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Medizin

Oktober 2012

Rote-Hand-Brief: Lieferunterbrechung bei Fenoterolhydrobromid

Boehringer Ingelheim hat einen Rote-Hand-Brief zur gegenwärtigen Lieferunterbrechung von Partusisten® intrapartal (Wirkstoff Fenoterolhydrobromid) versendet. Zwei Chargen des Medikaments entsprachen nicht den Qualitätsstandards von Boehringer Ingelheim und konnten daher nicht ausgeliefert werden. Das Präparat wird als Notfallwehenhemmer während der Geburt angewendet. Boehringer Ingelheim bedauert diese Situation sehr und arbeitet an der schnellstmöglichen Wiederherstellung der Lieferfähigkeit. Die nächste Lieferung wird Anfang ...

Schmerztherapie optimieren: Sektorenübergreifende Versorgung am Beispiel Münster

Nicht behandelte Schmerzen können chronifizieren. "Die durch chronische Schmerzen anfallenden direkten und indirekten Kosten werden für Deutschland auf jährlich 20,5-28,7 Milliarden Euro geschätzt", so Univ.-Prof. Jürgen Osterbrink, Salzburg (1). Das Versorgungsforschungsprojekt "Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster" untersucht seit 2010 verschiedene Münsteraner Einrichtungen wie Krankenhäuser, Hospize und Hausarztpraxen, um deren Schmerzmanagement gemäß Leitlinien zu optimieren.

Neuropathischer Schmerz: Der auslösende Mechanismus sollte die Therapie bestimmen

In der Behandlung neuropathischer Schmerzen vollzieht sich derzeit allem Anschein nach ein grundlegender Wandel: Orientierte sich die Therapie bisher ausschließlich an der die Beschwerden verursachenden Grunderkrankung, ist jetzt die exakte Phänotypisierung der Schmerzpatienten gefragt. Dadurch wird es ermöglicht, die individuellen Auslösemechanismen zu erkennen, die den neuropathischen Schmerz hervorrufen. Sollte sich dieses neue Konzept auf breiter Basis durchsetzen, wäre künftig den Patienten eine personalisierte Schmerzmedizin anzubieten.

Clostridium difficile: Zellgift am Eindringen hindern

Mit dem PHOENIX Pharmazie Wissenschaftspreis prämiert die PHOENIX group, ein führender Pharmahändler in Europa, alljährlich herausragende Forschungsarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum. Der mit jeweils 10.000 Euro dotierte Preis wird in vier Fachgebieten vergeben. Er zählt zu den renommiertesten und höchstdotierten deutschen Wissenschaftspreisen. In diesem Jahr erhält die Forschungsgruppe um den Pharmakologen Prof. Dr. Dr. Klaus Aktories, Direktor der Abteilung I des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie...

Secukinumab reduziert bei Patienten mit schwer behandelbarer mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis Anzeichen und Symptome signifikant

Novartis kündigte neue Phase-II-Daten an, die zeigen, dass AIN457(Secukinumab) mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis an Händen, Füßen und Nägeln im Vergleich zu Placebo signifikant verbessern kann, wenn es während der ersten 12 Wochen in Woche 0, 1, 2, und 4 angewendet wird (1,2). Zusätzliche Auswertungen von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zeigten außerdem, dass AIN457 bis zur zwölften Woche in der Studie die Lebensqualität verbessern kann (3).

Herzgewebe aus pluripotenten Stammzellen

Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist es erstmals gelungen, aus Stammzellen funktionelles menschliches Herzmuskelgewebe zu züchten. Die Forscher um Professor Dr. Ulrich Martin, Leiter der Leibniz Forschungslaboratorien für Biotechnologie und künstliche Organe (LEBAO), MHH-Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, verwendeten die vom Nobelpreisträger Yamanaka entwickelte Technologie der induziert pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). Diese aus Haut- oder anderen Körperzellen abstammenden iPS-Zellen sind...

Neuer Ansatz für HIV-Impfstoff-Entwicklung

Für die Suche nach einem Impfstoff gegen das HI-Virus erhalten Forscher um Prof. Dr. Klaus Überla von der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität in den nächsten drei Jahren 2,3 Millionen Dollar Fördermittel von der Bill & Mellinda Gates Foundation. „Das Projekt beruht auf unserer Beobachtung, dass bestimmte Immunantworten das Risiko für eine HIV-Infektion zu erhöhen scheinen“, sagt Prof. Überla. „Diese Art von schädlicher Immunantwort wollen wir vermeiden, aber trotzdem schützende Antikörper...

