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Medizin

Mai 2012

Neue Therapien bei Diabetes Typ 1 – Erfolgsquote bei Typ 2 verbessern

Ein wichtiger Bestandteil bei der Therapie des Diabetes Typ 2 ist die Umstellung des Lebensstils. Mehr Bewegung, gesunde Ernährung und vor allem Übergewicht abbauen sind der Schlüssel zum Erfolg. Jedoch gelingt es weniger als 20 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2, die entscheidenden Kilos abzunehmen, um zu hohen Blutzuckerwerten und Folgeerkrankungen entgegenzuwirken. Auf der 47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) diskutieren Diabetologen gemeinsam mit Hormonwissenschaftlern, Psychologen und Allgemeinmedizinern über alternative Behandlungsansätze bei Diabetes Typ 2...

Entstehung der diabetischen Neuropathie: Methylglyoxal erhöht Reizbarkeit schmerzleitender Nervenzellen

Viele zuckerkranke Menschen leiden unter chronischen Schmerzen, besonders in den Waden und Füßen. Den Mechanismus der diabetischen Nervenerkrankung haben Wissenschaftler um Professor Dr. Angelika Bierhaus und Professor Dr. Peter P. Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abeilung Innere Medizin I und Klinische Chemie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, nun aufgeklärt: Das Stoffwechselprodukt Methylglyoxal, das beim Abbau von Zucker im Blut entsteht, bindet an schmerzleitende Nervenzellen und macht sie überempfindlich.

Tumoranämie-Register: antianämische Therapiestrategien bei Krebspatienten

Die Anämie ist eine der häufigsten Begleiterscheinungen bei Krebspatienten. Sie geht mit erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität und des Wohlbefindens einher und bedarf bei entsprechendem Leidensdruck einer effektiven Behandlung. Um verschiedene antianämische Therapiestrategien bei onkologischen Patienten mit Tumor- oder Tumortherapie-assoziierter Anämie im Behandlungsalltag in deutschen Arztpraxen zu erfassen, wurde das Tumoranämie-Register ins Leben gerufen.

Erste Studie zu chronischem Juckreiz in der Allgemeinbevölkerung

Jeder Fünfte leidet einmal im Leben unter mindestens 6 Wochen anhaltendem Juckreiz. Zu diesem Ergebnis ist eine repräsentative Umfrage mit 2.540 Teilnehmern im Rhein-Neckar-Kreis gekommen, die von der Abteilung für Klinische Sozialmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg durchgeführt wurde. Die Studie liefert die weltweit ersten Daten zur Häufigkeit des chronischen Juckreiz in der Bevölkerung. „Chronischer Juckreiz ist in der Allgemeinbevölkerung weiter verbreitet, als bislang angenommen wurde“, erklärt Studienleiterin Professor Dr. Elke Weisshaar.

Herzschwäche bei Diabetes wird häufig übersehen und erst spät behandelt

Mehr als drei Viertel aller Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 sterben an Herz-Kreislauferkrankungen, vor allem am Herzinfarkt. Etwa die Hälfte aller Diabetiker leidet an Herzschwäche. Eine Herzinsuffizienz wird bei ihnen häufig zu spät erkannt, da viele Patienten zu Beginn der Erkrankung keine Beschwerden verspüren. Herzkranke Menschen mit Diabetes haben daher eine deutlich niedrigere Lebenserwartung als herzgesunde. Die Therapie der Herzinsuffizienz bei Diabetikern ist eines der Themen, über die Experten beim Diabetes Kongress 2012, der 47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes...

Thalassämie, Sichelzellkrankheit: Hämoglobinopathien auch hierzulande zunehmend relevant

Hämoglobinopathien wie die Thalassämie-Syndrome und die Sichelzellkrankheit sind weltweit die beiden häufigsten Krankheiten, die monogen vererbt werden. Traten sie ursprünglich vor allem im mediterranen Raum sowie in weiten Teilen Asiens und in Afrika auf, kommen sie im Zug der Globalisierung mittlerweile auch in westlichen Ländern vor und bedeuten eine Herausforderung für deren Gesundheitssysteme. Was das adäquate Management mit den Hämoglobinopathien anbelangt, existiert auch hierzulande nach Ansicht der Experten ein nicht unerheblicher Nachholbedarf.

Patientenbroschüren zu Arthrose, Gelenkschmerzen und Osteoporose jetzt auch in türkischer Sprache kostenlos verfügbar

Türkischsprachige Patienten und deren Angehörige können ab sofort aktuelle, übersichtliche und patientenverständliche Ratgeber zu drei wichtigen Krankheitsbildern kostenfrei als Druckexemplar bestellen oder online als Download beziehen. Im Informationsblatt zur Arthrose werden Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten der Erkrankung erklärt und Hinweise zum richtigen Verhalten gegeben. In der zweiten Broschüre zum Thema Gelenkschmerzen werden verschiedene mögliche Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten dieser Beschwerden erläutert. Der dritte Ratgeber zeigt die drei Grundpfeiler für...

Palliativmedizin im Dialog: Interaktive und praxisnahe Fortbildung zu den vorrangigen Problemen der palliativen Patientenversorgung

Multidisziplinäre Therapieansätze sind der Schlüssel zu einer optimalen Versorgung von Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen. Im praktischen Alltag stellen die palliativtherapeutischen Vorgehensweisen die behandelnden Ärzte – Kliniker wie niedergelassene – häufig vor erhebliche Herausforderungen. Wie kann der einzelne Arzt den zahlreichen Anforderungen gerecht werden? Welche Art der Schmerztherapie ist in welcher Situation besonders hilfreich? Welche Fallstricke sind zu beachten? Worauf sollte man sich in Krisensituationen einstellen? Wie bringt man sich erfolgreich in ein...

Unimedizin Greifswald beteiligt sich an der ersten großen deutschlandweiten COPD-Studie

In Deutschland existiert bislang keine Datenbasis, die es ermöglicht, den Verlauf der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung im Detail zu untersuchen. Experten vermuten, dass bei Entstehung und Verlauf der COPD sowohl lokale als auch systemische entzündliche Prozesse eine Rolle spielen. Auch die Tatsache, dass COPD häufig zusammen mit anderen Erkrankungen, beispielsweise des Herz-Kreislaufsystems, auftritt, bedarf einer näheren Untersuchung. Es ist nämlich nicht klar, in welcher Weise der Verlauf der COPD von diesen anderen Erkrankungen abhängt oder sogar durch sie bestimmt ist. Die...

Rolle der mRNA bei der Entstehung von Herz- und Gefäß-Erkrankungen

Mindestens 30 Prozent der Gene im menschlichen Körper werden durch winzige Stückchen der Ribonukleinsäure reguliert, die ursprünglich als wertlose „junk-RNA“ galten. Die heute als microRNAs bekannten Molekülketten wurden zuerst 1993 beim Fadenwurm C. elegans entdeckt. Inzwischen sind beim Menschen mehr als 1500 microRNAs beschrieben worden. Die Arbeitsgruppe von Prof. Stefanie Dimmeler erforscht die Rolle der RNA-Schnipsel bei der Entstehung von Herz- und Gefäß-Erkrankungen.

TGN1412 – wichtiger Kofaktor identifiziert – Potenziale und Risiken superagonistischer Antikörper

Vor sechs Jahren kam es bei einer klinischen Studie mit dem monoklonalen Antikörper TGN1412 bei den Studienteilnehmern zu einer Entgleisung des Immunsystems mit Multiorganversagen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben jetzt die Interaktion des induzierbaren Kostimulators "ICOS" auf der T Zelle mit seinem Liganden "LICOS" auf der Endothelzelle als wichtigen Auslöser der Immunreaktion durch TGN1412 identifiziert. Dass über zwei kostimulatorische Signale eine polyklonale T Zellaktivierung induziert werden kann, zeigt zum einen die Möglichkeiten, zum anderen aber auch die Risiken solcher...

Übergewicht als Hauptrisikofaktor für Schlafstörungen

Etwa 840 000 Frauen und über 1,5 Millionen Männer zwischen 30 und 60 Jahren haben gefährliche Atemaussetzer im Schlaf – die so genannte obstruktive Schlafapnoe (OSA). Meist sind Menschen mit starkem Übergewicht betroffen. Sie leiden infolge eines nicht-erholsamen Schlafes unter Tagesschläfrigkeit, sind weniger leistungsfähig und häufig unfallgefährdet. Bei schwerer Schlafapnoe steigt die Gefahr von Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Störungen oder Diabetes Typ 2.

Hepatitis C: Virale Heilung durch interferonfreie Therapie bei bis zu 82 Prozent der Patienten (GT1a und 1b)

Neue Studienergebnisse der größten interferonfreien Phase-II-Studie zeigen, dass bis zu 82 Prozent der Hepatitis-C (HCV)-Patienten nach nur 28-wöchiger Behandlung eine virale Heilung erreichten. (1) Diese Ergebnisse wurden bei Patienten mit den häufigen Genotypen 1a CC und 1b beobachtet, die mit direkt wirksamen in der klinischen Prüfung befindlichen antiviralen Substanzen von Boehringer Ingelheim behandelt wurden.

Europäische Allergiestudie: Große Unterschiede bei Pollen-Aggressivität

In einer europaweiten Studie untersuchten Wissenschaftler das allergische Potenzial von Birken, Gräsern und Oliven. Die Pollen dieser drei Pflanzen sind in Europa die wesentlichen Auslöser für Heuschnupfen. Die allergische Reaktion gegen eine bestimmte Pollenart kann dabei höchst unterschiedlich ausfallen. Wie die Forscher der Hialine-Studie jetzt feststellten, variiert auch die Schlagkraft der Pollen: Abhängig von Zeit und Region produzieren die Pollen verschieden große Mengen an Eiweißverbindungen, die letztlich für die allergische Immunantwort verantwortlich sind.

Typ-2-Diabetes: Conkunitzin-S1 aus der Kegelschnecke könnte als nebenwirkungsarmes Therapeutikum fungieren

Kegelschnecken sind im Meer lebende Raubtiere. Sie lauern am Grund des Meeres kleinen Fischen auf und injizieren ihrer Beute durch einen Rüssel einen Giftcocktail, der sie lähmt. Die Einzelbestandteile dieser Gifte, die sogenannten Conopeptide, sind bekannt für ihre außergewöhnlichen pharmakologischen Eigenschaften und ihr pharmazeutisches Potenzial. So wird mit Ziconotid (Prialt) bereits ein Conopeptid als Schmerzmittel eingesetzt und stellt eines der ersten Medikamente überhaupt dar, die aus einem marinen Organismus stammen.

Magen-Darm-Erkrankungen als Risikofaktoren für Osteoporose in vielen Richtlinien nicht berücksichtigt

Es gibt immer mehr Belege für einen Zusammenhang zwischen Osteoporose und Störungen des Magen-Darm-Trakts. Gastroenterologen sind daher aufgefordert, sich künftig stärker am Kampf gegen die Osteoporose zu beteiligen. Außerdem ist es an der Zeit, den Risikofaktoren im Zusammenhang mit Magen-Darm-Erkrankungen in den europäischen Richtlinien zur Osteoporose-Prävention einen höheren Stellenwert einzuräumen. Dazu Frau Professor Heidi-Ingrid Maaroos der Universität von Tartu, Estland, im Namen der United European Gastroenterology (UEG): „Es muss noch viel mehr getan werden, um ein Bewusstsein...

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