Dienstag, 25. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

SchwerpunktSeptember 2018

01. September 2018
Seite 1/3
Künstliche Intelligenz in der Radiologie

Ein Wegweiser für die Medizin von morgen

Die Digitalisierung hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem gravierenden gesellschaftlichen Wandel geführt. Auch die Medizin ist davon hochgradig betroffen. Und das ist auch gut so. Denn innovative digitale Technologien haben das Potential, die bedeutsamen Entdeckungen aus der Medizingeschichte weiterzuentwickeln oder gar abzulösen. Wer nicht jetzt die Entwicklung anstößt, hat schon verloren. Doch ein Blick in die heute schon digitalisierte Radiologie macht Mut und Hoffnung zugleich. Und zwar für Ärzte, das Pflegepersonal und die Patienten.
Bei der Digitalisierung geht die Wirtschaft in vielen Bereichen mit gutem Beispiel voran. Roboter erledigen einfache oder ermüdende Tätigkeiten. Sensoren und Wearables sind ein wichtiger Bestandteil aktueller Entwicklungen für die Informations- und Kommunikationsbrache. Im Dienstleistungsgewerbe rücken soziale Medien und „Costumer Journeys“ beim digitalen Erlebnis der Kunden in den Mittelpunkt. Aber das Gesundheits- und Sozialwesen ist hiervon vielerorts noch weit entfernt. In Anbetracht des demografischen Wandels, der steigenden Patientenzahlen sowie des virulenten Fachkräftemangels besteht häufig das Risiko, die Notwendigkeit hin zur digitalen Transformation in der Medizin aus den Augen zu verlieren. Dabei ist das Potential für den gesamten Gesundheitsbereich enorm, wie verschiedene Digitalisierungsinitiativen der Universitätsmedizin Essen zeigen.
 
So entstand mitten im Ruhrgebiet bereits 2001 die erste vollständig digitalisierte Radiologie an einer deutschen Universitätsklinik. Sie ist ein unverzichtbarer Beitrag auf dem Weg zum Smart Hospital, den die Universitätsmedizin Essen Ende 2015 eingeschlagen hat. Dazu zählt die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI), Robotern und innovativen digitalen Technologien. Bereits 2016 startete die Radiologie, Lungenbefunde mit intelligenten diagnostische Systeme vorzusortieren.

 
Priv.-Doz. Dr. Felix Nensa (im Bild vorne) aus der Arbeitsgruppe um Professor Forsting befasst sich mit Verbesserungen der radiologischen Diagnostik bei Lungenerkrankungen, Leberregenerationen, Knochenwachstum und Metastasierungswege und -wahrscheinlichkeiten.
Priv.-Doz. Dr. Felix Nensa (im Bild vorne) aus der Arbeitsgruppe um Professor Forsting befasst sich mit Verbesserungen der radiologischen Diagnostik bei Lungenerkrankungen, Leberregenerationen, Knochenwachstum und Metastasierungswege und -wahrscheinlichkeiten.



 
Digitale Transformation der Medizin hat längst begonnen

Dies ebnete gleichzeitig den Weg beim Einsatz von Machine Learning und KI eine Vorreiter-Rolle einzunehmen. Die Fortschritte beim Einsatz von KI in den vergangenen zwei Jahren geben einen ersten Geschmack auf den grundlegenden Wandel in der medizinischen Versorgung der Zukunft. Die digitale Transformation wird die Arbeitsweise von Ärzten dramatisch verändern. Doch ist das eine neue Entwicklung? Mitnichten, denn sie hat längst begonnen, wie ein Blick auf die Arbeitstische der Mediziner verrät. Vor noch mehr als zehn Jahren türmten sich dort die Fachbücher. An diese Zeiten denkt wohl kaum einer sehnsüchtig zurück. Dagegen ist das Wissen heute zum großen Teil digital verfügbar.
 
An dieser Stelle setzt auch eines der Hauptbetätigungsfelder des aktuellen KI-Einsatzes an.  Im Gegensatz zum Menschen vergisst der Computer das einmal Gelernte nicht mehr. So haben beispielsweise Forscher am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie in Essen eine Software zur Früherkennung bestimmter und seltener Lungenfibrosen entwickelt. Auf Basis von nur 50 CT-Scans wurde ein neuronales Netzwerk darauf trainiert, die radiologisch schwer zu diagnostizierende idiopathische interstitielle Pneumonie zu erkennen. Hier wird der Nutzen der KI deutlich. Wie ein schlaues Lehrbuch fungiert die Applikation, um seltene Erkrankungen deutlich schneller und genauer zu bestimmen. Denn innerhalb von Sekunden kann die Software vergleichbare Aufnahmen und deren Beurteilungen herausfiltern, wenn der Radiologe übereinstimmende Symptome und Parameter eingibt. Viele erinnern sich noch an die stunden- oder tagelange Recherche in unzähligen Lehrbüchern. Und doch hing am Ende die endgültige Diagnose oft von der Erfahrung und dem theoretischen Wissen des behandelnden Arztes ab.

 
Die Einführung von Maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz in die radiologische Bildgebung.
Die Einführung von Maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz in die radiologische Bildgebung.



 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Vitamin D-Mangel begünstigt Ausbildung von Osteoporose

Vitamin D-Mangel begünstigt Ausbildung von Osteoporose
© crevis / Fotolia.com

Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, bei der die Knochen an Festigkeit verlieren und leichter brechen. Dann kann es schnell zu einem Knochenbruch kommen. Sehr oft betroffen sind der Oberschenkelhalsknochen oder die Arme. Eine Ursache für ein schwaches Knochengefüge kann Vitamin D-Mangel sein, wie Prof. Andreas Roth, Leiter des Bereichs Endoprothetik der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL, anlässlich des Welt-Osteoporose-Tages am 20. Oktober erläutert. Doch auch ein Zuviel an Vitamin D kann zu Gefährdungen führen.

Mit Online-Selbsthilfe von Selfapy Wege aus der Trauer finden

Mit Online-Selbsthilfe von Selfapy Wege aus der Trauer finden
© DREIDREIEINS Foto / Fotolia.com

Der Verlust eines geliebten Menschen – ganz gleich ob unvermittelt oder nach einem schweren Leidensweg – reißt Hinterbliebenen den Boden unter den Füßen weg. Nicht selten wird der Schmerz zur unerträglichen Belastung, die Trauer nimmt überhand und ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Leere stellt sich ein, während der Alltag unerträglich wird. Das Online Selbsthilfe Portal Selfapy nimmt sich der Hilflosigkeit Betroffener an und zeigt Wege aus dem Kummer auf. Individuelle Kursangebote und das Erlernen spezieller Bewältigungsmechanismen helfen...

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet
@ deagreez / Fotolia.com

Eine neue Studie zur männlichen Fruchtbarkeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Human Reproductive Update", sorgt derzeit für Aufsehen. Die Untersuchungen von Mediziner Hagai Levine und seinem Team der Hebräischen Universität Jerusalem zeigen, dass die Spermienanzahl von Männern aus westlichen Ländern immer weiter abnimmt. Laut den Wissenschaftlern ist die Spermienanzahl pro Milliliter Sperma um etwa 52 Prozent gesunken. Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss gaben die Forscher sogar einen Rückgang von nahezu 60 Prozent an....

Diabetiker sollten regelmäßig ihren Puls messen

Diabetiker sollten regelmäßig ihren Puls messen
© closeupimages / Fotolia.com

Oft werden Menschen von einem Schlaganfall getroffen, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen. Vorhofflimmern tritt bei über der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auf. Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie schutzlos dem Schlaganfall ausgesetzt. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern etwa 30.000 Schlaganfälle. Vorhofflimmern ist auch eine häufige Herzrhythmusstörung bei Diabetikern, die Schätzungen zufolge ein um 34% erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Künstliche Intelligenz in der Radiologie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.