Mittwoch, 18. September 2019
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Medizin

Beiträge zum Thema: Antibiotika

Oktober 2018

Neuer Wirkstoff gegen Anthrax: Neuprogrammierung von humanem Siderocalin zur Neutralisierung von Petrobactin

Ein Team um Professor Arne Skerra hat an der Technischen Universität München (TUM) eine neuartige Strategie entwickelt, um den Anthrax-Bazillus daran zu hindern, das für ihn lebensnotwendige Eisen aufzunehmen, indem sein spezieller Eisen-Komplexbildner neutralisiert wird. Da sich der Milzbrand-Erreger erst durch den Zugang zum Element Eisen im Körper verbreitet, sollte dies eine effektive Behandlung der lebensbedrohlichen Infektion ermöglichen.

Nosokomiale Pneumonie und Beatmungspneumonie: Ceftolozan/Tazobactam in Phase-III-Studie Meropenem nicht unterlegen

Ceftolozan/Tazobactam (ZERBAXA®) ist seit 2015 in der EU zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit komplizierten intraabdominellen Infektionen, akuter Pyelonephritis und komplizierten Harnwegsinfektionen zugelassen. Eine Zulassungsstudie der Phase III untersuchte nun die Wirksamkeit bei beatmungsassoziierter bakterieller Pneumonie (engl.: Ventilator-Associated Bacterial Pneumonia, VABP) und nosokomialer bakterieller Pneumonie (engl.: Hospital-Acquired Bacterial Pneumonia, HABP). In einer experimentellen Dosierung von Ceftolozan/Tazobactam wurde das Ziel der...

Mikrobiom-Modulation bei Darmerkrankungen

Über neue Wege bei der Therapie von Darmerkrankungen referierten international renommierte Experten aus interdisziplinärer Forschung, Klinik und Praxis im Rahmen des Symposiums der Microbiotica GmbH auf der 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)*. Dabei klar im Vordergrund: Das Darmmikrobiom und seine Rolle bei gastrointestinalen Erkrankungen, wie dem Reizdarmsyndrom (RDS), der symptomatischen unkomplizierten Divertikelkrankheit (SUD), Clostridium difficile-Infektionen (CDI) sowie Colitis ulcerosa...

Paradigmenwechsel in der TB-Behandlung: Genomsequenzierung ersetzt klassische Resistenztests

Im Kampf gegen die Tuberkulose (TB) ist das internationale Forscherteam des CRyPTIC-Konsortiums einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Eine groß angelegte Analyse des Erbguts von über 10.000 Erregerstämmen hat gezeigt, dass der Einsatz von Genomsequenzierungen die Behandlung von TB-Patienten verbessern kann. Mehr noch: Die Methode hat das Potenzial, die zeitintensive phänotypische Resistenztestung komplett zu ersetzen. Die Ergebnisse der von der Universität Oxford geleiteten Studie wurden in der aktuellen Ausgabe des New England Journal of Medicine...

September 2018

Keine eindeutige Wirkung von Hustenmedizin nachgewiesen

Keine eindeutige Wirkung von Hustenmedizin nachgewiesen
© Africa Studio / Fotolia.com

Zwar existieren zahlreiche Medikamente gegen Husten, Untersuchungen zu ihrer Wirksamkeit bei subakutem Husten wurden bisher aber nicht systematisch zusammengefasst. Forschende der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel haben nun 6 Studien zur Wirkung von Hustenmitteln untersucht. Keine der evaluierten Behandlungen zeigte dabei einen deutlichen Nutzen bei der Heilung von subakutem Husten, berichten die Forschenden im „British Journal of General Practice“.

Mechanismus, wie Toxine des resistenten Bakteriums Clostridium difficile in Darmzellen eindringen, aufgeklärt

Mechanismus, wie Toxine des resistenten Bakteriums Clostridium difficile in Darmzellen eindringen, aufgeklärt
© Klaus Aktories

Die Therapie bakterieller Infektionen mit Antibiotika schädigt häufig die Darmflora und führt zu Durchfall und Darmentzündungen. Oftmals sind Bakterien wie Clostridium difficile, die gegen Antibiotika resistent sind, dafür verantwortlich. Eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dr. Klaus Aktories vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität Freiburg hat in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Andreas Schlosser vom Rudolf-Virchow-Zentrum in Würzburg gezeigt, wie die giftigen Proteine des Keims in die Darmzellen...

Invasive Meningokokken-Erkrankungen: Mehr Fälle im ersten Halbjahr 2018 als im Vorjahreszeitraum

Invasive Meningokokken-Erkrankungen: Mehr Fälle im ersten Halbjahr 2018 als im Vorjahreszeitraum
© Adam Gregor / Fotolia.com

Im ersten Halbjahr 2018 (KW 1 bis 26) wurden in Deutschland 189 Fälle invasiver Meningokokken-Erkrankungen (IME) registriert. Das ist ein Plus von 30 Fällen und entspricht einem Anstieg der Erkrankungen von etwa 20% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Betroffen waren auch in diesem Jahr, wie für IME typisch, neben Kleinkindern unter 5 Jahren (23%), vorwiegend Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren (22%) (1).

Juni 2018

Nekrotisierende Fasziitis: Schutzeffekt von erregerspezifischen Antikörpern im frühen Infektionsstadium

Die nekrotisierende Fasziitis (NF) ist die schwerwiegendste Form eines durch Bakterien vermittelten Gewebeabsterbens. Ein Hauptschuldiger an dieser Erkrankung ist das Bakterium Streptococcus pyogenes. Die Infektionen verlaufen rasant, sind beim Erkrankten mit verheerenden Nebeneffekten von schweren Nekrosen bis zum toxischen Schock verbunden und enden oft tödlich. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt, ist sie mit einer medikamentösen Behandlung und der Entfernung des betroffenen Gewebes heilbar. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) haben...

Allogene Stammzelltherapie zur Behandlung von komplexen perianalen Fisteln bei Morbus Crohn

Allogene Stammzelltherapie zur Behandlung von komplexen perianalen Fisteln bei Morbus Crohn
© Dan Race / Fotolia.com

Die allogene mesenchymale Stammzelltherapie Darvadstrocel (Alofisel®) hat im März 2018 die Zulassung zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit perianalen Fisteln bei nicht-aktivem/gering aktivem luminalem Morbus Crohn erhalten, wenn die Fisteln auf mindestens eine konventionelle oder biologische Therapie unzureichend angesprochen haben (1). Für Patienten mit komplexen perianalen Fisteln, die als belastende und die Lebensqualität massiv einschränkende Komplikation bei Morbus Crohn auftreten (2), bedeutet die Zulassung eine vielversprechende...

Multiresistente Erreger schnell identifizieren

Diagnostizieren Ärzte bei einem Patienten eine Blutvergiftung, so erhält er sofort ein Breitbandantibiotikum. Doch oftmals wirkt das Medikament nicht. Multiresistente Erreger sind häufig der Grund dafür, dass eine Sepsis eskaliert und der Betroffene stirbt. Bislang dauert die Untersuchung auf Antibiotikaresistenzen mehrere Tage. Im Projekt PathoSept entwickeln Fraunhofer-Forschende gemeinsam mit Partnern ein modulares Komplettsystem, mit dem sich die Zeitspanne, um den Erreger zu identifizieren, auf neun Stunden verkürzen lässt.

Relebactam + Imipenem/Cilastatin bei Infektionen durch Imipenem-unempfindliche Erreger

Mit dem aktuell in der klinischen Entwicklung befindlichen Beta-Laktamase-Inhibitor Relebactam wurde in Kombination mit Imipenem/Cilastatin bei Patienten mit Infektionen durch Imipenem-unempfindliche Erreger ein vergleichbar gutes Gesamtansprechen wie mit Colistin plus Imipenem/Cilastatin erreicht. Darüber hinaus traten mit der Relebactam-Kombination weniger nephrotoxische Nebenwirkungen auf als in der Vergleichsgruppe. Dies zeigen die Ergebnisse der Phase-III-Studie RESTORE IMI 1, die kürzlich beim 28. Europäischen Kongress für Klinische Mikrobiologie und...

Tuberkulose: Klinische Erprobung eines neu entwickelten Medikaments startet

Das erste in Deutschland entwickelte Antibiotikum gegen Tuberkulose wird jetzt klinisch erprobt. Die neu entwickelte Prüfsubstanz mit der Bezeichnung BTZ043 ist auch gegen multiresistente Erreger wirksam, die zunehmend weltweit eine Behandlung erschweren. Das Projekt wird von Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Instituts (HKI) in Jena geleitet. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und das Konsortium InfectControl 2020...

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Regelmäßiges Blutdruckmessen ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um die schwerwiegenden Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Nierenschädigung zu verhindern. Besonders problematisch ist es, wenn der Blutdruck plötzlich ansteigt und Werte in Ruhe z. B. von 190-200 mmHg (oberer Wert) oder mehr erreicht. Für Patienten entscheidend für das weitere Vorgehen in dieser beunruhigenden Situation ist, ob der hohe Blutdruck nur mit geringfügigen Missempfindungen wie Gesichtsröte,...