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Medizin

Juli 2012

Kompetenz und Zeit entscheiden über das Schicksal von Schwerverletzten

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) gibt die zweite Auflage des Weißbuches Schwerverletztenversorgung heraus. Die Empfehlungen des 2006 erstmals erschienenen Weißbuches zur Versorgung Schwerverletzter wurden aktualisiert. Neben den Maßnahmen zur Verbesserung der Überlebenschancen beinhaltet das Weißbuch nun auch Vorgaben zur Optimierung der langfristigen und besseren Lebensqualität für Menschen nach einem Unfall.

Nephrologie: Sialinsäure für die Entwicklung funktionstüchtiger Glomeruli unentbehrlich

Ein Team um Dr. Birgit Weinhold und Dr. Anja Münster-Kühnel, Institut für Zelluläre Chemie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), konnte zeigen, dass der saure Zucker Sialinsäure für die Entwicklung funktionstüchtiger Filtrationseinheiten der Niere, der Glomeruli, unentbehrlich ist: Ohne Sialinsäure können Podozyten nicht reifen – Zellen, die für die Ausbildung der Filtrationsbarriere der Niere eine entscheidende Rolle spielen. Die Forscherinnen veröffentlichten diese Ergebnisse im Journal of the American Society of...

Marie-Curie-Netzwerk: Knochen und Immunsystem im Dialog

Im jetzt gestarteten europaweiten Marie-Curie-Netzwerk „Osteoimmune“ werden 14 Nachwuchswissenschaftler das Zusammenspiel von Knochen und Immunsystem untersuchen. Neben ihren Forschungsprojekten auf dem relativ jungen Gebiet der Osteoimmunologie, in denen sie Krankheitsmechanismen z. B. der rheumatoiden Arthritis oder von Morbus Bechterew aufklären wollen, steht die interdisziplinäre Ausbildung im Vordergrund. Das am Universitätsklinikum Jena koordinierte Projekt vereint acht universitäre Institute und Kliniken sowie drei Biotechnologie-Firmen aus...

Studienregister der Urologen: Erstes Fachregister in Deutschland mit WHO-Akkreditierung

Klinische Studien sind für den medizinischen Fortschritt unerlässlich: Ob neues Medikament, neue Behandlungsmethode oder neue Operationstechnik, ehe sie zum regelmäßigen Einsatz kommen, müssen Wirksamkeit und Risiken in klinischen Studien überprüft werden. Seit 2010 betreibt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ein nationales Register, in dem urologische Studien aus Deutschland erfasst werden. Jetzt hat das DGU-Studienregister durch eine direkte Anbindung an das offizielle deutsche Primärregister der ...

Jentadueto® (Linagliptin/Metformin) erhält Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes in Europa

Boehringer Ingelheim hat von der Europäischen Kommission die Zulassung für Jentadueto® erhalten. Die Fixkombination enthält den DPP-4-Inhibitor Linagliptin* und Metforminhydrochlorid (Metformin-HCl) in einer einzigen Tablette (1). Linagliptin/Metformin** bietet Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes eine neue Behandlungsoption in Form einer einzelnen Tablette, die zweimal täglich verabreicht wird.

Rheumatologie: Vaskulitis-Formen haben genetische Ursache

Ein Konsortium von 25 europäischen Studienzentren mit Beteiligung Jenaer Rheumatologen konnte die genetischen Ursachen bestimmter Vaskulitis-Formen aufdecken. Dazu erfassten die Wissenschaftler das Genom von 2900 Patienten mit dieser seltenen Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Gefäßentzündung führt, und verglichen es mit dem gesunder Probanden. Vaskulitis mit der Beteiligung charakteristischer Antikörper ist nicht nur an bestimmte Gene gebunden, sondern auch innerhalb dieser Vaskulitis-Form bestehen genetische Unterschiede, so das jetzt im...

Deutliche Fortschritte in der Transplantationsmedizin

Durch neue Operationsverfahren, modernste Medizintechnik und die Weiterentwicklung von Medikamenten konnten die Ergebnisse bei Organtransplantationen in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert werden. Sowohl Überlebensraten der Patienten als auch deren persönliche Leistungsfähigfähigkeit und das Wohlbefinden sind gestiegen. Der medizinische Fortschritt sei besonders an der signifikant gestiegenen Funktionsdauer der Organe im Körper des Organempfängers abzulesen, sagte Professor Gerhard Opelz, Präsident der Internationalen ...

Schlaganfall und Herzinfarkt durch Pille: Fachgesellschaften schätzen Risiko gering ein

Weibliche Geschlechtshormone in Antibabypille, Verhütungspflaster oder Vaginalring können die Blutgerinnung beeinflussen und – in seltenen Fällen – zu Blutgerinnseln führen. Die Folge können tiefe Beinvenenthrombosen, Lungenembolien, Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Eine aktuelle dänische Studie hat nun das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt über einen Zeitraum von 15 Jahren bei insgesamt mehr als 1,6 Millionen Frauen untersucht. Die Gefahr für die einzelne Frau ist nach Einschätzung der Deutschen...

