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Medizin

November 2012

Helmut-Bauer-Nachwuchspreis 2012: Ankermoleküle bestimmen Ort MS-typischer Schädigungen

Den mit 10.000 Euro dotierten Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose (MS)-Forschung 2012 hat die Universitätsmedizin Göttingen an den Neuroimmunologen Dr. Veit Rothhammer aus München vergeben. In ihrer Studie konnten Dr. Rothhammer und Kollegen am Tiermodell der Experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE) nachweisen, dass es von bestimmten Ankermolekülen (Integrinen) auf der Oberfläche krankheitsvermittelnder T-Zellen abhängt, wo genau im ZNS die MS-typischen Schädigungen entstehen.

IQWiG: Antidepressiva - Deutliche Unterschiede in der Kosten-Nutzen-Relation

Einige Medikamente zur Behandlung schwerer und mittelschwerer Depressionen haben im Verhältnis zu ihrem Nutzen deutlich höhere Preise als andere. Das zeigt die erste Kosten-Nutzen-Bewertung (KNB) der Wirkstoffe Venlafaxin, Duloxetin, Bupropion und Mirtazapin, deren vorläufige Ergebnisse das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am 19. November 2012 veröffentlicht hat. Der Vorbericht belegt auch, dass die vom IQWiG gewählte Methode der Effizienzgrenze geeignet ist, der Selbstverwaltung fundierte Informationen...

Neurodegeneration bei Multipler Sklerose: Ionenkanal TRPM4 hat zentrale Rolle

Die Arbeit des UKE-Wissenschaftlers Dr. Manuel Friese könnte die Erforschung und Behandlungsansätze von Multipler Sklerose (MS) verändern. Bei dieser chronischen Entzündung des Nervensystems degenerieren bislang unaufhaltsam Nervenzellen und deren Fortsätze. Jetzt beschreibt Dr. Manuel Friese in NATURE MEDICINE einen bisher unbekannten Kommunikationsweg von Nervenzellen und die Blockade desselben. „Wir konnten erstmals zeigen, dass beim Untergang von Nervenzellen im Rahmen von chronischen Entzündungen des Nervensystems wie MS ein spezielles...

Inhalatives Mannitol verbessert die Lungenfunktion bei Mukoviszidose-Patienten mit chronischen Atemwegsinfektionen

Eine neue Studienanalyse hat gezeigt, dass Bronchitol® (inhalatives Mannitol) die Lungenfunktion von Mukoviszidose-Patienten mit chronischer Atemwegsinfektion, verursacht durch Pseudomonas aeruginosa (PA), verbessert (1). Die Daten, die auf der North American Cystic Fibrosis Conference (NACFC) in Orlando, Florida (USA) Mitte Oktober vorgestellt wurden, bestätigten die Wirksamkeit von inhalativem Mannitol, die zuvor bereits in zwei pivotalen klinischen Phase-III-Studien (2,3) mit Mukoviszidose-Patienten erhoben wurde. Inhalatives Mannitol ist ein neues, ...

Behandlungsqualität im Krankenhaus bei Nebendiagnose Diabetes sichern

Die Diagnose Diabetes wird bei sechs Millionen Menschen in Deutschland zur „Nebendiagnose“, wenn sie wegen einer anderen Erkrankung ins Krankenhaus kommen. Das sind 20-30% aller stationären Fälle, also etwa 2,1 Millionen Patienten pro Jahr, die sich in einer Klinik behandeln lassen müssen. Häufig kommt es gerade bei ihnen zu Komplikationen oder verlängerten Krankenhausaufenthalten wegen einer ungenügenden Blutzuckerstoffwechseleinstellung. Das neue  Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)“ soll helfen,...

