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Medizin

April 2012

Reizdarm: Seltener Protozoe könnte Bedeutung bei chronischen Magen-Darm-Problemen haben

Der zu den Protozoen gehörende Einzeller Blastocystis hominis könnte eine Bedeutung bei chronischen Magen-Darm-Problemen bei Kindern und Jugendlichen haben. Für die Präsentation der Forschungsarbeit zu diesem Thema wurde Dr. Antje Voigt aus der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Posterpreis der Sächsisch-Thüringischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ausgezeichnet. Es handelt sich um die Fachgesellschaft der Kinderärzte in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Rheumatoide Arthritis: Hausärzte und Rheumatologen gemeinsam für schnellere Diagnose und bessere Therapiekontrolle

Schmerzen und Unbeweglichkeit der Gelenke sowie allgemeine Abgeschlagenheit und Erschöpfung: Mit diesen Symptomen wenden sich viele Patienten erstmalig an ihren Hausarzt. Dieser kann anhand einer einfachen Tastuntersuchung und ersten Laborergebnissen schnell feststellen, ob ein Verdacht auf rheumatoide Arthritis vorliegt. Dann sollte der Patient beim Rheumatologen vorstellig werden. Dies ist umso wichtiger, da bei der entzündlich-rheumatischen Erkrankung eine rasche Diagnose und ein früher Therapiebeginn die Inflammation und letztlich die Gelenkzerstörung aufhalten können. Verordnet wird...

Wissenschaftler entdecken Ursache für Parodontitis

Forschungsergebnis birgt neue Therapieansätze für die Behandlung von chronisch-entzündlichen Krankheiten wie Parodontitis: Prof. Triantafyllos Chavakis von der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden sowie vom Institut für Physiologie der Medizinischen Fakultät der TU Dresden entdeckte im Verbund mit internationalen Forschern die Ursache für Parodontitis. Demnach ermöglicht die verringerte Bildung eines Proteins den Entzündungsprozess. Die Forschungsergebnisse werden in der Mai-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Nature Immunology publiziert.

Tuberöse Sklerose: Everolimus ermöglicht erstmals kausale Therapie

Die tuberöse Sklerose (TSC) ist eine genetisch bedingte komplexe Systemerkrankung mit vielen Gesichtern. Nahezu alle Organe werden von Fehlbildungen und gutartigen Tumoren befallen. Dazu zählt auch das subependymale Riesenzellastrozytom (SEGA), an dem bis zu 20% der TSC-Patienten erkranken. Das SEGA manifestiert sich in Form eines Hydrozephalus sowie neurologischer Ausfälle und kann letal enden. TSC-Patienten mit SEGA war bis vor kurzem ausschließlich die chirurgische Resektion anzubieten. Sie kann aber Komplikationen nach sich ziehen, weil die Tumoren tief im Hirn lokalisiert sind. Seit...

Ergebnisse der PREFER-Studie: Eine Einzeldosis Ferinject® verringert Fatiguesymptome bei eisendefizienten, nicht-anämischen Frauen

Die Ergebnisse einer neuen klinischen Studie zeigen, dass eine Einzeldosis von 1.000 mg des intravenös zu verabreichenden Eisenpräparats Ferinject® zu einer raschen Verringerung von Fatigue bei symptomatischen eisendefizienten, nicht-anämischen Frauen führt (1). Die Ergebnisse der PREFER-Studie – der ersten klinischen Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Ferinject® bei eisendefizienten, nicht-anämischen Frauen im gebärfähigen Alter mit unerklärten Fatiguesymptomen – wurden am 16. April 2012 an einem Symposium des Kongresses der Deutschen...

Pflaster gegen Heuschnupfen: Pollenextrakte lösen in der Haut korrigierende Abwehrreaktionen aus.

Ein Pflaster mit Pollenextrakten kann die Symptome des Heuschnupfens um 70 Prozent lindern. Dies zeigen Forschende am Universitätsspital Zürich in einem vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten klinischen Versuch. Laufende Nase, tränende Augen: Menschen, die an Heuschnupfen leiden, freuen sich nicht auf den Spätfrühling, wenn die Gräser blühen. In der westlichen Welt ist jede dritte Person allergisch auf Graspollen, die sich ungefähr von Anfang Mai bis Mitte Juli mit dem Wind ausbreiten. Die einzige wirksame Behandlung gegen Heuschnupfen besteht darin, die überschiessende...

Alport-Syndrom: Blutdruckmedikament schützt vor frühem Nierenversagen

Bei Menschen mit dem erblichen Alport-Syndrom versagen die Nieren im frühen Erwachsenenalter ihren Dienst, das Blut zu reinigen. Betroffene sind lebenslang auf Blutwäsche angewiesen. Ein Medikament gegen Bluthochdruck kann den Nierenschaden oft um viele Jahre hinauszögern, und auch gesunde Träger des Erbleidens profitieren von einer vorbeugenden Behandlung. Dies zeigte Professor Dr. med. Oliver Gross vom Universitätsklinikum Göttingen in zwei europaweiten Studien. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) zeichnet ihn dafür mit dem Präventionspreis der Deutschen Stiftung...

Chirurgen diskutieren über bessere Work-Life-Balance in ihrem Fach

Rund 20 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland leiden unter Burnout. Bereits jeder Vierte weist erste Anzeichen für einen Erschöpfungszustand auf. Die Ursachen reichen von Versagensängsten bis hin zur klassischen Überbelastung und Verlust der Lebensqualität durch zu hohe Arbeitszeiten. Die Folgen: Ärzte erkranken zunehmend, immer weniger Nachwuchs lässt sich für die ärztliche Tätigkeit begeistern und die künftige medizinische Versorgung in Deutschland ist beeinträchtigt. Inwiefern Chirurgen von Burnout betroffen sind, diskutieren Experten auf dem 129. Kongress der Deutschen...

Integrin alpha-3-Mutation: Neue erbliche Erkrankung identifiziert

In einer weltweiten Kooperation, koordiniert durch Prof. Dr. Cristina Has, Ärztin an der Universitäts-Hautklinik Freiburg, konnten Wissenschaftler eine neue Krankheit identifizieren. Die Krankheit ist komplex und weist Symptome in mehreren Organen auf. Haut, Niere und Lunge sind von ihr betroffen. Die Ursache sind Mutationen im Gen für das Eiweißmolekül Integrin alpha-3. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachmagazin New England Journal of Medicine veröffentlicht.

DGIM: Epigenetik verbessert Kenntnis von Krankheiten

Krankhaftes Übergewicht und Typ-2-Diabetes mellitus während der Schwangerschaft erhöhen für das ungeborene Kind das Risiko, später selbst daran zu erkranken. Denn nicht nur die Erbsubstanz bestimmt, mit welchen angeborenen Merkmalen und Krankheiten ein Mensch zur Welt kommt. Entscheidend ist auch, welche Gene später aktiv werden und sich ausprägen. Diese „Epigenetik“ lässt Rückschlüsse darauf zu, wie beispielsweise Diabetes oder auch Krebs entstehen. Forscher finden darin Ansätze für neue Therapien.

Studie: Neuer Biomarker ermöglicht Prognose bei Herzschwäche

Der neuer Biomarker KIM-1 (Kidney injury molecule-1) soll bei Herzschwäche-Patienten eine Prognose der Sterblichkeit ermöglichen. KIM-1 korreliert mit dem Schweregrad der Herzschwäche (Herzinsuffizienz, HI), hat einen prognostischen Wert bezogen sowohl auf die Gesamtmortalität als auch auf einen kombinierten Endpunkt aus Gesamtmortalität und Wiedereinweisungs-Wahrscheinlichkeit in ein Krankenhaus ("Rehospitalisationsrate"). Das berichtet Dr. Carsten Jungbauer (Regensburg) auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim.

Immunsystem unterscheidet zwischen lebendigen und toten Bakterien

Auf lebende Krankheitserreger reagiert der Körper mit Abwehr, tote dagegen ignoriert er – diese beseitigen Fresszellen. Wie das Immunsystem die Lebenszeichen von Bakterien – die sogenannte Viabilität – erkennt, zeigte der Nachwuchsforscher Dr. med. Leif Erik Sander aus Berlin in mehreren Experimenten. Für seine in dem hoch renommierten Fachmagazin Nature veröffentlichten Erkenntnisse zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) den Infektiologen mit dem Theodor-Frerichs-Preis 2012 aus. Der Preis ist mit 30 000 Euro dotiert. Die DGIM verlieh ihn am 15. April 2012...

