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Medizin

Mai 2012

Belimumab bei Lupus: Zusatznutzen ist nicht belegt

Belimumab (Handelsname Benlysta®) ist seit Februar 2012 als Zusatzbehandlung für erwachsene Patientinnen und Patienten mit der Autoimmunerkrankung "systemischer Lupus erythematodes" (SLE) zugelassen. Der monoklonale Antikörper kommt nur infrage, wenn die Erkrankung trotz Standardbehandlung weiter aktiv ist. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat jetzt den Zusatznutzen des Wirkstoffs gemäß AMNOG überprüft.

Forscher finden neue Erbgut-Varianten für Adipositas

Dicksein hat viele Ursachen: etwa zu viel oder falsches Essen und wenig Bewegung. Tatsächlich liegt es aber auch in der Familie. Ob jemand übergewichtig wird, bestimmen zu mehr als 50 Prozent die Erbanlagen. Knapp drei Dutzend Gene, die das Körpergewicht regulieren, sind schon bekannt. Ein Forscherteam der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat nun gemeinsam mit Kollegen aus aller Welt zwei neue Erbanlagen entdeckt. Die Ergebnisse sind Teil einer großen internationalen Studie.

Zusatznutzen von Fampridin ist nicht belegt

Fampridin (Handelsname Fampyra®) ist seit Juli 2011 in Deutschland für Patientinnen und Patienten zugelassen, die als Folge einer Multiplen Sklerose (MS), eine Gehbehinderung höheren Grades haben (Grad 4-7 auf der EDSS-Behinderungsskala). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen des Wirkstoffs gemäß AMNOG überprüft. Demnach gibt es keine Belege für einen Zusatznutzen. Denn der Hersteller hat in seinem Dossier keine verwertbaren Studiendaten für einen Vergleich von Fampridin mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie...

EU-Zulassung für Pasireotid: Erste medikamentöse Therapie für Patienten mit Morbus Cushing

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA(A) hat am 25. April 2012 das Somatostatin-Analogon Signifor® (Pasireotid) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Morbus Cushing zugelassen, für die ein chirurgischer Eingriff keine Option ist oder bei denen eine Operation fehlgeschlagen ist. (1) Basis hierfür sind die positiven Ergebnisse der internationalen Phase-III-Studie, in der Pasireotid in den Dosierungen 0,6 mg bzw. 0,9 mg zweimal täglich subkutan (s.c.) injiziert wurde. Als primärer Endpunkt der Studie wurde die Normalisierung des freien Kortisolwertes im Urin (UFC(B)) nach...

Umstellung auf Fixkombination bringt Patienten mit unter Monotherapie unkontrolliertem Bluthochdruck schnell zum Zielwert

Aktuelle Daten zeigen, dass TWYNSTA® – eine Fixkombination aus dem Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB) Telmisartan und dem Kalziumantagonisten (CCB) Amlodipin zur täglichen Einmalgabe – zu einer schnellen und dauerhaften Absenkung des Blutdrucks führt, wodurch die meisten Patienten, deren Blutdruck unter einer Monotherapie mit Hemmern des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) unzureichend eingestellt ist, innerhalb von vier Wochen ihren Blutdruckzielwert erreichen können (1).

Verbessertes Verständnis von Entzündungsreaktionen

Bei einer Entzündung werden Gene neu abgeschrieben, um eine Abwehrreaktion des Körpers einzuleiten. Dabei wird das Eiweiß ARTD1 auf der DNA neu arrangiert. Diesen bis anhin unklaren Mechanismus haben nun Veterinärbiochemiker und Molekularbiologen der Universität Zürich entschlüsselt: ARTD1 wird von einer molekularen Schere in zwei Stücke geschnitten, was die Genabschreibung erleichtert. Die Resultate sind wegweisend für das Verständnis von Entzündungsreaktionen und die Entwicklung neuer Entzündungshemmer.

Studie zeigt fehlendes Problembewusstsein bei Eltern übergewichtiger Kinder

"Mein Kind ist doch nicht dick" oder "Das ist doch nur Babyspeck" sind Sätze, die häufig von Eltern mit übergewichtigen oder gar fettleibigen (adipösen) Kindern zu hören sind. Nach einer aktuellen Studie zur Teilnahme von Familien an einem Präventionsprogramm gegen Fettleibigkeit bei Kindern werden Eltern erst dann aktiv, wenn ihr Nachwuchs bereits adipös ist. Kindliches Übergewicht wird meist noch nicht als Problem erkannt. Die Studie ist ein Kooperationsprojekt des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen, des Kinderärztenetzwerks CrescNet und der...

Mechanismus für Entstehung von Autoimmunerkrankungen entdeckt

Im Laufe von Entzündungsprozessen treffen Zellen unseres Immunsystems nicht nur auf Krankheitserreger, sondern auch auf Reste toter körpereigener Zellen, die durch begleitenden Gewebsschaden akkumulieren. Um eine fehlgerichtete Immunreaktion gegen solche toten Zellen und die Entstehung von Autoimmunerkrankungen zu verhindern, müssen abgestorbene Zellen von Krankheitserregern getrennt und „entsorgt“ werden. Wie beides durchgeführt wird, war bisher unklar. Erstmalig konnte nun die Arbeitsgruppe von Dr. Gerhard Krönke an der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie des...

April 2012

Neuer Entstehungsweg für Makrophagen gefunden

Makrophagen spielen eine Schlüsselrolle bei der Immunabwehr. Die Zellen schützen den Organismus vor Infektionen und steuern Entzündungsreaktionen im Gewebe. Dabei unterscheiden sich Makrophagen je nach Einsatzort und Aufgaben. Ein Wissenschaftler der TU München hat nun untersucht, ob die verschiedenen Zelltypen eine gemeinsame embryonale Entstehungsgeschichte haben – und Überraschendes festgestellt: Abhängig von ihrer Herkunft bilden Makrophagen offensichtlich zwei eigenständige Zelllinien, die auch im Erwachsenenstadium fortbestehen. Die Arbeit wurde kürzlich in „Science“ vorgestellt.

Medizinische Fachgesellschaften und Patientenorganisationen setzen sich gemeinsam für eine verbesserte Prävention von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern ein

Auf dem WCC in Dubai hat " 1 Mission 1 Million – Herzenssache Schlaganfall" Pläne zum Start einer spannenden neuen Phase der Initiative bekannt gegeben. Der Sponsor der Kampagne, Boehringer Ingelheim, wird sich in Zusammenarbeit mit AntiCoagulation Europe (ACE), der Atrial Fibrillation Association (AFA), der Stroke Alliance for Europe (SAFE) und der World Heart Federation (WHF) weiter dafür einsetzen, das Bewusstsein für die Erkrankung Vorhofflimmern und das damit verbundene Schlaganfallrisiko zu erhöhen. Im Mittelpunkt der gobalen Initiative steht das Engagement von Betroffenen,...

500.000 Jahre alter Schädel: Ältester Tuberkulose-Nachweis beim Menschen erfolgt?

Bisher war sich die Wissenschaft einig: Tuberkulose trat erst vor einigen tausend Jahren das erste Mal beim Menschen auf. Ein internationales Forschungsteam aus den USA, der Türkei und aus Deutschland hat im Jahr 2004 einen Fund gemacht, der diese Vermutung in Frage stellt. Das Fundobjekt sind Einzelteile des Schädels eines Homo erectus, eines sogenannten Frühmenschen, aus der Pro-vinzstadt Denizli in der Türkei. An der Innenseite des 500.000 Jahre alten Schädels weisen Spuren darauf hin, dass dieser Frühmensch an einer durch Tuberkulose ausgelösten Hirnhautentzündung gelitten haben...

Genstudie liefert neue Einblicke in die Alzheimer-Erkrankung

Eine neue Studie könnte die medizinischen Behandlungsmethoden der Alzheimer Erkrankung verändern, an der weltweit mehr als 35,6 Millionen Menschen leiden. Wissenschaftler gehen gar davon aus, dass sich die Zahl der Erkrankungen bis zum Jahr 2050 verdreifachen wird. Die Studie wurde im April 2012 in der Wissenschaftszeitschrift „Nature Genetics“ veröffentlicht und beschreibt die Entdeckung neuer Gene, die bei der Entstehung von Alzheimer eine Rolle spielen könnten bis zu 20 Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome bei älteren Menschen.

Starkes Schnarchen fördert Arterienverkalkung

Bei Menschen über 50 Jahren ist das Schlaf-Apnoe-Syndrom - also gefährliche Atemstillstände während des Schlafs - assoziiert mit der Entwicklung einer Arterienverkalkung, und zwar unabhängig von anderen Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das zeigt eine Studie einer Forschergruppe aus Essen, Halle/Saale und Moers, die auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde.

Deutsche Herzstiftung warnt vor Gebrauch der E-Zigarette

E-Zigaretten sind in Mode gekommen. Im Gegensatz zu den üblichen Zigaretten, die bekanntlich das Risiko für Krebs- und Herzkrankheiten dramatisch erhöhen, mag die E-Zigarette immer noch von vielen für harmlos gehalten werden. Bei der Elektro-Zigarette wird – anders als bei herkömmlichen Zigaretten – kein Tabak verbrannt, deshalb fallen auch keine Teerstoffe an. „Dennoch ist die E-Zigarette keine gesundheitlich unbedenkliche Alternative zur herkömmlichen Zigarette“, sagt der Kardiologe Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Bei der E-Zigarette wird eine...

Bildgebung: Hitachi Medical Systems gibt Zusammenschluss mit Aloka bekannt

Aloka Co.Ltd., Japan, wurde per 3.März 2011 zu einer 100%igen Tochter der Hitachi Medical Corporation, Japan, deren Namen am 1. April 2011 in Hitachi Aloka Medical Ltd. geändert wurde. Entsprechend wurde nun die deutsche Niederlassung der Aloka GmbH, Willich, aufgelöst und rechtlich vollständig zum 26.3.2012 in die Hitachi Medical Systems GmbH, Wiesbaden, eingegliedert. Mit diesem bedeutsamen Schritt bündeln die beiden Unternehmen mit nun einer gemeinsamen deutschen Organisation, der Hitachi Medical Systems GmbH mit Sitz in Wiesbaden, einer Tochter der Hitachi Medical Europe Holding AG,...

Phase-II-Subanalyse zur 12-wöchigen Therapie mit Telaprevir und PR bei HCV-Genotyp 1

Anlässlich der diesjährigen Jahrestagung der European Association for the Study of the Liver (EASL) 2012 wurden Ende April die Daten aus einer retrospektiven Subanalyse der Phase-II-Studie PROVE 2 zur Therapie von Hepatitis C-Patienten vom Genotyp 1 bekannt gegeben: 100 Prozent (12/12) der nicht vorbehandelten Patienten mit dem IL28B-CC-Genotyp erreichten bei einer insgesamt 12-wöchigen Behandlung mit Telaprevir in Kombination mit pegyliertem Interferon alfa und Ribavirin (PR) ein anhaltendes virologisches Ansprechen (sustained viral response - SVR). (1)

Pneumokokkeninfektionen kurbeln Cholesterinproduktion in der Leber an/Schutzmechanismus gegen die Ausbreitung der Infektion

Bei einer von Pneumokokken verursachten Lungenentzündung wird als Fernwirkung in der Leber die Produktion von Cholesterin erhöht, das die infektionsbedingten Schädigungen des Lungengewebes mindert. Ausgelöst wird dieser Abwehrmechanismus durch das Bakteriengift Pneumolysin. Wie erfolgreich dieser Schutz ist und ob er eine Ausweitung der Infektion zur Sepsis verhindern kann, hängt vom Grad der Infektion und dem Pneumokokkenstamm ab. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena und der Medizinischen Hochschule Hannover, die sie jetzt gemeinsam mit...

Dapagliflozin erhält Empfehlung des CHMP zur Therapie des Typ-2-Diabetes in der EU

AstraZeneca und Bristol-Myers Squibb geben bekannt, dass der Ausschuss für Humanarzneimittel CHMP (Committee for Medicinal Products for Human Use) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA die Zulassung von Dapagliflozin zur oralen Therapie des Typ 2 Diabetes empfohlen hat – ergänzend zu Diät und Bewegung, in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln einschließlich Insulin und als Monotherapie bei Metformin-ungeeigneten Patienten.

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Oft werden Menschen von einem Schlaganfall getroffen, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen. Vorhofflimmern tritt bei über der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auf. Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie schutzlos dem Schlaganfall ausgesetzt. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern etwa 30.000 Schlaganfälle. Vorhofflimmern ist auch eine häufige Herzrhythmusstörung bei Diabetikern, die Schätzungen zufolge ein um 34% erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben.