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SchwerpunktNovember 2019

01. November 2019
Seite 2/4

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Fachinformation


Was empfiehlt die Psychopneumologie für den Umgang mit den verschiedenen „Atemnöten“?      

Seit einiger Zeit werden vermehrt Studien veröffentlicht, die nicht-pharmakologische Ansätze für die Behandlung von Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen untersuchen.

Vielversprechend sind die Ergebnisse beim Einsatz von
 
  •     Kognitiver Verhaltenstherapie (Cognitive Behavioral Therapy=CBT)
  •     Achtsamkeitsbasierter Kognitiver Therapie (Mindfulness-based Cognitive Therapy=MBCT)

Vor allem achtsamkeitsbasierte Verfahren aus dem Bereich der Mind-Body-Medizin sind effektiv und werden – bei angemessener Vermittlung – offensichtlich von vielen Patienten gerne angenommen.

Ein erprobter Ansatz ist das MBCT (Mindfulness-based Cognitive Training=Achtsamkeits-basiertes kognitives Training). Es kombiniert Achtsamkeitsübungen und kognitive Methoden in einem (üblicherweise) 8-wöchigen Gruppen-Programm.

Für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen werden die Standard-Elemente des MBCT an die besonderen Befindlichkeiten (z.B. erhöhte Atemnot-Angst) angepasst. Die Grund-Elemente umfassen beispielsweise Übungen wie:
 
  •     Achtsamkeit und Autopilot (=automatische Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen)
  •     Leben in meinem Kopf (Umleiten auf Phänomene wie Herzschlag, Blutfluß oder auf den ganzen Körper=Body Scan)
  •     Den herumstreifenden Geist sammeln (z.B. durch Achtsamkeit auf Geräusche, achtsames Dehnen)
  •     Vermeidung erkennen (Tagebuch der angenehmen und unangenehmen Erfahrungen)
  •     Erlauben, Gewährenlassen („Mit dem Problem gegenwärtig sein“)
  •     Gedanken sind keine Tatsachen! (Gefühle, Gedanken und alternative Deutungen)
  •     Selbstfürsorge (u.a. Aktions-Plan)
  •     Neue Erfahrungen erlauben und ausweiten

Die Übungen sind einerseits allgemeingültig – werden in den einzelnen Sitzungen jedoch individuell auf die Bedürfnisse und Erfahrungen der Teilnehmer abgestimmt. Ein besonderer Schwerpunkt ist das tägliche, eigenständige Einüben von Achtsamkeit.

Die 3 Dimensionen der Achtsamkeit    

Achtsamkeit wird als Begriff inzwischen häufig verwendet, doch selten erklärt. Achtsamkeit bedeutet in Verbindung, in Kontakt sein mit allem was gerade hier und genau jetzt geschieht. In einem achtsamen Zustand sind Sie ganz bei dem, was Sie gerade tun und erfahren. Sie widmen sich dieser Sache voll und ganz, statt in der Vergangenheit herumzuirren oder sich durch die Zukunft ängstigen zu lassen. Sie sind tief mit dem gegenwärtigen Augenblick verbunden.

Die Studiengruppe um Malpass A et al (2) fokussiert bei ihrer Untersuchung auf eine „Dreifach-Kombination“ der Achtsamkeit:
 
  •     Umfassende Aufmerksamkeit
  •     Pure, nicht-deutende Aufmerksamkeit
  •     Flexible Aufmerksamkeit 
 

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