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01. April 2018
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Allergien gegen Milben

Die allergische Rhinitis (AR) betrifft ca. 20% der Population, ca. ein Drittel der Patienten hiervon sind von einer ganzjährigen Milbenallergie betroffen. Bei Patienten mit perennialer Rhinitis allergika ist die Erkrankung besonders häufig mit anderen allergisch bedingten Komorbiditäten wie Asthma bronchiale und atopischem Ekzem, Schlafstörungen, chronischer Sinusitis, Tubenfunktionsstörungen u.a. assoziiert. Die Diagnostik ist erschwert durch die oft unspezifischen Symptome, die sich zudem oft schleichend entwickeln und keineswegs immer die anfallsartigen Nies- und Juckreizattacken des Pollenallergikers beinhalten. Therapeutisch sind Karenzmaßnahmen in vielen Fällen empfehlenswert. Die medikamentöse Therapie der Milben-AR besteht hauptsächlich in der Gabe von Mastzellstabilisatoren, Antihistaminika (AH), Glukokortikosteroiden (GKS), Leukotrienrezeptor-Antagonisten (LRA) und Dekongestiva. Hierbei ist besonders auf eine gute antiinflammatorische Wirksamkeit zu achten. Wie generell bei Inhalationsallergien ist auch bei der Milben-AR neben der Karenz die einzige ursächliche Behandlungsform die allergenspezifische Immuntherapie (AIT). Neben etablierten subkutan applizierten AIT-Formen wurden kürzlich neuere Studien mit sublingualen Präparationen publiziert, die zukünftig eine einfachere und Patienten-freundlichere AIT mittels Milben-Tabletten ermöglichen könnten.
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Abkürzungen
AH Antihistaminika
AIT allergenspezifische Immuntherapie
AR allergische Rhinitis
Cys-LT Cystein-Leukotrien
GKS Glukokortikosteroid
LRA Leukotrienrezeptor-Antagonist
LT Leukotrien
NPT nasaler Provokationstest
PEI Paul-Ehrlich-Institut
SIT spezifische Immuntherapie
SLIT sublinguale Immuntherapie


Die allergische Rhinitis (AR) betrifft ca. 20% der Population, ca. ein Drittel der Patienten hiervon sind von einer ganzjährigen Milbenallergie betroffen (1). Bei Patienten mit perennialer Rhinitis allergika ist die Erkrankung besonders häufig mit anderen allergisch bedingten Komorbiditäten wie Asthma bronchiale und atopischem Ekzem, Schlafstörungen, chronischer Sinusitis, Tubenfunktionsstörungen u.a. assoziiert. Die Diagnostik ist erschwert durch die oft unspezifischen Symptome, die sich zudem oft schleichend entwickeln und keineswegs immer die anfallsartigen Nies- und Juckreizattacken des Pollenallergikers beinhalten.

Therapeutisch sind Karenzmaßnahmen in vielen Fällen empfehlenswert. Die medikamentöse Therapie der Milben-AR besteht hauptsächlich in der Gabe von Mastzellstabilisatoren, Antihistaminika (AH), Glukokortikosteroiden (GKS), Leukotrienrezeptor-Antagonisten (LRA)  und Dekongestiva. Hierbei ist besonders auf eine gute antiinflammatorische Wirksamkeit zu achten. Zurzeit ist bei der Milben-AR die Gabe topischer GKS die effektivste Form der pharmakologischen Behandlung und daher zusammen mit den nicht-sedierenden AH erste Wahl. Ein neues Wirkprinzip (MP29-02) vereint die nasale Gabe von Glukokortikoid und AH und führte im Vergleich zu aktuellen Standardtherapeutika zu einer effektiveren Reduktion der nasalen Symptome.

Wie generell bei Inhalationsallergien ist auch bei der Milben-AR neben der Karenz die einzige ursächliche Behandlungsform die allergenspezifische Immuntherapie (AIT). Neben etablierten subkutan applizierten AIT-Formen wurden kürzlich neuere Studien mit sublingualen Präparationen publiziert, die zukünftig eine einfachere und Patienten-freundlichere AIT mittels Milben-Tabletten ermöglichen könnten.  

Anamnese

Die Erhebung der Anamnese ist die primäre diagnostische Maßnahme zur Identifikation von Allergieauslösern. Während die strenge saisonale Bindung an die Pollenexpositionszeit bei saisonalen Allergenen ein bedeutender Hinweis auf die infrage kommenden Allergene (Bäume/Gräser etc.) darstellt, ist die Anamnese bei Milbenallergie meist unspezifisch. Häufig berichten die Patienten über eine dauerhafte nasale Obstruktion, rezidivierende Perioden mit Niesreiz und Rhinorrhoe und ein eingeschränktes Riechvermögen (2).

Zusätzlich werden häufig Symptome einer Sinusitis beobachtet (wie z.B. ein Druckgefühl im Stirnbereich oder frontale Cephalgien). Differentialdiagnostisch sind unterschiedliche Erkrankungen aus dem HNO-Bereich in Betracht zu ziehen. Neben der Symptomatik der allergischen Rhinitis mit behinderter Nasenatmung und Rhinorrhoe oder eine Rhinitis sicca leiden die Patienten auch unter okulären Symptomen, z.B. im Rahmen einer  Konjunktivitis. Auch Symptome eines Asthma bronchiale wie rezidivierende Dyspnoe und nächtlicher, trockener Reizhusten ist keine Seltenheit.

Die Bezeichnung „perenniale Rhinitis“ stimmt nicht immer mit dem tatsächlichen Auftreten der Beschwerdezeit überein: Das Beschwerdebild reicht von ganzjähriger andauernder Symptomatik bis zu Zeiten der Symptomfreiheit – trotz vorhandener Milbenallergenbelastung. Der Patient ist in seinem täglichen Leben in Beruf, Haushalt, Schule und auch im Schlaf beeinträchtigt. Ein orales Allergiesyndrom auf Meeresfrüchte, Schalen- und Krustentiere kann bei Milbenallergikeren durch die Kreuzreaktivität der Tropomyosine bedingt sein, welche als fibrilläre Strukturproteine in leicht veränderter Form auch in Milben vorkommen.
 
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