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01. Januar 2017
Seite 1/2
Erscheinungsformen des Lipödems und Abgrenzung vom Lymphödem

Im Vergleich zu lymphologischen oder phlebologischen Krankheitsbildern ist die Literatur zum Lipödem spärlich. Es gibt keine gesicherten epidemiologischen Daten aus großen Studien. Aufgrund des mangelnden Bekanntheitsgrades der Erkrankung und der häufig fehlenden diagnostischen Abgrenzung von der Adipositas, ist von einer großen Dunkelziffer an Betroffenen auszugehen. In lymphologischen Fachkliniken wurde die Prävalenz zuletzt mit annähernd 11% angegeben (1). Das Lipödem betrifft nahezu ausschließlich Frauen. In Phasen hormoneller Umstellung wie Pubertät, Schwangerschaft oder Klimakterium kommt es häufig zum Ausbruch der Erkrankung oder zu einer Aggravation der Beschwerden (2). Auch bei Männern wurden Lipödem-typische Veränderungen bei ausgeprägten Hormonstörungen (z.B. Hypogonadismus) und unter hormoneller Therapie beschrieben (3). Lipödeme treten familiär gehäuft auf (4). Die Ursache der Erkrankung ist bisweilen unklar.
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Klinik
Beim Lipödem kommt es zu Fettansammlungen an Hüften, Ober- und Unterschenkeln, gelegentlich auch im Bereich der oberen Extremität, die auf eine Zunahme an Unterhautfettgewebe zurückzuführen sind (5). Im Gegensatz zur Adipositas besteht kein Bezug zur Kalorienaufnahme.
 
Anders als bei der Adipositas ist die Fettgewebsproliferation beim Lipödem ernährungsunabhängig und betrifft nicht disseminiert den ganzen Körper.

Die Fettdepots sind symmetrisch ausgebildet (6). Der Körperstamm ist nicht betroffen. Typisch für das Lipödem ist eine Disproportion zwischen dem Oberkörper und der unteren Körperhälfte mit schlanker Taille und deutlich voluminösen Ober- und/ oder Unterschenkeln (siehe auch Abbildung 1).
 
Abb. 1: Disproportion zwischen oberer und unterer Körperhälfte. Lipödem Stadium 2 mit symmetrischer Fettgewebsproliferation an beiden Beinen mit bereits uneben erscheinender Hautoberfläche.
Abb. 1: Disproportion zwischen oberer und unterer Körperhälfte. Lipödem Stadium 2 mit symmetrischer Fettgewebsproliferation an beiden Beinen mit bereits uneben erscheinender Hautoberfläche.



Auch Hände und Füße sind beim Lipödem ausgespart. Dadurch kann das Lipödem vom Lymphödem abgegrenzt werden. Im Gegensatz zum Lymphödem liegt beim Lipödem kein positives Stemmer-Zeichen vor.
 
Stemmer-Zeichen (siehe auch Abbildung 2).: Ein klinisches Merkmal, das typisch für das Lymphödem ist. Wenn die Hautfalte über der zweiten und dritten Zehe verbreitert, verdickt und schwer oder überhaupt nicht abhebbar ist, dann ist das Stemmer-Zeichen positiv. Beim Lipödem ist das Stemmer-Zeichen negativ.
 
 
Abb. 2: Positives Stemmer-Zeichen beim Lymphödem.
Abb. 2: Positives Stemmer-Zeichen beim Lymphödem.



Im Kniebereich und an den Knöcheln, die den Übergang von einer betroffenen zu  einer unbeteiligten Körperregion darstellen, kommt es zu einem Kalibersprung („Kragen-, Wulstbildung“), in ausgeprägten Fällen zu einem Gewebeprolaps („Wammen“). (siehe auch Abbildungen 3 und 4) Durch Scheuer- und Okklusionseffekte entstehen irritative Hautveränderungen und Mazerationen, die Infektionen begünstigen. Die Wulstbildung an den Oberschenkelinnenseiten führt ferner zu einer Störung des Gangbildes mit Achsenfehlstellung der Beine und orthopädischen Komplikationen (7).

 
Abb. 3: Kalibersprung („Hosenbein“) am Übergang von betroffener zu unbetroffener Körperregion im Knöchelbereich.
Abb. 3: Kalibersprung („Hosenbein“) am Übergang von betroffener zu unbetroffener Körperregion im Knöchelbereich.
 
 
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