschen und die meisten Tierarten bei Stress die „Kampf-oder-Flucht-Reaktion“ („fight-or-flight“) zeigen. Erst seit den späten 1990er Jahren vertreten einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die These, dass Frauen unter Stress alternativ nach dem „Tend-and-befriend-Konzept“ handeln, also mit einem beschützenden („tend“) und Freundschaft anbietenden („befriend“) Verhalten reagieren. Männern hingegen wird nach wie vor unterstellt, bei Stress aggressiv zu werden. Zu Unrecht, sagt von Dawans: „Offenbar zeigen auch Männer soziales Annäherungsverhalten als unmittelbare Konsequenz von Stress.“

Grübelnde Menschen haben höhere Aktivität in Hirnregionen, die für die Sprachproduktion zuständig sind

Grübeln kennt jeder: Die Gedanken kreisen um ein bestimmtes Thema, um ein Problem, doch man gelangt zu keiner Lösung. Solche Grübeleien kosten nicht nur Zeit, sie verderben einem häufig auch die Stimmung. Dr. Simone Kühn, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, ist der Frage nachgegangen, was im Kopf von Menschen vor sich geht, die besonders häufig zum Grübeln neigen.

24. Mai 2012

Kardiale Rehabilitation durch Bewegung

Sport statt Stents: Unter diesem Motto läuteten die Experten auf dem Satelliten-Symposium „Interventionelle Kardiologie durch Training überflüssig?“ am 11. Mai 2012 in Leipzig einen Paradigmenwechsel für die optimale Rehabilitation bei Koronarer Herzkrankheit ein. Körperliches Training mit optimaler medikamentöser Therapie ist ein wesentlicher Baustein zur Primär- und Sekundärprävention bei kardiovaskulären Erkrankungen. Schon nach vier Wochen Bewegungstherapie erhöht sich der koronare Durchfluss. Diese Effekte werden wesentlich durch Stickstoffmonoxid (NO) vermittelt, so das Fazit der Experten.

Beratergremium der US-amerikanischen FDA votiert gegen die Zulassung von Rivaroxaban zur Sekundärprävention nach akutem Koronarsyndrom

Das Beratergremium Cardiovascular and Renal Drugs Advisory Committee der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat sich gegen die Zulassung des oralen Gerinnungshemmers Rivaroxaban in einer Dosierung von zweimal täglich 2,5 mg in Kombination mit Standard-Plättchenaggregationshemmung zur Sekundärprävention nach einem akutem Koronarsyndrom (ACS) ausgesprochen.

Patient Blood Management und intravenöse Eisen-Applikation mit Ferric Carboxymaltose

Bluttransfusionen sind einerseits ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Notfallmedizin, sie stellen andererseits eine nicht-kausale Behandlungsform dar, die mit erheblichen gesundheitlichen Komplikationen verbunden und zudem kostenintensiv ist – so die Meinung der Experten auf dem Symposium „Tut Blut immer gut? Transfusionsreduktion durch effektives Patient Blood Management“, das im Rahmen des diesjährigen DAC am 6. Mai 2012 in Leipzig stattfand.

Gelockerte Hüftgelenksprothesen: Biologischer Knochenaufbau statt Metall und Zement

Durch die neue Methode des „Impaction Grafting“ können ausgetauschte Hüftgelenksprothesen statt durch Zement in echter Knochenmasse befestigt werden. Auf dem Europäischen Orthopädiekongress (EFORT) in Berlin forderten Experten die breite Anwendung dieses neuen Verfahrens, weil es vor allem jüngeren Patienten die Möglichkeit eines weiteren, schonenden Prothesentausches offenhält – im Gegensatz zu den komplikationsträchtigen bisher gängigen Verfahren.

Großes EHEC-Kollektiv untersucht – EHEC bleibt wichtiges Thema

Bereits in den ersten sechs Wochen des Jahres 2012 wurden dem Robert-Koch-Institut 121 Patienten gemeldet, die sich mit enterohämorrhagischen Escherichia-coli-Bakterien (EHEC) infiziert hatten. Somit bleibt die Betreuung von Patienten mit EHEC auch nach der Epidemie in Norddeutschland Mitte 2011 eine Herausforderung. Eine Studie in der DMW beschreibt mit 117 Patienten eines der bislang größten Kollektive mit überwiegend jungen und weiblichen Patienten mit EHEC.

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Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht

Eine Studie mit mehr als 218.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern zeigt: Nicht nur Obst, Gemüse und Nüsse sind herzgesund und verlängern das Leben, sondern auch nicht-verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte. Die konsumierte Menge raffinierter Kohlenhydrate sollte begrenzt werden. Diese Studienergebnisse dürfen allerdings nicht als Freibrief für exzessiven Konsum für Fleisch und fetten Käse gesehen werden, sondern als Plädoyer für eine ausgewogene Ernährung, sagen deutsche Kardiologen.

Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) vergibt Deutschen Preis für Patientensicherheit 2018

In deutschen Krankenhäusern sterben jährlich etwa 15 000 Patienten an Infektionen. Damit diese weitestgehend vermieden und Patienten schnellstmöglich behandelt werden können, ist ein gutes Infektions-management notwendig. Das Kompetenzzentrum „Mikrobiologie und Hygiene" der St. Franziskus-Stiftung Münster verfolgt dazu seit 2014 ein umfassendes interdisziplinäres Gesamtkonzept für mehr Patientensicherheit. Der Fokus liegt dabei auf der Infektionsvermeidung, dem Infektionsmanagement und sowie dem Schutz vor Keimübertragung. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) würdigte dieses und zwei weitere Projekte nun mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit 2018. Zudem wurde dieses Jahr erstmalig ein Sonderpreis vergeben. Die Preise wurden am 3. Mai 2018 in Berlin im Rahmen der 13. Jahrestagung des APS verliehen und sind mit insgesamt 19.500 Euro dotiert.