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Medizin

Juni 2012

800.000 Euro für Lübecker Forschungen zu induzierten pluripotenten Stammzellen

Lübecker Forschungen zur Neurogenetik werden im Rahmen eines europaweiten Forschungsprogramms mit etwa 800.000 Euro gefördert. Insgesamt wurden für das Verbundprojekt der EU zu induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen), an dem 113 Partner beteiligt sind, 52 Millionen Euro für fünf Jahre bewilligt. Die Universität Lübeck ist mit der Sektion Klinische und Molekulare Neurogenetik an der Klinik für Neurologie vertreten (Leiterin Prof. Dr. med. Christine Klein). Leiter der Lübecker iPS-Arbeitsgruppe ist Dr. Philip Seibler.

Wissenschaftler identifizieren Auslöser des Nävus sebaceus

Beim Nävus sebaceus, dem Talgdrüsen-Nävus, handelt es sich um eine vergleichsweise häufige, angeborene Fehlbildung der Haut, die aus überschüssigen Talgdrüsen besteht. Sie tritt bei etwa einem von 1000 Neugeborenen auf. Die Hautveränderung ist meist mehrere Zentimeter groß, weist eine gelbliche Farbe auf und bleibt haarlos. Sie ist vor allem im Bereich des behaarten Kopfes und des Gesichts zu finden. Die Fehlbildung ist in der Regel bereits bei Geburt vorhanden und prinzipiell gutartig. In der Pubertät kommt es jedoch häufig,...

Schlafkrankheit: Kanonenfutter für die Fresszellen

Die tödliche Afrikanische Schlafkrankheit wird von einzelligen Trypanosomen verursacht. Eine neue Studie zeigt, dass sich diese Parasiten opfern, um die Wirtsinfektion zu starten. Im tropischen Afrika werden Trypanosomen von blutsaugenden Tsetsefliegen übertragen und verursachen die Schlafkrankheit. Für diese vernachlässigte Tropenerkrankung gibt es keine Impfung und nur wenige Medikamente mit schweren Nebenwirkungen. Der Körperabwehr sind die einzelligen Erreger immer eine Nasenlänge voraus, weil sie ihre Antigene - eine Art molekulare...

Molekulare Biomarker zur Risikoabschätzung zukünftiger Erkrankungen

Der medizinische Fortschritt ermöglicht die Erfassung von immer mehr und aussagekräftigeren Daten des menschlichen Körpers. Einerseits eröffnen sich damit völlig neue Wege in der Vorsorge, Diagnostik und Therapie, die immer öfter unter dem übergeordneten Begriff der „Individualisierten Medizin“ zusammengefasst werden. Andererseits stellt die individuelle „Informationsflut“ gesundheitsbezogener Daten die Wissenschaftler vor ganz neue Herausforderungen.

Östrogen aus Trinkwasser entfernen

Ein biologischer Filter, der Östrogene aus Abwasser und Trinkwasser entfernt: Das Ziel der 15 Bielefelder Studierenden, die mit diesem Projekt am „international Genetically Engineered Machine competition“ (iGEM) des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, USA, teilnehmen, ist hoch gesteckt. Für den rapide wachsenden internationalen Wettbewerb in synthetischer Biologie werben sie mehrere 10.000 Euro von international tätigen Unternehmen und Verbänden der Biotechnologie und Chemiebranche ein, um die Kosten des Wettbewerbs zu decken. Seit Mai...

Hördefekt: Protein beeinflusst die Frequenzwahrnehmung

Ein neu identifiziertes Protein bringt Schwung ins Gehör. Fehlt das Molekül, entsteht ein Hörschaden, bei dem die wahrnehmbaren Schallfrequenzen gekappt sind. Möglicherweise eröffnet diese Entdeckung neue therapeutische Ansätze. Menschen und Säuger haben ein hoch sensibles Gehör, das sich im Lauf der Evolution zu einem komplexen Organ entwickelte. Insbesondere können verschiedene Frequenzen und Frequenzunterschiede sehr gut erkannt werden – besser als bei allen anderen Wirbeltieren. Eine maßgebliche Rolle spielt dabei die...

Sanofi gibt die Ergebnisse aus ORIGIN bekannt, der weltweit längsten und größten randomisierten klinischen Studie zu Prädiabetes und Typ-2-Diabetes in frühem Stadium

Sanofi hat die  Ergebnisse der prospektiven Landmark-Studie ORIGIN bekannt gegeben, die keine statistisch signifikante positive oder negative Wirkung auf kardiovaskuläre Ereignisse für Insulin glargin (Lantus®) im Vergleich zur Standard-Therapie über den gesamten Studienzeitraum zeigen. Außerdem zeigte sich, dass Insulin glargin das Fortschreiten der Erkrankung vom Prädiabetes zu Diabetes verlangsamt und es keinen Zusammenhang zwischen der Gabe von Insulin glargin und einer erhöhten Inzidenz auf Krebserkrankungen gibt. Diese Daten...

SCarlet RoAD Studie: Gantenerumab bei Alzheimer Erkrankung

Gantenerumab (RO4909832) ist ein neues, in der Entwicklung befindliches Medikament, das derzeit in der klinischen Prüfung getestet wird. Der monoklonale Antikörper wurde entwickelt, um Amyloidplaques im Gehirn zu binden und deren Beseitigung zu bewirken. Ziel ist es, das Fortschreiten von Gedächtniseinbußen bei Patienten im Frühstadium (prodromal) der Alzheimer Erkrankung aufzuhalten bzw. zu verzögern. Erste Daten bestätigen diesen Ansatz als sehr vielversprechend. Wie eine abgeschlossene klinische Studie der Phase I belegt, kann die Gabe von ...

Empfehlung des CHMP zur Zulassungserweiterung: Strontiumranelat für Männer mit Osteoporose-bedingtem Frakturrisiko

Auch Männer können bald von der hohen Effektivität und dem langanhaltenden Frakturschutz von Strontiumranelat (PROTELOS®) profitieren. Denn am 24. Mai 2012 hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA eine weitreichende Zulassungserweiterung für PROTELOS® empfohlen (1): Zusätzlich zur Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen kann das Präparat künftig auch zur Osteoporosetherapie von Männern mit erhöhtem Frakturrisiko eingesetzt werden.

Positive Wirkung auf die neurologische Progression – G-BA sieht Zusatznutzen für Tafamidis als belegt an

Der Beschluss des G-BA vom 7. Juni 2012 über das Ausmaß des Zusatznutzens des Orphan Drug Medikaments Vyndaqel® (Tafamidis) sieht einen geringen Zusatznutzen als belegt an. Die Bewertung beruht auf dem in den Zulassungsstudien ermittelten Effekt auf die neurologische Beeinträchtigung bei Transthyretin-assoziierter familiärer Amyloid-Polyneuropathie. Bereits im März dieses Jahres hat der G-BA entschieden, Orphan-Drug-Medikamente künftig unter formaljuristischen Aspekten zu bewerten und die Vergleichstherapie der Zulassungsstudien als...

Erste Head-to-Head-Studie zeigt vergleichbare Wirksamkeit von Abatacept und Adalimumab bei Patienten mit mäßiger bis schwerer rheumatoider Arthritis

Bristol-Myers Squibb gab jetzt die Ergebnisse aus der AMPLE-Studie (Abatacept versus Adalimumab Comparison in Biologic- Naïve rheumatoid arthritis (RA) Subjects With Background Methotrexate) im Rahmen des Europäischen Jahreskongresses für Rheumatologie der European League Against Rheumatism (EULAR) in Berlin bekannt. AMPLE ist eine klinische Head-to-Head-Studie mit 646 Patienten zum Vergleich der subkutan (s. c.) verabreichten Form von Abatacept (Orencia®) mit Adalimumab (Humira®), beide jeweils ergänzend zu einer Methotrexat...

Nicht-invasive Hautkrebs-Diagnostik: Konfokale Laserscanmikroskopie hat festen Stellenwert in Klinik und Praxis

„Nach zahlreichen Studien zur klinischen Eignung ist die konfokale Laserscanmikroskopie (KLSM) im Bereich der Hautkrebs-Diagnostik vom Forschungsgegenstand zur wertvollen Technik in der täglich klinischen Praxis aufgestiegen.“ Zu dieser Einschätzung kommt Dr. Martina Ulrich, Charité Berlin, in einer aktuellen Veröffentlichung (1). Die KLSM ermöglicht in der Diagnostik des malignen Melanoms und nicht-melanotischer Hautkrebsformen eine nicht-invasive Beurteilung der Haut auf zellulärer und subzellulärer Ebene in Echtzeit. So lassen sich...

