Mittwoch, 8. April 2020
Navigation öffnen

SchwerpunktNovember 2019

01. November 2019
Seite 2/4

Anzeige:


Was empfiehlt die Psychopneumologie für den Umgang mit den verschiedenen „Atemnöten“?      

Seit einiger Zeit werden vermehrt Studien veröffentlicht, die nicht-pharmakologische Ansätze für die Behandlung von Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen untersuchen.

Vielversprechend sind die Ergebnisse beim Einsatz von
 
  •     Kognitiver Verhaltenstherapie (Cognitive Behavioral Therapy=CBT)
  •     Achtsamkeitsbasierter Kognitiver Therapie (Mindfulness-based Cognitive Therapy=MBCT)

Vor allem achtsamkeitsbasierte Verfahren aus dem Bereich der Mind-Body-Medizin sind effektiv und werden – bei angemessener Vermittlung – offensichtlich von vielen Patienten gerne angenommen.

Ein erprobter Ansatz ist das MBCT (Mindfulness-based Cognitive Training=Achtsamkeits-basiertes kognitives Training). Es kombiniert Achtsamkeitsübungen und kognitive Methoden in einem (üblicherweise) 8-wöchigen Gruppen-Programm.

Für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen werden die Standard-Elemente des MBCT an die besonderen Befindlichkeiten (z.B. erhöhte Atemnot-Angst) angepasst. Die Grund-Elemente umfassen beispielsweise Übungen wie:
 
  •     Achtsamkeit und Autopilot (=automatische Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen)
  •     Leben in meinem Kopf (Umleiten auf Phänomene wie Herzschlag, Blutfluß oder auf den ganzen Körper=Body Scan)
  •     Den herumstreifenden Geist sammeln (z.B. durch Achtsamkeit auf Geräusche, achtsames Dehnen)
  •     Vermeidung erkennen (Tagebuch der angenehmen und unangenehmen Erfahrungen)
  •     Erlauben, Gewährenlassen („Mit dem Problem gegenwärtig sein“)
  •     Gedanken sind keine Tatsachen! (Gefühle, Gedanken und alternative Deutungen)
  •     Selbstfürsorge (u.a. Aktions-Plan)
  •     Neue Erfahrungen erlauben und ausweiten

Die Übungen sind einerseits allgemeingültig – werden in den einzelnen Sitzungen jedoch individuell auf die Bedürfnisse und Erfahrungen der Teilnehmer abgestimmt. Ein besonderer Schwerpunkt ist das tägliche, eigenständige Einüben von Achtsamkeit.

Die 3 Dimensionen der Achtsamkeit    

Achtsamkeit wird als Begriff inzwischen häufig verwendet, doch selten erklärt. Achtsamkeit bedeutet in Verbindung, in Kontakt sein mit allem was gerade hier und genau jetzt geschieht. In einem achtsamen Zustand sind Sie ganz bei dem, was Sie gerade tun und erfahren. Sie widmen sich dieser Sache voll und ganz, statt in der Vergangenheit herumzuirren oder sich durch die Zukunft ängstigen zu lassen. Sie sind tief mit dem gegenwärtigen Augenblick verbunden.

Die Studiengruppe um Malpass A et al (2) fokussiert bei ihrer Untersuchung auf eine „Dreifach-Kombination“ der Achtsamkeit:
 
  •     Umfassende Aufmerksamkeit
  •     Pure, nicht-deutende Aufmerksamkeit
  •     Flexible Aufmerksamkeit 
 

Das könnte Sie auch interessieren

10 Fakten über Psychotherapie

10 Fakten über Psychotherapie
© hollandog / fotolia.com

Psychotherapie ist ein effektiver und sinnvoller Weg aus Krisen und Problemen. Wäre da nicht das Imageproblem. Um dieser Stigmatisierung entgegenzuwirken, wurde mit dem 5. Februar der Tag des Psychotherapeuten ausgerufen. Ein wichtiger Jahrestag, der zur Aufklärung von Missverständnissen beiträgt und das Bewusstsein für die lebenswichtige Arbeit schärft, die von Therapeuten täglich geleistet wird. Dr. Anabel Ternès ist Gründerin der digitalen Service-Plattform Psychologio, die Betroffenen einen vereinfachten Zugang zu einer...

Ersetzt Desinfektionsspray das Händewaschen?

Ersetzt Desinfektionsspray das Händewaschen?
© Rido - stock.adobe.com

Regelmäßiges Händewaschen, gerade in der Grippe- und Erkältungszeit ist enorm wichtig und eigentlich selbstverständlich. Doch laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse von 2019 verzichten nach wie vor jeder 3. Mann und jede 4. Frau nach dem Nach-Hause-Kommen auf den Gang zum Waschbecken. Rund ein Drittel der rund 1.000 Befragten wäscht sich darüber hinaus nicht vor jeder Mahlzeit die Hände. Stattdessen greifen offenbar immer mehr Menschen zu Desinfektionsmitteln. Der aktuellen Umfrage zufolge trägt mittlerweile...

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet
@ deagreez / Fotolia.com

Eine neue Studie zur männlichen Fruchtbarkeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Human Reproductive Update", sorgt derzeit für Aufsehen. Die Untersuchungen von Mediziner Hagai Levine und seinem Team der Hebräischen Universität Jerusalem zeigen, dass die Spermienanzahl von Männern aus westlichen Ländern immer weiter abnimmt. Laut den Wissenschaftlern ist die Spermienanzahl pro Milliliter Sperma um etwa 52 Prozent gesunken. Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss gaben die Forscher sogar einen Rückgang von nahezu 60 Prozent an....

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Bettruhe, Bewegung oder Medikamente – welche Behandlung ist bei Beschwerden im Kreuz die richtige? Was Fachleute derzeit empfehlen, lesen Patientinnen und Patienten in der neuen ÄZQ-Patientenleitlinie "Kreuzschmerz". Jeder kennt Kreuzschmerzen. Oft sind sie harmlos und gehen von alleine weg. Die Schmerzen können aber auch länger andauern oder wiederkehren. Das kann belasten und im Alltag einschränken. Gegen die Schmerzen werden viele Behandlungen angeboten: einige helfen, andere nicht.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"COPD: Eine neue Dreifach-Kombination bei Atemnot?"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID_19
  • Japans Regierungschef verhängt Ausnahmezustand – Japans Regierungschef Shinzo Abe hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand für Tokio und 6 weitere Provinzen ausgerufen. Ab morgen werden Schulen und andere Einrichtungen geschlossen. Die Behörden dürfen die Bürger anweisen, in ihren Häusern zu bleiben (dpa, 07.04.2020).
  • Japans Regierungschef verhängt Ausnahmezustand – Japans Regierungschef Shinzo Abe hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand für Tokio und 6 weitere Provinzen ausgerufen. Ab morgen werden Schulen und andere Einrichtungen geschlossen. Die Behörden dürfen die Bürger anweisen, in ihren Häusern zu bleiben (dpa, 07.04.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden