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Medizin

Mai 2012

Fettqualität beeinflusst Blutzuckerspiegel, körperliche Aktivität und Gehirnaktivität

Der Konsum von tierischen Fetten kann die Gehirnfunktion und den Schlaf verändern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen. Danach führt eine gesteigerte Aufnahme von Milchfett zu erhöhten Blutzuckerwerten, einer verminderten Gehirnaktivität und weniger Bewegung. Dies ist bei einer vergleichbaren Aufnahme von Rapsöl, das reich an ungesättigten Fettsäuren ist, nicht der Fall. Die Forscher weisen darauf hin, dass Fette, die einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthalten, das Diabetesrisiko erhöhen und die Hirnleistung reduzieren.

DFG-Schwerpunktprogramm soll Wirkung von Darmbakterien auf Immunsystem aufklären

Eine Billon Bakterien pro Quadratmeter – das mikrobielle Ökosystem im Darm ist komplex und beeinflusst die Gesundheit. Die Entstehungsmechanismen von entzündlichen Darmerkrankungen und die Anfälligkeit für Infektionen stehen im Mittelpunkt eines neuen Schwerpunktprogramms, dessen Einrichtung die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beschlossen hat. Die Koordination übernehmen Prof. Dirk Haller von der Technischen Universität München und Prof. Ingo Autenrieth von der Eberhard Karls Universität Tübingen. Ab Anfang 2013 soll das Programm gemeinsam mit neun weiteren DFG-Schwerpunkten seine...

Ultraschall verbessert Diagnose bei Karpaltunnelsyndrom

Das sogenannte Karpaltunnelsyndrom tritt vor allem bei Menschen auf, die ihre Hand beruflich stark belasten, wie etwa Kassierer/innen oder Fließbandarbeiter/innen. Frauen erkranken etwa dreimal häufiger daran. Ursache sind meist Ödeme oder Entzündungen, die auf die Nerven in der Handwurzel drücken. Selten stecken aber auch Tumoren oder Blutgerinnsel hinter dieser meist schmerzhaften Erkrankung, die fast die Hälfte aller nichttraumatischen Nervenschädigungen ausmacht. Erfolgt die Diagnose zu spät, verlieren Betroffene das Gefühl in Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger. Dann muss oft...

Leitlinienkonforme Therapie der rheumatoiden Arthritis

Zu den Tumor-Nekrose-Faktor-α (TNFα)-assoziierten chronisch-entzündlichen Erkrankungen gehören die rheumatoide Arthritis, die Arthritis psoriatica, die Spondylitis ankylosans sowie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie die Lebensqualität drastisch einschränken und die Morbidität sowie Mortalität in die Höhe treiben. Angesichts dieser Situation ist eine leitlinienkonforme Therapie anzustreben, bei der auch die TNFα-Antagonisten einen großen Stellenwert besitzen.

Ist Magen-OP gegen Typ 2-Diabetes nachhaltig erfolgreich?

Bereits jeder fünfte Erwachsene in Deutschland ist gemäß der Nationalen Verzehrsstudie stark übergewichtig. Gut eine Million ist mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 40 sogar schwer adipös. Zahlreiche Betroffene leiden auch unter Diabetes Typ 2. Bleiben Ernährungs-, Bewegungs- und Psychotherapien auf die Dauer erfolglos, kann ihnen eine bariatrische Operation beim Abnehmen helfen. Bei vielen der Diabetes-Patienten verbessert sich nach der OP auch die Stoffwechsellage, so dass sie zunächst keine Insulintherapie mehr benötigen. Ob dieser Effekt jedoch von Dauer ist und die bariatrische...

Belimumab bei Lupus: Zusatznutzen ist nicht belegt

Belimumab (Handelsname Benlysta®) ist seit Februar 2012 als Zusatzbehandlung für erwachsene Patientinnen und Patienten mit der Autoimmunerkrankung "systemischer Lupus erythematodes" (SLE) zugelassen. Der monoklonale Antikörper kommt nur infrage, wenn die Erkrankung trotz Standardbehandlung weiter aktiv ist. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat jetzt den Zusatznutzen des Wirkstoffs gemäß AMNOG überprüft.