Studie zu Langzeitfolgen von Schwangerschaftsdiabetes startet

Seit Anfang des Jahres wird allen Frauen in der Schwangerschaft ein Zuckerbelastungstest als Kassenleistung angeboten. Dies ist jetzt auch Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien. Die gemeinsamen Anstrengungen von Internisten und Gynäkologen sollen dazu führen, dass Blutzuckererhöhungen in der Schwangerschaft vermieden und das Risiko für bestimmte Geburtskomplikationen gesenkt werden kann. Am Universitätsklinikum Tübingen werden die Langzeitfolgen von Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind erforscht.

Rheuma bei Kindern: Zu spät erkannt und unzureichend versorgt

In Deutschland leiden genau so viele Kinder an Gelenkrheuma wie an Diabetes oder Krebs – etwa 20 000. Damit zählt Rheuma zu den häufigsten chronischen Leiden im Kindesalter. Und längst nicht alle Betroffenen sind in der Statistik erfasst. Denn manche rheumatischen Erkrankungen, die ohne Gelenkentzündungen auftreten, werden gar nicht als Rheuma erkannt. Weil die Erkrankung so wenig bekannt und die Versorgungsstrukturen unzureichend sind, wird die Diagnose Rheuma bei Kindern häufig erst nach Irrwegen gestellt. Die Folgen sind jahrelange Schmerzen und...

Auch im Praxisalltag überlegene Blutzuckersenkung mit Liraglutid – bei gleichzeitiger Gewichtsreduktion und Kosteneffektivität

Das humane-GLP-1 Analogon Liraglutid (Victoza®) senkt unter Praxisbedingungen in der britischen Primärversorgung den HbA1c-Wert signifikant stärker als Exenatid oder DPP-4 Inhibitoren. Zudem ist es hinsichtlich Gewichtsreduktion Exenatid im Trend und den DPP-4- Inhibitoren signifikant überlegen. Liraglutid erwies sich als die kosteneffektivere Therapie und kommt den Präferenzen der Patienten besonders entgegen. Dies sind die Ergebnisse einer retrospektiven Studie (1), die im Rahmen der 72. Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA) in...

Zu wenig Pflegepersonal auf Intensivstationen

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sieht die Patientensicherheit und Versorgungsqualität auf Intensivstation in deutschen Kliniken gefährdet. Der Grund: zu wenig und zu schlecht ausgebildetes Personal. Hilfe fehlt da, wo sie am nötigsten gebraucht wird. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung: „Mehr als zwei Drittel aller Kliniken in Deutschland erfüllt nicht die von der DIVI empfohlenen Strukturanforderungen“, sagt der Sprecher der ...

Weltweit einzigartige Behandlung für Aszites bei Leberzirrhose

Menschen mit Leberzirrhose, Herzerkrankungen und bestimmten Krebsarten leiden oftmals unter Aszites, auch als Bauchwasser bekannt. Eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, die mitunter über zwanzig Liter umfassen kann, verursacht hierbei eine symptomatische und oft schmerzhafte Bauchschwellung. Die Erkrankung und ihre Behandlung beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen außerordentlich. Mehr als 100.000 Patienten sind jährlich allein in Europa und den USA neu von refraktärem Aszites betroffen, das heißt von...

Bienen: Gesteigerte Lernfähigkeit durch Übernahme sozialer Aktivitäten

Betagte Honigbienen können ihrem Gehirn eine Art "Verjüngungskur" verpassen: Übernehmen sie soziale Aufgaben im Bienenstock, die gewöhnlich jüngere Artgenossen erledigen, werden sie dadurch lernfähiger und verändern ihre grauen Zellen auf Molekülebene. Das berichten Forscher von der Norwegian University of Life Sciences mit US-Kollegen in der Zeitschrift "Experimental Gerontology". Vielleicht fördern auch beim Menschen ähnliche Interventionen die geistige Frische bis ins hohe Alter, hoffen die Wissenschaftler.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, pro Woche mindestens 2,5 Stunden an mäßig anstrengender Ausdaueraktivität sowie an mindestens zwei Tagen in der Woche muskelkräftigende Aktivitäten auszuführen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts erreicht nur etwa ein Fünftel der Frauen (20,5%) und ein Viertel der Männer (24,7%) in Deutschland beide Empfehlungen. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung bewegt sich weniger als 2,5 Stunden pro Woche (1). Doch regelmäßige Bewegung schützt nicht nur vor Übergewicht...

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Dank moderner Medikamente können die rund 87.000 Menschen in Deutschland mit HIV beziehungsweise AIDS heute fast normal leben. Stattdessen belasten mitunter Ausgrenzung, Zurückweisung und Angst Betroffene heute schwerer als die eigentliche Erkrankung. „Vorurteile und mangelndes Wissen sind oft die Hauptursachen für Ausgrenzung und Zurückweisung von HIV-Positiven. Dem wollen wir unter anderem mit einer Telefon-Hotline entgegenwirken“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER.