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Medizin

Juli 2012

Autoantikörper schädigen Blutgefäße im Gehirn - Wichtig für Entstehung von Alzheimer und Demenz

Eine Gruppe bestimmter Abwehrstoffe des Immunssystems kann Blutgefäße im Gehirn schädigen. Das haben Dipl.-Ing. Marion Bimmler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Dr. Peter Karczewski von der Biotechfirma E.R.D.E.-AAK-Diagnostik GmbH jetzt in Untersuchungen von Ratten nachgewiesen. Die Erkenntnisse sind vor allem für die Entstehung und das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit von Bedeutung sowie bei Demenzen, die auf Durchblutungsstörungen im Gehirn zurückgehen.

COPD: Schweres Emphysem mit minimal-invasiver OP behandeln

Die chronisch-obstruktive Bronchitis gehört zu den häufigsten Lungenerkrankungen. Bei besonders schweren Formen dieser Krankheit, die oft nach langjährigem Rauchen entsteht, helfen Medikamente kaum noch. An der Universitätsmedizin Rostock wurde nun eine neue Behandlungsmöglichkeit etabliert. „Früher konnten durch Überblähung zerstörte Lungenabschnitte, so genannte Emphyseme, nur mit einer risikoreichen großen Operation entfernt werden“, so Professor Dr. Johann C. Virchow, Direktor der Abteilung für Pneumologie an...

Alzheimer: Neue Wirkstoffe gesucht

Das Design, die Synthese und die pharmakologische und biologische Testung neuartiger Wirkstoffmoleküle zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit: Damit befasst sich Michael Decker, neuer Professor für Pharmazeutische und Medizinische Chemie an der Universität Würzburg. Millionen vor allem älterer Menschen leiden an drastischen Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit, an so genannten Demenz-Erkrankungen. Dazu gehört auch die Alzheimer-Krankheit. Sie beginnt mit der Ablagerung von Protein-Bruchstücken im Gehirn, später sterben...

Behandlungsmöglichkeiten einer Graft-versus-Host-Disease verbessern

Stammzellspenden haben bisweilen gefürchtete Nebenwirkungen. Warum das so ist und wie sich die dafür verantwortlichen Mechanismen zum Vorteil der Patienten nutzen lassen, erforschen Wissenschaftler der Universität Würzburg in einem neuen Forschungsprojekt. Für Patienten, die an einer Leukämie erkrankt sind, ist eine Stammzellspende häufig die letzte Rettung. Weil ihr eigenes Immunsystem Amok läuft, wird es durch Bestrahlung und Chemotherapie zerstört. Aus den Spenderzellen entwickelt sich im Normalfall ein neues, funktionstüchtiges...

Neurodegenerative Krankheiten: SERF-Protein-Wirkung als Schlüsselmechanismus

Einen Schlüsselmechanismus bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer haben WissenschafterInnen der Karl-Franzens-Universität Graz identifiziert. Sie konnten erstmals im Detail beobachten, wie eine Wechselwirkung mit einem Protein namens SERF zum krankhaften Zusammenklumpen bestimmter Proteine führt, die dadurch ihre Aufgaben in der Zelle nicht mehr korrekt erfüllen können. Damit ist die Forschung der Entwicklung von Therapien einen Schritt näher gekommen.

Plaque-Psoriasis: TNF-alfa-Inhibitoren zeigen Unterschiede im Immunogenitätsprofil

Biologika haben die Therapie der Plaque-Psoriasis (PsO) in einem erheblichen Maß bereichert. Innerhalb der Gruppe der TNF-alfa-Inhibitoren gibt es jedoch Unterschiede hinsichtlich des immunogenen Profils. Dies wird auch in den S3- Leitlinien, die die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) im vergangenen Jahr aktualisiert hat, thematisiert und für die einzelnen TNF-alfa-Antagonisten das mögliche Auftreten von neutralisierenden Anti-Drug-Antikörpern aufgezeigt. Während die meisten TNF-alfa-Inhibitoren auf monoklonalen Antikörpern basieren, ist Etanercept...

STARTMRK: Raltegravir als initiale HIV-Therapie auch nach fünf Jahren wirksamer als Efavirenz

Eine vorab geplante explorative Auswertung der doppelblinden Studie STARTMRK zeigte, dass eine initiale Therapie basierend auf dem Integrasehemmer Raltegravir (ISENTRESS®) bei therapienaiven erwachsenen HIV-Patienten nach 240 Wochen einer initialen Standardtherapie mit dem nicht nukleosidalen Reverse-Transkriptasehemmer (NNRTI) Efavirenz virologisch und immunologisch überlegen war. Zu allen vorab definierten Auswertungszeitpunkten traten unter dem Raltegravir-Regime weniger Nebenwirkungen auf als unter dem Efavirenz-Regime. Die aktuelle Analyse zeigte, dass die...

HERO-Studie: Neue Erkenntnisse zu psychosozialen Aspekten der Hämophilie

Obwohl psychosoziale Aspekte für Menschen mit Hämophilie grundlegend wichtig sind, ist über deren Auswirkungen bislang nur wenig bekannt. Die von Novo Nordisk unterstützte Initiative HERO (Haemophilia Experiences, Results and Opportunities) hat zum Ziel, bisher nicht erforschte psychosoziale Bedürfnisse von Hämophilie-Patienten und deren Angehörigen zu erfassen und deren Versorgung langfristig zu verbessern. Anlässlich des Kongresses der World Federation of Hemophilia (WFH) wurden erstmals Ergebnisse einer quantitativen Befragung...

Wnt-Hemmstoffe als Krebsmedikament - ein zweischneidiges Schwert?

Zwei Forscher der Mainzer Hautklinik hinterfragen, ob Medikamente, die für die Krebsbehandlung vorgesehen sind, nicht sogar mehr Schaden als Nutzen anrichten. Konkret prüfen Dr. Carmen Loquai und Dr. Matthias Bros, inwieweit Hemmstoffe, die darauf ausgerichtet sind, den Wnt-Signalweg zu unterbinden und damit das Wachstum von Krebszellen einzudämmen, nicht gleichzeitig die körpereigene Immunabwehr gegen Krebs beeinflussen. Insbesondere sorgen sich die Forscher um die Aktivität der dendritischen Zellen und die tumorantigen-spezifischer T-Zellen, die durch die...

Kinderknochen heilen anders - Schiefstellungen und Behinderungen vermeiden

Bei Spiel, Sport und im Straßenverkehr verletzen sich in Deutschland jährlich schätzungsweise 900 000 Kinder so schwer, dass sie vom Arzt behandelt werden müssen. Die dritthäufigste Unfallfolge sind Knochenbrüche - meist von Armen oder Beinen. Um sie zu heilen, müssen Ärzte die Wachstumsvorgänge und die verschiedenen Therapien gut kennen. Denn bei nicht erkannten oder falsch behandelten Frakturen drohen dauerhafte Schäden, warnt die DGKCH. Neben vorbeugendem Schutz der Kinder sei nach einem Unfall vor allem eine qualifizierte...

Infektionskette des Hepatitis-C-Virus stören

Viren sind – im weiteren Sinn – Schmarotzer. Sie klinken sich geschickt in die Abläufe in den Zellen ihres Wirtes ein und missbrauchen sie, um sich zu vervielfältigen. Wissenschaftler am TWINCORE haben entdeckt, wie Hepatitis-C- und Dengue-Viren die Funktion eines zellulären Enzyms für ihre Vervielfältigung nutzen. Dieses Ergebnis könnte auf verkürztem Weg zu einem neuen Therapieansatz führen, denn verschiedene Labore und auch die Pharmaindustrie testen Wirkstoffe, die genau dieses Enzym blockieren: als Entzündungshemmer.

Materialwissenschaftler entwickeln neuen Knochenzement

Der Wirbelkörper umschließt beim Menschen das empfindliche Rückenmark und schützt dieses vor Verletzungen. Eigentlich sind die Wirbel, von denen der Mensch bis zu 34 unterschiedlicher Größe besitzt, stabile Knochen. Bei großer Krafteinwirkung jedoch können diese brechen. „Besonders bei älteren Menschen kommt das Problem des altersbedingten Knochenabbaus, die sogenannte Osteoporose, hinzu“, erläutert Prof. Dr. Raimund W. Kinne vom Lehrstuhl für Orthopädie des Universitätsklinikums Jena in Eisenberg. ...

Neuropathie: Unter retardiertem Oxycodon/Naloxon weniger opioidtypische Nebenwirkungen und Verbesserung der Lebensqualität

Eine prospektive, multizentrische Beobachtungsstudie hat gezeigt, dass die Fixkombination aus retardiertem Oxycodon/Naloxon (Targin®) bei neuropathischen Schmerzen wirksam und verträglich ist (1), so Dr. Uwe Junker, Remscheid. 1.488 Patienten mit neuropathischen Schmerzen verschiedener Genese erfuhren innerhalb von vier Wochen unabhängig von der Vormedikation eine signifikante Schmerzreduktion. Neben einer signifikanten Verbesserung der Darmfunktion gingen auch abdominelle Schmerzen, Übelkeit sowie Erbrechen und Schwindel nach der Einstellung auf retardiertes...

Lebensqualität in der Substitutionstherapie: Aktuelle Studiendaten belegen Therapieerfolg von Buprenorphin/Naloxon

Auf dem „13. Interdisziplinären Kongress für Suchtmedizin“ im Juli 2012 in München gab Reckitt Benckiser mit dem Satellitensymposium „Lebensqualität in der Therapie der Opioid-Abhängigkeit: Deutsche Daten aus dem Praxisalltag“ Einblick in die Substitutionstherapie mit Buprenorphin/Naloxon (Suboxone®). Die beiden Referenten Dr. Claus Schubert und Dr. Klaus Weckbecker stellten aktuelle Studiendaten zur Verbesserung der Lebensqualität sowie Praxisbeispiele zur Einstellung auf Buprenorphin/Naloxon vor.

Mikrobiologie: Teamwork gegen Benzol

Der krebserregende Schadstoff Benzol kann Boden und Grundwasser nach Chemieunfällen oder an alten Industriestandorten stark belasten. Es gibt allerdings Bakterien, die diese Verbindung sogar ohne Sauerstoff abbauen können. Welche Organismen an diesem Prozess beteiligt sind und wie sie dabei zusammenarbeiten, war bisher allerdings unklar. Mit modernen Analyseverfahren ist es Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) nun zum ersten Mal gelungen, anhand von Proteinen den Weg des Schadstoffs durch eine solche Bakteriengemeinschaft zu verfolgen.

Kompetenz und Zeit entscheiden über das Schicksal von Schwerverletzten

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) gibt die zweite Auflage des Weißbuches Schwerverletztenversorgung heraus. Die Empfehlungen des 2006 erstmals erschienenen Weißbuches zur Versorgung Schwerverletzter wurden aktualisiert. Neben den Maßnahmen zur Verbesserung der Überlebenschancen beinhaltet das Weißbuch nun auch Vorgaben zur Optimierung der langfristigen und besseren Lebensqualität für Menschen nach einem Unfall.

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