Genauere Diagnose der Alzheimer-Erkrankung durch nuklearmedizinische Verfahren

Zunehmende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten haben in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland und anderen westlichen Industrienationen zu einer Umkehr der so genannten Alterspyramide geführt. Dementsprechend nimmt auch die Anzahl von Patienten mit Erkrankungen des hohen Lebensalters wie beispielsweise Demenzen beständig zu. Ursachen und Mechanismus der Alzheimer Erkrankung sind derzeit noch nicht vollständig geklärt. Mittels nuklearmedizinischer, bildgebender Diagnoseverfahren besteht aber nun die Chance, die diagnostischen Möglichkeiten zur Früh- und Frühsterkennung der...

Paul Schölmerich Preis für Innere Medizin 2012: Neueste Erkenntnisse zu Stammzellforschung und Bluthochdruck

Die Deutsch-Rumänische Akademie verleiht den mit 8000 Euro dotierten Paul Schölmerich Preis für Innere Medizin dieses Jahr an zwei Mediziner: Dr. med Sebastian Arnold vom Universitätsklinikum Freiburg hat einen Schlüsselfaktor identifiziert, um Herzmuskelzellen aus Stammzellen zu gewinnen. Vor allem die frühen Schritte der Entwicklung wurden bisher nur unzureichend verstanden. Dr. med. Philip Wenzel von der Medizinischen Klinik und Poliklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erhält den Preis für seine Forschung zur Entstehung von Bluthochdruck und den daraus folgenden...

Studie: Kardiale Magnetresonanz-Tomographie sagt Infarktrisiko voraus

Eine deutsche Studie zeigt, dass sich das individuelle Herzinfarkt-Risiko mittels kardialer Magnetresonanz-Tomographie zuverlässig voraussagen lässt. Bei Patienten mit unauffälligem Stress-MRT-Befund lag das Risiko eines kardialen Ereignisses bei nur 0,6 Prozent pro Jahr. Mit dieser Methode lässt sich auch sehr sicher sagen, welchen Patienten man zum Herzkatheter schicken muss und wer mit Medikamenten behandelt werden kann.

Blutdruck bei jedem zweiten Diabetiker zu hoch

Laut einer neuen Analyse des National Health Service für England ist die Anzahl der Diabetiker, die ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren, in den vergangenen Jahren bei rund 50 Prozent stehen geblieben. Experten von Diabetes UK riskieren die Patienten damit schädliche Komplikationen. Denn ein hoher Blutdruck erhöht die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen des Herzens, Nierenversagen oder eines Schlaganfalls. Laut Diabetes UK brauchen die Betroffenen mehr Unterstützung beim Umgang mit ihrer Krankheit.

Vorhofflimmern-Update 2012: Wer profitiert von Dronedaron?

Vorhofflimmern (VHF) ist eine Erkrankung mit einem heterogenen Patientenbild: Dauer und Stadium der Erkrankung, Komorbiditäten und Alter sind zentrale Unterschiede und ausschlaggebend für die Therapiewahl. Im Rahmen der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie 2012 referierten und diskutierten Experten. Konsens der Referenten: Die gründliche Anamnese bildet die Grundlage für die Therapieentscheidung. Für den behandelnden Arzt bleibt die Aufgabe, die Daten aus klinischen Studien in den kardiologischen Alltag zu übersetzen. Dabei zeigt sich, dass der Einsatz von Dronedaron...

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Neues Verfahren bietet erstmals Heilungschance bei Lymphstauungen. Vor allem Krebspatienten haben darunter zu leiden: Zwar ist der Krebs erfolgreich behandelt, doch zurück bleiben Folgen wie beispielsweise Lymphstauungen an Armen und Beinen. Meist handelt es sich um geschwollene, schmerzende Extremitäten, in denen die Lymphflüssigkeit nicht mehr abfließen kann, weil das feine System der dafür nötigen Kanäle beschädigt wurde. Bisher konnten nur die Symptome gelindert werden, oft eine unbefriedigende und lebenslang leidvolle Situation für die...