Forscher finden neue Erbgut-Varianten für Adipositas

Dicksein hat viele Ursachen: etwa zu viel oder falsches Essen und wenig Bewegung. Tatsächlich liegt es aber auch in der Familie. Ob jemand übergewichtig wird, bestimmen zu mehr als 50 Prozent die Erbanlagen. Knapp drei Dutzend Gene, die das Körpergewicht regulieren, sind schon bekannt. Ein Forscherteam der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat nun gemeinsam mit Kollegen aus aller Welt zwei neue Erbanlagen entdeckt. Die Ergebnisse sind Teil einer großen internationalen Studie.

Zusatznutzen von Fampridin ist nicht belegt

Fampridin (Handelsname Fampyra®) ist seit Juli 2011 in Deutschland für Patientinnen und Patienten zugelassen, die als Folge einer Multiplen Sklerose (MS), eine Gehbehinderung höheren Grades haben (Grad 4-7 auf der EDSS-Behinderungsskala). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen des Wirkstoffs gemäß AMNOG überprüft. Demnach gibt es keine Belege für einen Zusatznutzen. Denn der Hersteller hat in seinem Dossier keine verwertbaren Studiendaten für einen Vergleich von Fampridin mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie...

EU-Zulassung für Pasireotid: Erste medikamentöse Therapie für Patienten mit Morbus Cushing

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA(A) hat am 25. April 2012 das Somatostatin-Analogon Signifor® (Pasireotid) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Morbus Cushing zugelassen, für die ein chirurgischer Eingriff keine Option ist oder bei denen eine Operation fehlgeschlagen ist. (1) Basis hierfür sind die positiven Ergebnisse der internationalen Phase-III-Studie, in der Pasireotid in den Dosierungen 0,6 mg bzw. 0,9 mg zweimal täglich subkutan (s.c.) injiziert wurde. Als primärer Endpunkt der Studie wurde die Normalisierung des freien Kortisolwertes im Urin (UFC(B)) nach...

Umstellung auf Fixkombination bringt Patienten mit unter Monotherapie unkontrolliertem Bluthochdruck schnell zum Zielwert

Aktuelle Daten zeigen, dass TWYNSTA® – eine Fixkombination aus dem Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB) Telmisartan und dem Kalziumantagonisten (CCB) Amlodipin zur täglichen Einmalgabe – zu einer schnellen und dauerhaften Absenkung des Blutdrucks führt, wodurch die meisten Patienten, deren Blutdruck unter einer Monotherapie mit Hemmern des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) unzureichend eingestellt ist, innerhalb von vier Wochen ihren Blutdruckzielwert erreichen können (1).

Verbessertes Verständnis von Entzündungsreaktionen

Bei einer Entzündung werden Gene neu abgeschrieben, um eine Abwehrreaktion des Körpers einzuleiten. Dabei wird das Eiweiß ARTD1 auf der DNA neu arrangiert. Diesen bis anhin unklaren Mechanismus haben nun Veterinärbiochemiker und Molekularbiologen der Universität Zürich entschlüsselt: ARTD1 wird von einer molekularen Schere in zwei Stücke geschnitten, was die Genabschreibung erleichtert. Die Resultate sind wegweisend für das Verständnis von Entzündungsreaktionen und die Entwicklung neuer Entzündungshemmer.

Studie zeigt fehlendes Problembewusstsein bei Eltern übergewichtiger Kinder

"Mein Kind ist doch nicht dick" oder "Das ist doch nur Babyspeck" sind Sätze, die häufig von Eltern mit übergewichtigen oder gar fettleibigen (adipösen) Kindern zu hören sind. Nach einer aktuellen Studie zur Teilnahme von Familien an einem Präventionsprogramm gegen Fettleibigkeit bei Kindern werden Eltern erst dann aktiv, wenn ihr Nachwuchs bereits adipös ist. Kindliches Übergewicht wird meist noch nicht als Problem erkannt. Die Studie ist ein Kooperationsprojekt des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen, des Kinderärztenetzwerks CrescNet und der...

