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Medizin

Mai 2012

An Alzheimer und Autismus beteiligte mRNAs identifiziert

Boten-RNAs dienen bei der Übersetzung des genetischen Codes als Vorlage für die Produktion von Proteinen. Diese auch als mRNAs bezeichneten Moleküle wurden nach bisheriger Ansicht vor allem zentral im Zellkörper in Proteine übersetzt und die Proteine selbst dann an die jeweiligen Zielorte transportiert. Forscher des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt haben nun jedoch über 2500 dieser sogenannten mRNAs in den Axonen und Dendriten von Nervenzellen entdeckt, die dort für die lokale Proteinbildung zuständig sind. Offensichtlich regulieren Neurone die Proteinsynthese stärker...

Krebsrisiko bei Diabetes Typ 2 erhöht: Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt Vorsorge und Metformin

Diabetes Typ 2 erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken und daran zu versterben. Aber auch die Diabetestherapie selbst hat Einfluss auf die Entstehung von Krebs, wie eine neue Übersichtsarbeit von Professor Dr. med. Norbert Stefan und Kollegen aus dem Universitätsklinikum Tübingen in der Zeitschrift DMW zeigt. „Die Daten sprechen dafür, dass Metformin im Gegensatz zu anderen Therapieformen vor Krebs schützt“, resümiert Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Wissenschaftler identifizieren Signal-Eiweiß, das chromosomale Fehlbildungen verhindert

Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geförderte Heisenberg-Stipendiat Dr. Attila Tóth vom Institut für Physiologische Chemie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus ermittelte in Kooperation mit Forschern aus Großbritannien und Ungarn im Mausmodell die Funktion des Proteins HORMAD2. Die Wissenschaftler identifizierten mit diesem Eiweiß erstmals ein Protein bei Säugern, das offensichtlich ausschließlich die Funktion besitzt, während der Reifeteilung (Meiose) die zwischenzeitliche paarweise Anordnung der Chromosomen und deren Verbindung untereinander zu überwachen. So werden...

Demenzforschung: Pflege und Versorgung sind essenzielle Bestandteile

„In der Demenzforschung gewinnt die Entwicklung neuer Ansätze für die Pflege und Versorgung von Menschen mit Demenz immer mehr an Bedeutung“, betont Prof. Pierluigi Nicotera zum „Internationalen Tag der Pflege“ (12.5.2012). Der wissenschaftliche Vorstand und Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) wünscht sich daher eine stärkere Vernetzung der beteiligten Akteure in Deutschland. Ein Schritt in diese Richtung könnte der Nationale Aktionsplan Demenz sein, der zurzeit in der Diskussion steht. „Eine begrüßenswerte Initiative gerade für alle...

Wunsch und Wirklichkeit der frühen Nutzenbewertung am Beispiel von Linagliptin

Anlässlich der 47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Stuttgart erörterten Boehringer Ingelheim und Lilly, Partner in einer weltweiten Diabetes-Allianz, Verbesserungsansätze für die Umsetzung der frühen Nutzenbewertung am Beispiel Linagliptin. Der zentrale Kritikpunkt, der sich in den letzten Monaten herauskristallisiert hat, ist die Auswahl und Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Hier fordern die Unternehmen, dass sich die Vergleichstherapie an Therapieleitlinien der Fachgesellschaften und den Arzneimittelrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)...

Management der Anämie durch Reduktion der Ribavirin-Dosis ohne Wirksamkeitsverlust möglich

Bei Patienten mit einer chronischen Hepatitis C vom Genotyp 1, die unter der Tripletherapie aus Peginterferon alfa, Ribavirin und dem Proteaseinhibitor Boceprevir (VICTRELIS®) eine Anämie entwickelten, ließ sich diese durch Senkung der Ribavirin-Dosis ebenso wirksam behandeln wie durch die Gabe von Erythropoietin, ohne den Therapieerfolg zu gefährden. Das zeigten die Ergebnisse einer Phase-III-Studie, die kürzlich auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Liver (EASL) vorgestellt wurden. Nach Auffassung der Studienautoren sollte die Reduktion der...

Diabetes Kongress 2012: Insulin, Adipokine und Gehirn

Über das Gehirn als zentrale Stoffwechselinstanz ist Insulin an der Gewichtsregulation beteiligt. Menschen mit einem erhöhten Body-Mass-Index (BMI) sprechen weniger auf das Hormon an. Sie nehmen weiter zu und können in der Folge an Diabetes Typ 2 erkranken. Wie Insulin auf das Gehirn wirkt und welche Ansätze sich daraus für zukünftige Diabetestherapien ergeben könnten, diskutieren Experten beim Diabetes Kongress 2012 vom 16. bis 19. Mai 2012 in Stuttgart im Symposium „Insulin, Adipokine und Gehirn“ des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung unter der Leitung von Professor Dr. med....