Analgetikum gegen nozizeptive wie neuropathische Rückenschmerzen

Der chronische Rückenschmerz ist nach wie vor ein Problemfeld der Algesiologie und verlangt permanent nach therapeutischen Innovationen, und zwar vor allem im Bereich zentral wirksamer Analgetika. Zu dieser Kategorie zählt das seit August 2010 in  Deutschland zugelassene Tapentadol, das in retardierter Formulierung (Palexia® retard) die Therapie starker chronischer Schmerzen bereichert. Das Analgetikum besitzt einen synergistischen Wirkmechanismus und lindert daher nicht nur die nozizeptive, sondern auch die neuropathische Komponente chronischer...

Hyperphosphatämie: Kombinationspräparat aus Calciumacetat und Magnesiumcarbonat effektiv und kosteneffizient

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (CKD; Chronic kidney disease) haben eine hohe Mortalität, die vor allem durch die Hyperphosphatämie bedingt ist: Steigt das Serum-Phosphat auf 7 mg/dl (Normwert: 2,5-4,5 mg/dl), erhöht sich die Mortalität bei Dialyse-Patienten um 41% (1). Auch bei (noch) nicht dialysepflichtigen CKD-Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate <20 ml/min erhöhte sich in der Studie von Voormolen et al. das Mortalitätsrisiko mit jedem Phosphat-Anstieg von 1 mg/dl jeweils um den Faktor 1,62 (2). Der Phosphat-Spiegel...

Nesselsucht von Weihnachtsgebäck - Allergie oder Histamin-Intoleranz?

Histamin ist ein Hormon, das unser Körper selbst bildet, aber auch Lebensmittel, wie Fisch, Käse, Wurst, Hefeextrakt, Wein und Bier sowie einige Obst- und Gemüsesorten enthalten Histamin. Verfügt der Körper über zu wenig des Enzyms Diaminoxidase (DAO), kann er das selbst hergestellte sowie das mit der Nahrung aufgenommene Histamin nicht ausreichend abbauen. Es kommt zu einer pseudoallergischen Reaktion, bei der das Histamin allergieähnliche Beschwerden verursacht. "Nahrungsmittelallergien und eine Histamin-Intoleranz machen sich oft durch die...

Herzpatienten mit Nierenproblemen haben schlechte Aussichten

Herzschwäche-Patienten, die darüber hinaus auch an einer Niereninsuffizienz leiden, haben eine deutlich schlechtere Krankheitsprognose als ihre Leidensgenossen mit funktionstüchtigen Nieren. Das zeigen an sieben deutschen Kliniken ausgewerteten Daten des "EVITA-HF-Registers", die auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und der Jahrestagung der Arbeitsgruppe Rhythmologie in Hamburg präsentiert wurden.

Ernährung: Histamin-Unverträglichkeit vorbeugen

Wissenschaftler der JGU und des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinpfalz in Neustadt entwickeln in einem Kooperationsprojekt Maßnahmen, um Gesundheitsproblemen durch biogene Amine im Wein zuvorzukommen. Biogene Amine können eine der Ursachen für unerwünschte gesundheitliche Symptome wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Atemnot, Blutdruckabfall bis hin zu Bewusstlosigkeit und Herzrhythmusstörungen sein. Insbesondere Histamin, der bekannteste Vertreter dieser Gruppe, kann zu ernsten körperlichen Beschwerden führen.

Blut-Immunzellen kompensieren Ausfall analoger Abwehrzellen im Gehirn

Immunzellen aus dem Blutstrom können den Ausfall analoger Abwehrzellen im Gehirn kompensieren. Dies hat ein Forscherteam des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Tübinger Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung festgestellt. Die Ergebnisse der Laborstudie könnten den Weg für neue Therapien gegen Erkrankungen des Nervensystems weisen. Die Wissenschaftler berichten darüber im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States America“ (PNAS). Eine Armada an Zellen...

Cassia-Zimt mit hohen Cumaringehalten nur maßvoll verzehren

Cumarin ist ein Aromastoff, der in höheren Konzentrationen in Zimtsorten vorkommt, die unter dem Begriff Cassia-Zimt zusammengefasst werden. Aus der arzneilichen Anwendung von Cumarin ist bekannt, dass bereits relativ niedrige Dosierungen bei empfindlichen Personen Leberschäden verursachen können. Der Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmedosis wurde auf Basis der Reinsubstanz, d.h. von isoliertem Cumarin, ermittelt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat durch Untersuchungen zur Bioverfügbarkeit von Cumarin beim Menschen ...

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