Mechanismus für Entstehung von Autoimmunerkrankungen entdeckt

Im Laufe von Entzündungsprozessen treffen Zellen unseres Immunsystems nicht nur auf Krankheitserreger, sondern auch auf Reste toter körpereigener Zellen, die durch begleitenden Gewebsschaden akkumulieren. Um eine fehlgerichtete Immunreaktion gegen solche toten Zellen und die Entstehung von Autoimmunerkrankungen zu verhindern, müssen abgestorbene Zellen von Krankheitserregern getrennt und „entsorgt“ werden. Wie beides durchgeführt wird, war bisher unklar. Erstmalig konnte nun die Arbeitsgruppe von Dr. Gerhard Krönke an der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie des...

April 2012

Neuer Entstehungsweg für Makrophagen gefunden

Makrophagen spielen eine Schlüsselrolle bei der Immunabwehr. Die Zellen schützen den Organismus vor Infektionen und steuern Entzündungsreaktionen im Gewebe. Dabei unterscheiden sich Makrophagen je nach Einsatzort und Aufgaben. Ein Wissenschaftler der TU München hat nun untersucht, ob die verschiedenen Zelltypen eine gemeinsame embryonale Entstehungsgeschichte haben – und Überraschendes festgestellt: Abhängig von ihrer Herkunft bilden Makrophagen offensichtlich zwei eigenständige Zelllinien, die auch im Erwachsenenstadium fortbestehen. Die Arbeit wurde kürzlich in „Science“ vorgestellt.

Medizinische Fachgesellschaften und Patientenorganisationen setzen sich gemeinsam für eine verbesserte Prävention von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern ein

Auf dem WCC in Dubai hat " 1 Mission 1 Million – Herzenssache Schlaganfall" Pläne zum Start einer spannenden neuen Phase der Initiative bekannt gegeben. Der Sponsor der Kampagne, Boehringer Ingelheim, wird sich in Zusammenarbeit mit AntiCoagulation Europe (ACE), der Atrial Fibrillation Association (AFA), der Stroke Alliance for Europe (SAFE) und der World Heart Federation (WHF) weiter dafür einsetzen, das Bewusstsein für die Erkrankung Vorhofflimmern und das damit verbundene Schlaganfallrisiko zu erhöhen. Im Mittelpunkt der gobalen Initiative steht das Engagement von Betroffenen,...

500.000 Jahre alter Schädel: Ältester Tuberkulose-Nachweis beim Menschen erfolgt?

Bisher war sich die Wissenschaft einig: Tuberkulose trat erst vor einigen tausend Jahren das erste Mal beim Menschen auf. Ein internationales Forschungsteam aus den USA, der Türkei und aus Deutschland hat im Jahr 2004 einen Fund gemacht, der diese Vermutung in Frage stellt. Das Fundobjekt sind Einzelteile des Schädels eines Homo erectus, eines sogenannten Frühmenschen, aus der Pro-vinzstadt Denizli in der Türkei. An der Innenseite des 500.000 Jahre alten Schädels weisen Spuren darauf hin, dass dieser Frühmensch an einer durch Tuberkulose ausgelösten Hirnhautentzündung gelitten haben...

Genstudie liefert neue Einblicke in die Alzheimer-Erkrankung

Eine neue Studie könnte die medizinischen Behandlungsmethoden der Alzheimer Erkrankung verändern, an der weltweit mehr als 35,6 Millionen Menschen leiden. Wissenschaftler gehen gar davon aus, dass sich die Zahl der Erkrankungen bis zum Jahr 2050 verdreifachen wird. Die Studie wurde im April 2012 in der Wissenschaftszeitschrift „Nature Genetics“ veröffentlicht und beschreibt die Entdeckung neuer Gene, die bei der Entstehung von Alzheimer eine Rolle spielen könnten bis zu 20 Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome bei älteren Menschen.

Starkes Schnarchen fördert Arterienverkalkung

Bei Menschen über 50 Jahren ist das Schlaf-Apnoe-Syndrom - also gefährliche Atemstillstände während des Schlafs - assoziiert mit der Entwicklung einer Arterienverkalkung, und zwar unabhängig von anderen Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das zeigt eine Studie einer Forschergruppe aus Essen, Halle/Saale und Moers, die auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde.

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