Montag, 22. Juli 2019
Navigation öffnen

Medizin

Mai 2012

Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?

Wie kann man Menschen helfen, bei denen ein hohes Risiko besteht, an einer erblichen Krebsform zu erkranken? Zurzeit setzen Ärzte vor allem auf spezielle Früherkennungsprogramme. Neue Hoffnung weckte vor einiger Zeit die Entdeckung eines Krebsgens, bei dessen Hemmung die Krebszellen im Tierversuch abstarben. Am Universitären Centrum für Tumorerkrankungen der Goethe-Universität soll nun überprüft werden, ob das Krebsgen die häufigsten erblichen Krebsformen, nämlich Brust- und Eierstockkrebs sowie Darmkrebs, verhindern kann. Die Studie wird von der Carls Stiftung mit 110.930 Euro gefördert.

DIALOGUE-Register: Erstes prospektives Register über Typ-2-Diabetiker mit manifester Hypertonie in Deutschland

Rund 90 Prozent der Typ-2-Diabetiker leiden gleichzeitig an Hypertonie, was auf gemeinsame Risikofaktoren wie falsche Ernährung und mangelnde Bewegung sowie die steigende Lebenserwartung zurückzuführen ist. Schon Diabetes allein erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen wie etwa Schlaganfall oder Lungenödeme. Ein Patient mit Typ-2-Diabetes und Hypertonie hat ein bis zu vierfach erhöhtes kardiovaskuläres Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko gegenüber einem Nicht-Diabetiker mit Bluthochdruck (1).

Studie über Patienten mit Rücken- und Schulterschmerzen: Chronische Schmerzen beeinflussen die Wahrnehmung von Bewegungen

Patienten mit chronischen Rücken- oder Schulterschmerzen sehen ihre Umwelt mit anderen Augen als gesunde Menschen – zumindest wenn es um ihre schmerzenden Körperteile geht. Darauf deutet die Studie eines interdisziplinären Teams von Wissenschaftlern aus Münster und Jena hin, die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "PAIN" veröffentlicht ist. Demnach wirken sich chronische Schmerzen nicht nur auf die Körper der betroffenen Patienten aus. Sie können auch beeinflussen, wie Schmerzpatienten die Bewegungen wahrnehmen, die sie bei anderen beobachten: Das Urteilsvermögen der Betroffenen...

Sertürner-Preis für Erforschung des Gewöhnungseffektes bei Opioiden

Die Sertürner Gesellschaft e.V. ehrte auf ihrer Jahrestagung in Einbeck den Jenaer Pharmakologen Prof. Dr. Stefan Schulz vom Universitätsklinikum Jena für seine Forschungsarbeiten zu den Mechanismen der Toleranzentwicklung gegen Schmerzmittel. Bei längerer Einnahme von Opioiden muss häufig die Dosis gesteigert werden, um bei der Therapie chronischer Schmerzen einen konstanten Therapieeffekt zu erzielen. Damit steigt aber auch das Risiko für Nebenwirkungen. Die Ursache für diesen Gewöhnungseffekt, der sowohl bei Morphin als auch bei synthetischen Opioiden eintritt, liegt in der verminderten...

Olodaterol als Kombinationspartner für Tiotropium in der Dauertherapie bei COPD

Neue Studiendaten, die im Rahmen des Jahrestreffens 2012 der American Thoracic Society vorgestellt wurden, schließen das klinische Phase-II-Studienprogramm zu Olodaterol als Monotherapie bei Patienten mit chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD) ab. Die aktuelle Phase-II-Studie verglich die Wirksamkeit und Verträglichkeit von ein- bzw. zweimal täglich über den Respimat® Soft Inhaler (SMI) eingesetztem Olodaterol miteinander.

Wie die Gene die Alterung des Gehirns beeinflussen

Der Hippocampus ist ein Bestandteil des Gehirns, dessen Volumen sich mit dem Alter verringert und so Gedächtnisstörungen hervorruft. Die Beschleunigung dieses Phänomens ist eines der Anzeichen für Alzheimer. Ein internationales Forscherteam, unter Mitwirkung französischer Wissenschaftler, hat die Genmutationen untersucht, die mit dieser Volumenverringerung zusammenhängen. Die Ergebnisse wurden am 15. April 2012 in der Fachzeitschrift Nature Genetics (1) veröffentlicht.

Neues Forschungsprojekt soll Risiken bei Arzneimitteltherapien verringern

Immer mehr ältere Menschen leiden unter neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer: Bis voraussichtlich 2050 wird sich die Zahl der Demenz-Patienten in Deutschland von heute 1,3 auf rund 2,6 Millionen verdoppeln. Entsprechend steigt der Arzneimittelverbrauch in diesem Bereich. Ein neues beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angesiedeltes Forschungsprojekt stellt deshalb jetzt die Sicherheit der Arzneimitteltherapie bei älteren Patienten in den Mittelpunkt. Dabei kooperiert es mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und...

Warum essen manche Menschen zu viel und bewegen sich zu wenig?