Gleiches Gen macht Hydra unsterblich und Menschen älter

Warum altern wir? Wann sterben wir und wieso? Gibt es ein Leben ohne Altern? Schon seit Jahrhunderten faszinieren diese Fragen die Wissenschaft. Jetzt haben Forscherinnen und Forscher aus Kiel untersucht, warum das Nesseltier Hydra unsterblich ist und stießen unerwartet auf einen Zusammenhang mit dem menschlichen Altern. Die Studie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) erscheint im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS)....

Europäischer Antibiotikatag: Sorgsamer Umgang mit Antibiotika gefordert

Mit dem Ziel, Ärzte und die Öffentlichkeit für einen sorgsamen Umgang mit Antibiotika zu sensibilisieren, findet am 18. November der Europäische Antibiotikatag statt. Durch zu häufigen oder unsachgemäßen Gebrauch von Antibiotika haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Resistenzen entwickelt. „Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Antibiotika für uns lebensnotwendig sind“, sagt Privatdozent Lutz von Müller vom Konsiliarlaboratorium für Clostridium difficile am Institut...

Zusammenhang zwischen Darmbakterien, Diabetes und Fettleibigkeit endeckt

Prof. Dr. Stefan R. Bornstein, Dresden, hat erforscht, wie sich die Darmflora bei Menschen nach Magen-Bypass-Operationen verändert. Die Patienten litten an Diabetes Typ 2 sowie krankhafter Fettleibigkeit. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass drei Monate nach der Operation Bakterienarten fehlen, während andere hinzugekommen sind. Dies bewirkt einen für den Gesamtorganismus deutlich verbesserten Stoffwechsel. Doch die Veränderung birgt langfristig möglicherweise neue Risiken.

Evolutionsbiologie: Rätsel um ursprüngliche Aufgabe der Toll-Rezeptoren gelöst

Das Rätsel um die ursprüngliche Aufgabe der Toll-Rezeptoren ist gelöst. Ein Forschungsteam der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) berichtet in der neuesten Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS), dass die Toll-Rezeptoren im Verlauf der Evolution zuerst der Erkennung von Krankheitserregern und der Kontrolle der Besiedelung mit gutartigen Mikroben dienten und erfüllten damit eine immunbiologische Aufgabe. Die Ergebnisse sind auch bedeutsam für die Humanmedizin.

RLX030 reduziert Todesfälle bei Patienten mit akuter Herzinsuffizienz

Die Phase-III-Ergebnisse der sechsmonatigen RELAX-AHF-Studie beweisen, dass das Prüfpräparat RLX030 bei Patienten mit akuter Herzinsuffizienz (AHI) und normalem bis erhöhtem Blutdruck (systolisch > 125 mmHg) die Gesamtmortalität senkt (1). In der Studie wurde die Anzahl der Todesfälle bei Patienten mit dieser Erkrankung reduziert, welche eine höhere Mortalitätsrate als die meisten anderen kardiovaskulären Erkrankungen aufweist (2).

Schlaganfalltherapie mit modernen Kathetern senkt Sterberate deutlich

Spezielle Hirnkatheter entfernen Blutgerinnsel aus Hirnarterien mechanisch: Blutgerinnsel, die durch die Verstopfung eines Hirngefäßes einen Schlaganfall auslösen, können mithilfe einer intravenösen Thrombolyse aufgelöst werden. Wenn die Gerinnsel allerdings sehr groß sind, ist diese Behandlung oft nicht erfolgreich. Hier kommen seit einigen Jahren Spezialkatheter zum Einsatz, mit deren Hilfe die Blutgerinnsel entfernt werden. Wie aktuelle Studien zeigen, hat eine neue Generation dieser Thrombektomieysteme („Clot Retriever“) die ...

PatientenLeitlinie zu Nierenerkrankungen bei Diabetes veröffentlicht

Im Internetangebot des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien finden Interessierte ab heute eine ausführliche Information zum Thema "Nierenerkrankungen bei Diabetes" zum kostenlosen Download. Diese neue PatientenLeitlinie vermittelt in verständlicher Form, wie Menschen mit Diabetes ihre Nieren schützen können, wie Nierenschäden erkannt werden und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Außerdem erhalten Diabetespatienten Hinweise auf Beratungsstellen und weitere Informationsquellen.

