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Beiträge zum Thema: Autoimmunerkrankungen

07. November 2018

© pixelcaos / Fotolia.com
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Multiple Sklerose: Umweltfaktoren und Darmbakterien befördern Entzündung

Die Ursachenforschung zur Multiplen Sklerose ist noch jung. Sie bringt Erkenntnisse hervor, die für die Vorbeugung und Behandlung der entzündlichen Nervenerkrankung relevant sind. „Umweltfaktoren machen zwei Drittel des MS-Risikos aus. Einige Einflussfaktoren wurden erst in jüngerer Zeit identifiziert. So hat sich zum Beispiel gezeigt, dass Zigarettenrauch, Übergewicht und übermäßiger Kochsalzkonsum Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen“, berichtet Professor Ralf Gold, Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Sprecher des Vorstands des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS). Über welche Mechanismen diese Faktoren in das Krankheitsgeschehen eingreifen und welche Rolle Darmbakterien bei Multipler Sklerose spielen, ist derzeit Gegenstand intensiver Forschung, so Ralf Gold auf der Neurowoche 2018. 

© peshkova / Fotolia.com
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Fortschritte bei Autoimmunenzephalitis: Zuverlässige Diagnostik und wirksame Behandlung

Die Autoimmunenzephalitis ist ein Beispiel für den rasanten Fortschritt der neurologischen Forschung. „Binnen eines Jahrzehnts wurde das vermeintlich mysteriöse Leiden als antikörpervermittelte Hirnentzündung enträtselt, die wir heute zuverlässig diagnostizieren und wirksam behandeln können“, sagt Professor Christian G. Bien, Bielefeld. Der Experte für immunvermittelte Erkrankungen des ZNS präsentierte heute beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) aktuelle Forschungsarbeiten zur Autoimmunenzephalitis. Christian Bien verwies auf die sehr hilfreichen 2016 publizierten internationalen klinischen Diagnosekriterien und warnte gleichzeitig davor, Antikörperbefunde überzuinterpretieren. „Für eine treffsichere Diagnose müssen Labor und Klinik immer zusammenpassen“, betont der Neurologe. Die DGN tagte bis 3. November im Rahmen der Neurowoche 2018 in der Messe Berlin.

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