Insulin wirkt nicht nur auf Muskeln, Leber und Fettgewebe, sondern beeinflusst auch das Gehirn. Über das Gehirn als zentrale Stoffwechselinstanz ist Insulin an der Gewichtsregulation beteiligt. Studien zufolge reagieren die Gehirnzellen von schlanken und übergewichtigen Menschen verschieden auf Insulin. Menschen mit einem erhöhten Body-Mass-Index (BMI) sprechen weniger auf das Hormon an. Sie nehmen dadurch weiter zu und können in der Folge an Diabetes Typ 2 erkranken.

DPP-4-Inhibitor Linagliptin kommt nicht auf den deutschen Markt

Linagliptin aus der innovativen Wirkstoffklasse der DPP-4-Inhibitoren ist zwar in 25 Ländern weltweit zugelassen, kann jedoch den Typ-2-Diabetikern in Deutschland nach wie vor nicht verordnet werden. Der Grund: Weil im Rahmen der frühen Nutzenbewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) dem Pharmakon kein Zusatznutzen gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie mit Sulfonylharnstoffen attestiert wurde, hätte Boehringer Ingelheim einen für eine Innovation nicht akzeptablen Erstattungspreis auf dem Generika-Niveau der Sulfonylharnstoffe hinnehmen müssen. Deshalb hat der...

Pregabalin auch als Lösung zum Einnehmen erhältlich

Pregabalin steht nun auch als Lösung zum Einnehmen zur Verfügung. Die neue Darreichungsform bietet vor allem Patienten, die unter Schluckbeschwerden leiden, eine hilfreiche Behandlungsalternative. Pregabalin ist zugelassen für die Therapie Erwachsener mit peripheren oder zentralen neuropathischen Schmerzen sowie für die Behandlung generalisierter Angststörungen (GAD) bei Erwachsenen. Darüber hinaus ist es als Zusatztherapie bei Patienten mit partiellen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung im Erwachsenenalter indiziert (1).

Entlastung des Richtgrößenbudgets der niedergelassenen Ärzte durch Preisreduktion für Montelukast möglich

Seit über 14 Jahren ist Montelukast in Deutschland zugelassen und zur zusätzlichen Behandlung von leicht bis mittelgradigem, persistierendem Asthma bei Erwachsenen und Kindern, hier unter Umständen auch als Ersatz von Kortikoiden, verfügbar. Im Verlauf der letzen Jahre wurden weitere klinische und praxisrelevante Studien abgeschlossen, in denen sich wiederholt die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit der Substanz zeigte. So wird Montelukast auch in der leitliniengerechten Therapie des Asthmas bei Kindern und Erwachsenen als zusätzliche Option, teilweise unter Einsparung von Kortikoiden,...

Rolle von Geschlechtshormonen für die Schmerzsensibilität

Für ihre Forschungen zur Rolle weiblicher Geschlechtshormone bei der Entstehung chronischer Schmerzen wurde Dr. Christine Meyer-Frießem vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil mit dem diesjährigen Nachwuchsförderpreis Schmerz der Firma Janssen ausgezeichnet. Die Anästhesistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Palliativ- und Schmerzmedizin belegte den ersten Platz und erhielt einen Geldpreis in Höhe von 5.000 Euro. Mit den Plätzen zwei und drei wurden Dr. Yevgen Mikhlin, Lindenbrunn, und Dr. Harald Rief, Heidelberg,...

Schmerzhafte diabetische Polyneuropathie: Therapieziele sind Schmerzreduktion und mehr Aktivität

Schmerzen, Dysästhesien und Allodynien zählen zu den wichtigsten Symptomen einer schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie (DPNP) und können die Alltagsfunktionen und die Lebensqualität der betroffenen Patienten erheblich beeinträchtigen, wie Dr. Gerhard Klausmann, Diabetologe aus Aschaffenburg, auf einem Pressegespräch anlässlich des Deutschen Schmerz- und Palliativtages 2012 ausführte (1).

Adipositas: Glitazone hemmen gefährliche Entzündung des Fettgewebes

Das Bauchfettgewebe von Übergewichtigen ist chronisch entzündet. Dies gilt als eine der Hauptursachen für die Entwicklung eines Diabetes vom Typ 2. Bei normalgewichtigen Mäusen hält eine spezifische Gruppe von Immunzellen diese Entzündungen in Schach. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Harvard Medical School veröffentlichten nun in Nature, dass sich diese Immunzellen mit einem Diabetes-Medikament aktivieren lassen. Die aktivierten Immunzellen drosseln nicht nur die gefährliche Entzündung, sondern sorgen auch dafür, dass sich der Zuckerstoffwechsel normalisiert.

Vorhofflimmern frühzeitig erkennen und behandeln

Herzrasen, Unruhe, Atemnot – so kann sich Vorhofflimmern bemerkbar machen. Immer mehr hauptsächlich ältere Menschen leiden an dieser häufigsten Herzrhythmusstörung. Vorhofflimmern kann zu schweren Komplikationen wie Schlaganfällen führen. Wird es rechtzeitig erkannt und behandelt, lassen sich die schlimmen Folgen in vielen Fällen verhindern. Ärzte und Wissenschaftler aus dem Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) nehmen deshalb die heute beginnende Herzrhythmuswoche zum Anlass, um auf Vorhofflimmern und die damit verbundenen Risiken aufmerksam zu machen.

Gene STAT3 und PGC1a: Schlüsselrolle bei Schwangerschafts-assoziierter Herzschwäche

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entdeckten ein Gen, das beim Schwangerschafts-assoziierten Herzversagen – der peri- oder postpartalen Kardiomyopathie (PPCM) – eine entscheidende Rolle spielt. Sie zeigten zudem eine neue, effiziente Therapieoption für diese lebensgefährliche Erkrankung auf. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler um Professorin Dr. Denise Hilfiker-Kleiner, MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie, und Professor Dr. Zoltan Arany, Cardiovascular Institute, Beth Israel Deaconess Medical Center, Harvard Medical School, in der aktuellen Ausgabe...

Diabetes-Risiko: Bauchumfang unter halber Körpergröße halten

Jahrzehntelang hat die Medizin das Körpergewicht von Menschen durch die Körpergröße dividiert, um daraus Aussagen etwa über das Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes zu treffen. Diese Methode hat jedoch ausgedient, behaupten Forscher der britischen Oxford Brookes University beim Europäischen Adipositas-Kongress in Lyon. Viel aussagekräftiger als der Body-Mass-Index (BMI) ist nämlich der Height-to-Waist-Index, also das Verhältnis der Körpergröße zum Taillenumfang, konnten sie in einer umfangreichen Studie belegen.

Können Luftschadstoffe Diabetes Typ 2 auslösen?

Jährlich erkranken etwa 270000 Menschen in Deutschland neu an Diabetes Typ 2. Lange galten Faktoren wie Vererbung und Übergewicht als Hauptursachen für die Entstehung der Stoffwechselerkankung. Seit einigen Jahren werden jedoch auch Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung, Belastung mit Pestiziden und Passivrauchen mit der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes in Zusammenhang gebracht. Insbesondere Luftschadstoffe wie Feinstaub und Stickstoffoxide könnten den Energiestoffwechsel stören.

Das könnte Sie auch interessieren

Weltnierentag 2017: Übergewicht geht an die Nieren!

Weltnierentag 2017: Übergewicht geht an die Nieren!
© pixologic / Fotolia.com

Am 09. März ist Weltnierentag: Ziel des weltweiten Aktionstags ist es, die Prävention von Nierenerkrankungen in den Vordergrund zu stellen. Derzeit sind über 100.000 Menschen in Deutschland auf ein Nierenersatzverfahren - Dialyse oder Transplantation – angewiesen. Ein Nierenversagen kann grundsätzlich jeden treffen, besonders gefährdet sind allerdings Menschen mit Übergewicht. Die Zahl der durch Übergewicht verursachten Nierengewebsschäden hat sich in den vergangenen 30 Jahren bereits verzehnfacht!

Lymphknoten–Transplantation: Hilfe bei Lymphödemen

Lymphknoten–Transplantation: Hilfe bei Lymphödemen
© pixologic / fotolia.com

Neues Verfahren bietet erstmals Heilungschance bei Lymphstauungen. Vor allem Krebspatienten haben darunter zu leiden: Zwar ist der Krebs erfolgreich behandelt, doch zurück bleiben Folgen wie beispielsweise Lymphstauungen an Armen und Beinen. Meist handelt es sich um geschwollene, schmerzende Extremitäten, in denen die Lymphflüssigkeit nicht mehr abfließen kann, weil das feine System der dafür nötigen Kanäle beschädigt wurde. Bisher konnten nur die Symptome gelindert werden, oft eine unbefriedigende und lebenslang leidvolle Situation für die...

Pilotprojekt: Stuhlkarten-Screening mit einfacher Farbkarte

Pilotprojekt: Stuhlkarten-Screening mit einfacher Farbkarte
© jolopes / Fotolia.com

Genial einfach: Anfang Dezember 2016 wurden 100.000 so genannte Stuhlkarten zur Früherkennung der Gallengangatresie an alle stationären niedersächsischen Geburtskliniken verschickt und dort von Kinderärzten, Gynäkologen und Hebammen in das „Gelbe Heft“ eingelegt. „Dieses Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mit einfachen Mitteln und ohne großen technischen Aufwand ein maximaler Erfolg erzielt werden kann. Mit übersichtlich gestalteten Karten wird es Eltern leicht gemacht, sich über die Gesundheit ihres neugeborenen...

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung rät zur Patientenverfügung

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung rät zur Patientenverfügung
© Pixelot / fotolia.com

Die Patientenverfügung ist wichtig, wenn durch Unfall, Krankheit oder Alter der eigene Wille nicht mehr ausgedrückt werden kann. Denn: Angehörige dürfen im Ernstfall keine medizinischen Entscheidungen treffen. Darauf weist Christian Bredl, Chef der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern, hin. Er rät deshalb dazu, rechtzeitig eine Patientenverfügung schriftlich zu fixieren.