Individuelles HIV-Portal jetzt online

Seit fast 30 Jahren ist HIV bekannt. Dank des medizinischen Fortschritts hat sich die HIV-Infektion inzwischen zu einer chronischen Erkrankung entwickelt. Deshalb - und weil auch Menschen, die über einen längeren Zeitraum mit HIV leben, immer wieder Fragen zum Umgang mit der Erkrankung haben - sind Information und Aufklärung nach wie vor unerlässlich. Die heute verfügbaren Informationen sind beinahe unendlich. Doch jeder Einzelne, ob infiziert oder nur interessiert, hat seine ganz spezifischen Fragen. Die Antworten darauf liefert nun das erste individuelle...

Angeborene Immunabwehr gegenüber bakterieller Lungenentzündung

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben einen Mechanismus entdeckt, mit dem sich der Körper gegen bakterielle Lungenentzündungen wehrt. Die Wissenschaftler der Abteilung für Experimentelle Pneumologie unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich A. Maus veröffentlichten ihre Erkenntnisse über diesen Mechanismus der angeborenen Immunabwehr in der aktuellen Ausgabe des renommierten Journal of Experimental Medicine.

Chronische Müdigkeit: Eisencarboxymaltose verbessert den Leistungsmangel und die Lebensqualität

Chronische Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen gehören zu den am häufigsten genannten Beschwerden in der gynäkologischen Praxis. Nicht selten verbirgt sich ein Eisenmangel hinter diesen Symptomen - selbst dann, wenn die Hämoglobinwerte noch im Normalbereich liegen. Frauen im geburtsfähigen Alter, Schwangere und Krebspatientinnen entwickeln besonders häufig einen Eisenmangel oder eine Eisenmangelanämie. In diesen Fällen sollte der Eisenstatus anhand des Serum-Ferritin-Wertes überprüft werden.

Leberversagen bei Sepsis: Signalwege und Frühanzeichen

Bei einer Sepsis, einer überbordenden, den ganzen Körper erfassenden Immunreaktion auf eine Infektion, wird häufig und früher als bisher bekannt die Leberfunktion gestört. Wissenschaftler aus Jena konnten jetzt gemeinsam mit Kollegen aus London und Wien zeigen, dass dabei das Signalprotein PI3Kgamma den gesamten Leberstoffwechsel beeinflusst. Die Veränderungen des Gallensäurespektrums im Plasma sind weit eher nachzuweisen als Änderungen des standardmäßig erfassten Bilirubinspiegels und lassen auf die Schwere der Erkrankung...

Welt-Diabetes-Tag 14. November: Diabetes-Therapie zugleich wichtige Demenz-Vorbeugung

Zum Welt-Diabetes-Tag am Mittwoch, 14. November, macht die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) auf den Zusammenhang zwischen Diabetes und Alzheimer aufmerksam. „Alzheimer wird von Forschern auch ‚Typ 3-Diabetes’ genannt. Die Bezeichnung soll auf die Verbindung von Insulinstoffwechsel und kognitiver Leistungsfähigkeit hinweisen“, schreibt die AFI in ihrer kostenlosen Broschüre „Diabetes und Alzheimer: Risiken kennen und meiden“. Die Alzheimer-Krankheit ist durch einen niedrigen Insulinspiegel im Blut und eine...

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Sommerliche Hitze mit sehr hohen Temperaturen über 30 Grad Celsius kann zur Herausforderung besonders für ältere Menschen und diejenigen werden, die bereits wegen Herz- oder Blutdruckproblemen in Behandlung sind. Mögliche Folgen der hohen Temperaturen sind Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps, außerdem Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe. „Diesen Folgen können Betroffene vorbeugen, indem sie mit ihrem behandelnden Arzt Vorsichtsmaßnahmen besprechen, die je nach Herzerkrankung...