Korrekturprozess beim bakteriellen Ribosom aufgedeckt

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist es erstmals gelungen, einen der Schlüsselschritte des Korrekturprozesses zu dokumentieren, den ein in seiner Funktion gestörtes bakterielles Ribosom durchläuft. Die genaue Kenntnis über den Aufbau und die Arbeitsweise des Ribosoms, einem der Hauptangriffsorte für antibakterielle Wirkstoffe, ist für die Antiobiotikaforschung von großer Bedeutung. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Nature publiziert.

HNO-Experten raten: Bei anhaltenden Riechstörungen zum Arzt

Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland leidet unter einem eingeschränkten Geruchssinn. Meist stecken hinter diesen oft vorübergehenden Störungen vergleichsweise harmlose Ursachen, ein Infekt der Nase oder Nasennebenhöhlen. Riechstörungen können aber auch Frühsymptome von degenerativen Erkrankungen des Nervensystems wie Parkinson oder Alzheimer-Demenz sein. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollten Betroffene daher dringend einen HNO-Arzt aufsuchen, rät ein Experte im Vorfeld der 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V....

DEGUM begrüßt neue Qualitätssicherungsvereinbarung zum Hüftultraschall bei Babys

Etwa drei von 100 Neugeborenen – meist sind es Mädchen – kommen in Deutschland mit einer sogenannten Hüftgelenksdysplasie zur Welt. Der Kopf des Oberschenkelknochens liegt nicht richtig in der „Pfanne“ der Hüfte. Die Fehlstellung ist die häufigste kinderorthopädische Krankheit bei Säuglingen und führt unbehandelt zu bleibenden Schäden. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) begrüßt deshalb die Neuregelung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu den Qualitätsvereinbarungen zur Sonografie der Säuglingshüfte. Seit dem 1. April 2012 werden Ärzte, die...

Neue Therapien bei Diabetes Typ 1 – Erfolgsquote bei Typ 2 verbessern

Ein wichtiger Bestandteil bei der Therapie des Diabetes Typ 2 ist die Umstellung des Lebensstils. Mehr Bewegung, gesunde Ernährung und vor allem Übergewicht abbauen sind der Schlüssel zum Erfolg. Jedoch gelingt es weniger als 20 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2, die entscheidenden Kilos abzunehmen, um zu hohen Blutzuckerwerten und Folgeerkrankungen entgegenzuwirken. Auf der 47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) diskutieren Diabetologen gemeinsam mit Hormonwissenschaftlern, Psychologen und Allgemeinmedizinern über alternative Behandlungsansätze bei Diabetes Typ 2...

Entstehung der diabetischen Neuropathie: Methylglyoxal erhöht Reizbarkeit schmerzleitender Nervenzellen

Viele zuckerkranke Menschen leiden unter chronischen Schmerzen, besonders in den Waden und Füßen. Den Mechanismus der diabetischen Nervenerkrankung haben Wissenschaftler um Professor Dr. Angelika Bierhaus und Professor Dr. Peter P. Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abeilung Innere Medizin I und Klinische Chemie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, nun aufgeklärt: Das Stoffwechselprodukt Methylglyoxal, das beim Abbau von Zucker im Blut entsteht, bindet an schmerzleitende Nervenzellen und macht sie überempfindlich.

Tumoranämie-Register: antianämische Therapiestrategien bei Krebspatienten

Die Anämie ist eine der häufigsten Begleiterscheinungen bei Krebspatienten. Sie geht mit erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität und des Wohlbefindens einher und bedarf bei entsprechendem Leidensdruck einer effektiven Behandlung. Um verschiedene antianämische Therapiestrategien bei onkologischen Patienten mit Tumor- oder Tumortherapie-assoziierter Anämie im Behandlungsalltag in deutschen Arztpraxen zu erfassen, wurde das Tumoranämie-Register ins Leben gerufen.

Erste Studie zu chronischem Juckreiz in der Allgemeinbevölkerung

Jeder Fünfte leidet einmal im Leben unter mindestens 6 Wochen anhaltendem Juckreiz. Zu diesem Ergebnis ist eine repräsentative Umfrage mit 2.540 Teilnehmern im Rhein-Neckar-Kreis gekommen, die von der Abteilung für Klinische Sozialmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg durchgeführt wurde. Die Studie liefert die weltweit ersten Daten zur Häufigkeit des chronischen Juckreiz in der Bevölkerung. „Chronischer Juckreiz ist in der Allgemeinbevölkerung weiter verbreitet, als bislang angenommen wurde“, erklärt Studienleiterin Professor Dr. Elke Weisshaar.

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