Dienstag, 27. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Breezhaler
Breezhaler
Praxismanagement
13. Februar 2019

Nicht dokumentierte Leistungen – das Geld auf der Straße liegen lassen?

Wahrscheinlich gibt es keine Arztpraxis, in der es nicht passiert, dass Leistungen erbracht, aber nicht dokumentiert werden. Ein Praxisberater nennt die drei häufigsten Gründe für dieses verdienstschmälernde Kuriosum.
Anzeige:
Pneumovax
Pneumovax
Selbst in gut organisierten Arztpraxen werden erbrachte Leistungen manchmal nicht dokumentiert. Praxisberater Werner Lamers kennt viele der Gründe für diese Art, „sein Geld zu verschenken“. Er nennt uns die drei relevantesten.

1. „... wird ja sowieso nicht bezahlt!“

Oft werden Ziffern nicht dokumentiert, weil die Mitarbeiter (oder der Arzt) denken, dass die KV die Leistung sowieso streichen wird. Dabei wird vergessen, dass die Körperschaft die Dokumentation des tatsächlichen Leistungsgeschehens unbedingt benötigt für die nächs­ten Verhandlungen mit den Kassen. Wird eine Leistung nicht dokumentiert, spielt sie offensichtlich auch keine Rolle und wird in Zukunft finanziell nicht berücksichtigt werden. Außerdem wurden in der Vergangenheit immer wieder nachträgliche Änderungen der Abrechnungsmöglichkeiten vorgenommen. Profitieren konnten davon aber nur jene Ärzte, die diese Leistungen abgerechnet hatten. Und darüber hinaus kann das Ansetzen einer Leistung ein Kontrollansatz dafür sein, ob auch alle Zusätze und Sachkosten in diesem Zusammenhang berechnet wurden. Halten Sie Ihre Mitarbeiter und sich selbst dazu an, wirklich jede Leistung zu dokumentieren!

2. Steigerungsmöglichkeiten in der GOÄ nicht genutzt

Immer wieder werden aus Unsicherheit, dass die Privatkassen sie wieder streichen könnten, Leistungen nur zum Mittelwert oder sogar darunter abgerechnet. Richtig ist, dass eine Beratung, die neun Minuten dauert, nicht mit der Ziffer 3 GOÄ berechnet werden kann, da sie eine Mindestdauer von zehn Minuten voraussetzt. Die Ziffer 1 dagegen kann aber durchaus mit der Begründung der Dauer legitim gesteigert werden, z.B. mit dem dreifachen Satz. Auch bei aufwendigen Untersuchungen wird die Möglichkeit der Steigerungen oder der Ansatz höherwertiger Leistungen häufig nicht genutzt. Wird die richtige Begründung dazu gegeben, gibt es erfahrungsgemäß selten Ärger. Sprechen Sie mit den mit der Abrechnung beauftragten Mitarbeitern darüber, wann wie gesteigert werden kann, und dokumentieren sie dies entsprechend.

3. Sich blind auf die Praxis-EDV verlassen

Auch wenn wir uns das alle wünschen: Die Systeme machen nicht immer alles richtig. Sie können oft die unterschiedlichen Behandlungsfälle (EBM, GOÄ, UV-GOÄ) nicht richtig bewerten und sie nehmen eingegebene Abrechnungsziffern manchmal nicht an, weil nicht (mehr) existierende Ausschlüsse hinterlegt sind. Und vergessene Ziffern kann ohnehin der beste Computer nicht bemerken. Deswegen: Vertrauen ist gut, zeitnahe, vollständige Erfassung und Kontrolle ist besser. Richten Sie sich ein Kontrollsystem mit klaren Verantwortlichkeiten ein!

Workshop Abrechnungs-Profi

Die Performance einer Arztpraxis steht und fällt auch mit dem Wissen und der Leistung ihrer Mitarbeiter. Beim Workshop „Abrechnungs-Profi“ für MFA behandelt das Unternehmen Lamers Praxisberatung die Themen GOÄ, EBM und Abrechnungsorganisation. Der Schwerpunkt liegt dabei auf typischen Fehlern und Versäumnissen, die viel zu oft verhindern, dass alle Umsätze erreicht werden, die mit den erbrachten Leistungen möglich wären.

