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Medizin

Juli 2012

Lehrstuhl für Palliativmedizin an LMU München wieder besetzt

Nach über fünf Jahren am Cicely Saunders Institute des renommierten King's College in London kehrt die gebürtige Münchnerin Claudia Bausewein an das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität zurück. Sie übernimmt den Lehrstuhl für Palliativmedizin der LMU und widmet sich im Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin (IZP) am Campus Großhadern der Patientenversorgung sowie der Forschung und Lehre. Prof. Bausewein hat an der LMU Medizin studiert und war von 2006 bis 2007 bereits Geschäftsführender Vorstand des IZP.

Natalizumab bei Multipler Sklerose: Schutz der Patienten vor der schweren Viruserkrankung PML

Das Medikament Natalizumab gilt seit seiner Einführung in Europa vor etwa sechs Jahren als großer Fortschritt bei der Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose. Allerdings kann bei Patienten, die bestimmte Risikofaktoren aufweisen, unter einer längeren Behandlung mit dem monoklonalen Antikörper als Nebenwirkung eine schwere Viruserkrankung auftreten, die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML). Dies wurde im Rahmen einer aktuellen Analyse klinischer Studien und eines schwedischen Registers bestätigt. Gleichzeitig wurde in Deutschland...

Netzwerk zur Erforschung seltener Fehlbildungen des Kopfes bewilligt

Die Universität Freiburg mit ihrem Universitätsklinikum war die erste von inzwischen acht Universitäten in Deutschland, an der ein Zentrum für Seltene Erkrankungen (FZSE) eingerichtet werden konnte. Die bisher am Freiburger FZSE beteiligten bundesweiten Netzwerke umfassten EB-Net (für Patienten mit Formen der Hauterkrankung Epidermolysis bullosa), MD-Net (für Patienten mit Muskeldystrophien) und SKELNET (für Patienten mit genetisch bedingten Skeletterkrankungen). Gleichzeitig fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)...

EULAR 2012: Bewährte und innovative Therapiestrategien mit Methotrexat bei rheumatoider Arthritis

Heute gilt als gesichert, dass eine möglichst frühzeitige effektive Therapie der rheumatoiden Arthritis (RA) den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen kann. Weltweit wird untersucht, wie sich die Behandlung weiter optimieren und eine klinische und radiologisch nachweisbare Remission erreichen lässt. Auf zwei Vortragsveranstaltungen von HEXAL präsentierte Prof. Dr. Stefan Schewe (München) eine Auswahl aus Postern und Abstracts zu bewährten und innovativen Therapieoptionen in der Behandlung der RA, die auf dem Annual European Congress of...

Einfluss der natürlichen Darmflora auf die Immunantwort gegen virale Erreger

Signale von natürlichen Darmbakterien sind notwendig für eine effektive Immunantwort gegen verschiedene virale oder bakterielle Erreger. Das war das Ergebnis von Versuchen im Team um Prof. Dr. Andreas Diefenbach und Stephanie Ganal, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg. Die Studie ist in der aktuellen Online-Ausgabe des Cell Press Journals Immunity veröffentlicht.

BRE-ALIGN-Studie mit Dabigatranetexilat gestartet: Alternative zu Warfarin für Patienten mit mechanischen Herzklappen?

Das American Heart Journal veröffentlicht in seiner aktuellen Ausgabe das Design der RE-ALIGN Studie. RE-ALIGN ist die erste Studie eines neuartigen oralen Antikoagulans als Alternative zu Warfarin bei Patienten, die aufgrund eines mechanischen Herzklappenersatzes dauerhaft eine Antikoagulation benötigen (1). Die randomisierte Phase II Studie (REALIGN: Randomized, phase II study to Evaluate the sAfety and pharmacokinetics of oraL dabIGigatran etexilate in patients after heart valve replacemeNt) untersucht die Sicherheit und Pharmakokinetik von oral verabreichtem...

Parkinson: Enzym Pink1 inspiziert Nervenzellen

Zwischen der Parkinson-Krankheit und dem Enzym „Pink1“ wird schon seit Längerem ein Zusammenhang vermutet. Biochemiker der Universität Bonn haben nun mit ihren Kollegen von der Columbia University in New York (USA) die Ursachen entschlüsselt. „Pink1“ fungiert als eine Art Kontrolleur, der die Kraftwerke in den Nervenzellen prüft. Fällt dieser Inspekteur aus, gerät auch die Energieversorgung der Zellen in Gefahr. Die Ergebnisse sind im Journal of Biological Chemistry (Cell Biology and Neurobiology) veröffentlicht, dessen...

Chronische Hirnentzündungen begünstigen Alzheimer

Chronische Hirnentzündungen können die für Alzheimer charakteristischen Eiweiss-Ablagerungen, so genannte Beta-Amyloid-Plaques, auslösen. Forschende der Universität Zürich beweisen, dass Hirnentzündungen eine Ursache und nicht reine Folge der Neuropathologie sind und möglicherweise auch den Abbau kognitiver Leistungen verursachen. Seit der ersten Fallbeschreibung ist klar: Hirnentzündungen sind ein wichtiger Bestandteil der Alzheimer-Krankheit. Zwar haben mehrere Studien die Wirksamkeit entzündungshemmender Medikamente untersucht und ...

Insulingabe in frühen Diabetesstadien und Fischöl-Kapseln schützen nicht vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine frühe Therapie mit Langzeit-Insulin kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetes Typ 2 nicht effektiver vorbeugen als die Standardbehandlung mit blutzuckersenkenden Tabletten. Zu diesem Ergebnis kommt eine kontrollierte Studie an mehr als 12 500 Patienten, die im New England Journal of Medicine (NEJM) erschienen ist. Die frühe Insulintherapie reduzierte jedoch das Neuauftreten von Diabetes mellitus Typ 2. Die Studie ergab auch, dass die tägliche Einnahme von Fischöl-Kapseln Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit beginnendem Diabetes Typ 2 nicht...

Schützt Zartbitterschokolade vor Herzinfarkt und Schlaganfall?

Menschen mit erhöhtem Blutdruck und erhöhten Cholesterinwerten können durch den täglichen Verzehr von Zartbitterschokolade Herz-Kreislauf-Erkrankungen eventuell vorbeugen. Dies legen Berechnungen im Rahmen einer aktuellen Studie australischer Forscher nahe. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) rät angesichts dieser Ergebnisse Genussmenschen mit Bluthochdruck und hohen Blutfettwerten zu mehr Bewegung und zur gesünderen, dunklen Schokolade.

Juni 2012

Männer werden anders krank als Frauen: Gender-Curriculum für Medizinstudierende

Eine 70-jährige Patientin wird mit stechenden Schmerzen in der Brust in die Kardiologie eingeliefert. „Herzinfarkt" vermutete der diensthabende Arzt, doch die Untersuchungsergebnisse mögen nicht recht zu seiner Diagnose passen. Ulmer Studierende der Humanmedizin sollen künftig auch eine Stress-Kardiomyopathie (Broken-Heart-Syndrom) in Erwägung ziehen: Diese Funktionsstörung des Herzens trifft fast ausschließlich ältere Frauen nach seelisch oder körperlich belastenden Stresssituationen. Die Kardiomyopathie heilt oft innerhalb...

Epilepsie: Zonisamid könnte aufgrund seiner substanzspezifischen Vorteile eine hilfreiche Option in der Monotherapie sein

Die renommierte internationale Fachzeitschrift The Lancet Neurology veröffentlichte vor kurzem positive Ergebnisse der Phase-III-Studie zur Monotherapie mit Zonisamid, die die Nicht-Unterlegenheit von einmal täglich verabreichtem Zonisamid gegenüber kontrolliert freigesetztem Carbamazepin (1). Carbamazepin ist die etablierteste Monotherapie für Epilepsiepatienten, bei denen fokal beginnende Anfälle (die häufigste Anfallsform) neu diagnostiziert wurden (2). Zonisamid könnte sich aufgrund der vorliegenden Studienergebnisse als geeignete initiale...

Aktivsein im Urlaub: Besser als manche Medizin

Mit Spaß aktiv sein, vor allem im Urlaub, kann heilen. Auf diese einfache Formel bringen führende Sportwissenschaftler heute eine Vielzahl von Forschungsergebnissen über die Auswirkungen von Aktivitäten im Urlaub und im Alltag. Bewegung ist demnach bei vielen Krankheiten ein hoch wirksames Therapiekonzept. "Es scheint kaum noch eine Krankheit zu geben, bei der Bewegung nicht zumindest als ein Teil der Therapie betrachtet werden kann", sagt Professor Braumann, der Leiter des Instituts für Sport- und Bewegungsmedizin an der Universität Hamburg.

CHMP empfiehlt EU-weite Zulassung von Glycopyrronium zur bronchialerweiternden Erhaltungstherapie von COPD-Patienten

Das Committee for Medicinal Products of Human Use (CHMP) hat eine positive Empfehlung für die EU-weite Zulassung von NVA237 (Glycopyrronium; Seebri® Breezhaler®) für die einmal tägliche Inhalation von 44 μg (50 μg Gycopyrronium je Kapsel) zur bronchialerweiternden Erhaltungstherapie zur Symptomlinderung bei erwachsenen Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) abgegeben. Diese Information hat Novartis am 22. Juni von der European Medicines Agency (EMA) erhalten.

Start des Deutschen Lipidapherese-Registers

Rund 400.000 Menschen sind in Deutschland von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen betroffen. In bestimmten Konstellationen, insbesondere bei Patienten mit der vererbten Form einer Hypercholesterinämie und bei Nichtansprechen auf eine diätetische und medikamentöse Therapie ist eine Lipidapherese-Therapie notwendig. Etwa 1.300 Patienten werden bundesweit mit dieser Therapieform behandelt. Das extrakorporale Blutreinigungsverfahren entfernt LDL-Cholesterin und weitere Atherosklerose fördernde Lipoproteine aus dem Blut. Seit 1974 wurden sechs...

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Mit Rheuma werden gemeinhin Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat mit fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen bezeichnet, oft einhergehend mit einer Einschränkung der Funktionsfähigkeit. Etwa 200 bis 400 einzelne Erkrankungen werden mittlerweile unter Rheuma verzeichnet, die sich im Beschwerdebild, dem Verlauf und der Prognose sehr unterscheiden. Entgegen weit verbreiteter Meinung ist es keine Erkrankung nur älterer Menschen, betont Prof. Christoph Baerwald, 1. Sprecher des Rheumazentrums am Universitätsklinikum Leipzig anlässlich des...