Trauer kann Entzündungen hervorrufen/ Genvariante schützt manche Menschen

Nach dem Tod des Partners erkranken die Witwe oder der Witwer häufig, manche sterben sogar. Einige Hinterbliebene bleiben jedoch von diesem so genannten „widow hood Effekt“ verschont. Ein Wissenschaftlerteam hat nun nachgewiesen, dass der Verteilung des Phänomens eine Genveränderung bei den Trauernden zu Grunde liegen könnte. Erstautor der im Fachjournal „Brain, Behavior and Immunity“ veröffentlichten Studie ist Christian Schultze-Florey, Medizinstudent der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Zur Forschergruppe gehören...

FDA bestätigt Überlegenheit von Dabigatranetexilat 150 mg vs. Warfarin bei der Prävention sowohl ischämischer als auch hämorrhagischer Schlaganfälle

Boehringer Ingelheim hat in Abstimmung mit der Food and Drug Administration (FDA, US-Behörde für Arzneimittelzulassung) die US-amerikanische Gebrauchsinformation von Dabigatranetexilat aktualisiert. Das US-Label bestätigt jetzt die überlegene Prävention von ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfällen durch Pradaxa® 150 mg zweimal täglich im Vergleich zu Warfarin (1).

Kognitive Störungen zur Früherkennung von Psychosen

Bei der Früherkennung von schizophrenen Erkrankungen könnten Störungen von Konzentration und Gedächtnis eine größere Rolle spielen als vermutet. Dies berichtet ein internationales Forschungsteam, das diese sogenannten kognitiven Störungen unter Leitung der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel erstmals in einer Metaanalyse mit über 2000 Hochrisikopatienten und Gesunden untersucht hat. Die Studie wird in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Archives of General Psychiatry der American Medical Association veröffentlicht.

Schwangerschaft bei Elefanten: Hilfsgelbkörper erhalten die lange Trächtigkeitsperiode

Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) haben herausgefunden, wie die längste Schwangerschaft der Welt bei Elefanten gesteuert und reguliert wird und berichten darüber in den „Proceedings of the Royal Society B“. Die Embryonal- und Fetalentwicklung der grauen Riesen dauert bis zu 680 Tage. Die Trächtigkeitsdauer ist somit länger als bei jedem anderen Säugetier. Elefanten gebären nur ein Jungtier. Ein neugeborenes Kalb wiegt im Verhältnis zur Mutter, die rund drei Tonnen auf die Waage bringt, gerade ...

NOXXON startet Phase IIa Studie mit Anti-CCL2/MCP-1 Spiegelmer NOX-E36 zur Behandlung der diabetischen Nephropathie

NOXXON Pharma AG gab heute die Behandlung des ersten Patienten in einer Phase IIa-Studie mit dem Anti-CCL2/MCP-1 (C-C Chemokin Ligand 2 bzw. Monocyte Chemoattractant Protein-1) Spiegelmer NOX-E36 zur Behandlung von Patienten mit diabetischer Nephropathie bekannt. Etwa ein Drittel aller Patienten mit Diabetes mellitus entwickelt eine diabetische Nephropathie. Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung, die eine der Hauptursachen für das terminale Nierenversagen und die damit verbundene Dialysepflichtigkeit ist. Die Rekrutierung von Immunzellen durch das Chemokin...

Hypertonie: Indikationserweiterung für Sevikar HCT vereinfacht Therapiemanagement

15–20% der Patienten mit Hypertonie benötigen mehr als zwei verschiedene Antihypertensiva, um ihren Blutdruck auf die empfohlenen Zielwerte zu senken (1). Das Antihypertensivum Sevikar HCT® ist nun explizit für diejenigen Hypertoniker zugelassen, deren Blutdruck mit der Fixkombination Olmesartan/Amlodipin nicht ausreichend kontrolliert werden kann, wie Daiichi Sankyo Deutschland heute bekanntgab. Durch die Indikationserweiterung für Sevikar HCT® ist es nun möglich, diese Patienten sofort auf eine fixe Dreifachkombination...

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