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01. März 2019
Seite 1/4
Kniegelenkverletzungen im Profifußball

Nicht der Schuh ist das Problem

Wie können Knieverletzungen, insbesondere Verletzungen des vorderen Kreuzbandes, im Profifußball vermieden werden? Ausgangspunkt der Überlegungen ist, ob durch Analyse des Schuhwerks, der körperlichen Konstitution des Spielers zum Zeitpunkt der Verletzungen und weiterer Umwelteinflüsse statistische Signifikanzen erkannt und bewertet werden können, mit der Zielsetzung, Handlungsempfehlungen zu entwickeln.
Es wurde ein Evaluierungsbogen mit 22 Fragen erstellt, der an alle Vereine der 1. bis 3. Fußball-Bundesliga der Herren, der 1. und 2. Fußball-Bundesliga der Frauen sowie an eine Kontrollgruppe mit Amateurspielern verschickt wurde. 124 Fragebögen von am vorderen Kreuzband verletzten Spielern konnten ausgewertet werden. Die Auswertung der Fragebögen ergab zwar wider Erwarten, dass es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Verletzungsart und der verwendete Stollenform des Schuhs gab. Aber beim Fitnesszustand und bei der Fremdeinwirkung durch andere Spieler war das gänzlich anders.

So konnte ein signifikanter Anstieg der Verletzungsschwere ab der 56. Spielminute beobachtet werden. Grund dafür können die zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandene Erschöpfung und die daraus resultierende abgeschwächte Reaktionsfähigkeit der Spieler sein. Ebenso zeigte sich, dass Verletzungen durch Gegenspieler verstärkt in der Anfangsphase des Spiels auftraten, was mit der Anfangsaggressivität im Spiel erklärt werden kann.

Dies führt zu folgenden Empfehlungen:

Die körperliche Leistungsfähigkeit, insbesondere im Bereich der Stützmuskulatur, muss erhöht werden, um die kinetische Energie, die zur Verletzung des Knies führen kann, besser absorbieren zu können.

Weiterhin scheinen Veränderungen des Regelwerks angezeigt: Der Schiedsrichter sollte, insbesonders in der Anfangsphase eines Spiels, verstärkt disziplinarisch in den Spielfluss eingreifen.

Verletzungsraten

Knieverletzungen, insbesondere die Verletzung des vorderen Kreuzbandes, steigen seit Jahren sowohl im Freizeit- als auch im Profisportbereich an (1,2).

Am häufigsten sind dabei Rupturen des Kreuzbandes in Sportarten, die durch Drehbewegungen, Sprünge und schnelle Richtungswechsel gekennzeichnet sind, so zum Beispiel Basketball oder Fußball (3). Studien zeigen, dass in den Industriestaaten das Verletzungsrisiko im Bereich des vorderen Kreuzbandes bei 1:1000 liegt (4), während das hintere Kreuzband nur ein Verletzungsrisiko von 1:10.000 hat (5).

 
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