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01. März 2020
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Fachinformation


Wie ist SARS-COV-2 / COVID-19 in die Differentialdiagnose einzubeziehen?

Bei Vorliegen einer entsprechenden Reiseanamnese sollte SARS-CoV-2/ COVID-19 in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden. Ebenso bei Vorliegen einer Viruspneumonie unklarer Ursache.
Liegt eine akute Atemwegsinfektion und eine positive Reiseanamnese in ein COVID-19-Risikogebiet oder der Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall vor, besteht ein begründeter Verdachtsfall.
Der begründete Verdachtsfall muss sofort die beschriebenen Hygienemaßnahmen, die Meldung an das Gesundheitsamt und eine entsprechende Diagnostik nach sich ziehen. COVID-19-Risikogebiete sind Gebiete, bei denen von einer anhaltenden breiten Viruszirkulation in der Bevölkerung auszugehen ist; das RKI aktualisiert diese regelmäßig.
Darüber hinaus gibt es Länder und Regionen, in denen einzelne Infektionsfälle mit und ohne Rückverfolgbarkeit der Infektionsketten oder auch Infektions-Cluster aufgetreten sind, ohne dass es Hinweise auf eine anhaltende und breite Viruszirkulation in der Bevölkerung gibt. Bei Patienten mit Reiseanamnese in diese Länder oder Regionen sollte beim Auftreten von Atemwegsinfektionen differentialdiagnostisch eine SARS-CoV-2-Infektion bedacht und ggf. eine entsprechende Diagnostik eingeleitet werden (Vorgehen entsprechend „Differentialdiagnostische Abklärung“ im Flussschema (1). 

Ist das Coronavirus tödlicher als die Grippe?

Dabei ist zu bedenken, dass 2 Unsicherheitsfaktoren vorliegen, wenn über die Letalität gesprochen wird: Erstens wissen wir nicht, wie viele Patienten tatsächlich infiziert sind, es gibt lediglich Schätzungen, es liegt aber sicherlich eine Untererfassung vor. Zweitens sind die in der Statistik auftauchenden Patienten noch nicht alle genesen; der weitere Krankheitsverlauf kann nicht sicher prognostiziert werden.
Aktuell wird an vielen Stellen von einer Mortalitätsrate von 2-3% ausgegangen. Geht man allerdings von der erwähnten Untererfassung mit ca. 10% erfassten Fällen bei 90% Dunkelziffer aus, verringert sich dieser Wert bereits auf lediglich 0,2-0,3%. Das RKI betont, dass eine Festlegung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist, hält das Risiko zu versterben aber für vergleichbar mit dem einer starken bis sehr starken Grippewelle.

Ist die Infektionskette noch nachvollziehbar?

Es ist auch bei anderen Infektionen nicht immer möglich, jeden Krankheitsfall bis zu seinem Ursprung nachzuverfolgen. Trotzdem kann es durch die entsprechenden Schutzmaßnahmen – freiwillige Heimquarantäne, Ermittlung der Kontaktpersonen, Isolierung / Beobachtung möglicher Infizierter – gelingen, ein Infektionsgeschehen wieder unter Kontrolle zu bringen, also Infektionsketten soweit zu unterbrechen, dass das Infektionscluster zum Stillstand kommt.
Trotzdem stellt fehlendes Wissen über die genaue Infektionskette eine Herausforderung dar, die vor allem dann noch größer wird, wenn mehrere solcher Fälle auftreten. Die Kontaktsuche ist trotzdem eine enorm wichtige Maßnahme und darf auf keinen Fall unterlassen werden.

Nimmt die aktuelle Situation in Deutschland Einfluss auf die Blutspende?

Ob Ausschlüsse von der Blutspende erforderlich sind, legt das Paul-Ehrlich-Institut fest. Das RKI kann dazu keine Auskünfte erteilen (https://www.pei.de/DE/home/home-node.html).

Zusammenfassung

Auch in Deutschland treten in immer mehr Bundesländern bestätigte Infektionsfälle mit dem neuen Coronavirus auf. Das RKI erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland als hoch ein (2). Der Leiter des Virologie-Instituts an der Berliner Charité, Prof. Dr. Christian Drosten, warnt vor einer Überdramatisierung der vom Coronavirus ausgehenden Gefahr.

SM

Literatur:

(1) https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Massnahmen_Verdachtsfall_Infografik_DINA3.pdf?__blob=publicationFile
(2) https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html

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