Anouschka Wasner

Quelle: In Kooperation mit der Medical Tribune Deutschland


Anzeige:
Trelegy
Trelegy

Das könnte Sie auch interessieren

Was tun bei psychischem Druck durch Diabetes Typ 1

Was tun bei psychischem Druck durch Diabetes Typ 1
© interstid - stock.adobe.com

Zum Alltag von Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 gehören eine regelmäßige Medikamenteneinnahme beziehungsweise Insulingaben, die Kontrolle des Glukosespiegels und eine daran angepasste Ernährungsweise. Die Erkrankung erfordert an 365 Tagen im Jahr Aufmerksamkeit und Disziplin, um eine gute Stoffwechseleinstellung zu erreichen. Viele der mittlerweile mehr als 7 Millionen Betroffenen bewältigen dies erfolgreich und sind dabei genauso leistungsfähig wie Stoffwechselgesunde. Das ist auch modernen Technologien wie Insulinpumpen, Sensormesssystemen und dem...

Neuer FSME-Höchststand 2020: Experten befürchten langfristig steigenden Trend

Neuer FSME-Höchststand 2020: Experten befürchten langfristig steigenden Trend
© mirkograul / Fotolia.de

Das Krisenjahr Jahr 2020 hält einen weiteren dramatischen Rekord: Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mehr als 700 Menschen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt. Dies ist der höchste Wert, seit die Erkrankung im Jahr 2001 meldepflichtig wurde. Dabei steht Baden-Württemberg in diesem Jahr wieder an der Spitze der Statistik in Deutschland. Ebenso wie dort zeigt sich jedoch auch in den europäischen Nachbarländern kein einheitliches Bild: Während in den südlich angrenzenden Ländern Rekordzahlen gemeldet und neue Risikogebiete...

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein
© weixx - stock.adobe.com

Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben. Anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz am 18. Juni in Berlin rufen Diabetes- und Hormonexperten dazu auf, die Kombination dieser beiden Erkrankungen stärker in den Fokus zu rücken. Insbesondere Ärzte und...

Psycho-Hygiene-Tipps für Home-Office und Quarantäne

Psycho-Hygiene-Tipps für Home-Office und Quarantäne
© Corona Borealis - stock.adobe.com

Die COVID19-Pandemie stellt für alle eine neue Situation dar. Wir sorgen uns um nahestehende Personen und nicht zuletzt um die eigene Gesundheit. Wir stehen vor leeren Supermarktregalen. Das öffentliche Leben ist eingeschränkt. Angst ist in dieser Situation eine ganz normale und angemessene Reaktion. Diese Angst zu bewältigen wird schwieriger, wenn gleichzeitig vertraute Routinen verändert werden müssen und der ganze Alltag auf den Kopf gestellt ist – durch ein von Arbeitgebern veranlasstes Home-Office, Schul- und Kindergartenschließungen oder gar...

EMAH-Ratgeber: Leitfaden für Erwachsene mit angeborenem Herzfehler

EMAH-Ratgeber: Leitfaden für Erwachsene mit angeborenem Herzfehler
©CLIPAREA.com - stock.adobe.com

Noch vor etwa 80 Jahren verstarben fast alle Kinder mit komplexen angeborenen Herzfehlern (AHF) in den ersten Lebensjahren. Heute erreichen dank der Behandlungsfortschritte mehr als 95% von ihnen das Erwachsenenalter. Heute leben bis zu 330.000 Erwachsene mit einem angeborenen Herzfehler (EMAH) in Deutschland. Allerdings erfordert ein AHF für die Betroffenen eine lebenslange regelmäßige Nachsorge bei einem Spezialisten. „EMAH-Patienten müssen wissen, dass alle Behandlungen Rest- und Folgezustände hinterlassen können und dass im Langzeitverlauf durchaus auch Komplikationen auftreten. Umso...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Nicht dokumentierte Leistungen – das Geld auf der Straße liegen lassen?"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)