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SchwerpunktDezember 2019

12. Dezember 2019
Seite 2/7

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Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jh. wird die Bedeutung der Musik in der Therapie immer geringer, da ihr Nutzen und ihr Einfluss zwar immer wieder diskutiert werden, aber mit den aufkommenden naturwissenschaftlichen Methoden nicht nachgewiesen werden konnten, sondern eher dem Bereich des Individuellen und Emotionalen zugewiesen werden (15). Erst mit der Behandlung von traumatisierten Kriegsveteranen in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg gerät die therapeutische Wirkung von Musik wieder mehr in den Blickpunkt. In Deutschland nutzt als erste medizinische Einrichtung 1960 die Psychiatrische Klinik Leipzig die Musik als therapeutisches Behandlungskonzept. Es schließen sich im Laufe der Zeit viele Kur- und Rehakliniken an, die die Musik zur psychischen Unterstützung ihrer Patienten heranziehen (5). Daneben folgt der Einsatz von Musik in Ambulanzen und Arztpraxen als Teil eines integrativen Behandlungskonzepts, das auf den Gebieten Neurologie, Onkologie, Palliativmedizin, Strahlentherapie und Innere Medizin angewendet wird (16). Verdeutlicht wird dies auch in der offiziellen Definition von „Musiktherapie“ der Deutschen Gesellschaft für Musiktherapie (DGMT), die 1979 gegründet wurde: „Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit.“
Der Musik als Therapeutikum wird dabei grundlegend eine gesundheitsfördernde Funktion bescheinigt (17). Gleichwohl kann die therapeutische Wirkung von Musik bei manchen Gruppen eingeschränkt sein, wie etwa bei Personen mit negativer Einstellung zu (einer bestimmten) Musik. Bei Berufsmusikern ist die therapeutische Anwendung durch mögliche Gewöhnungseffekte oder beruflich vorgefasste Denkmuster ebenfalls oft erschwert (18). Insgesamt lässt sich sagen, obwohl Musiktherapie offensichtlich gut tut und sich die positive Wirkung bei Krankheiten inzwischen durch Erkenntnisse aus der Hirnforschung auch wissenschaftlich nachweisen lässt, kämpft die Musiktherapie immer noch, besonders in der Medizin, um eine angemessene Stellung (4, 5).

Rechtliche Rahmenbedingungen

Soweit Musiktherapie der Heilung oder Linderung von Krankheiten dient, ist ihre selbständige Ausübung in Deutschland an eine Zulassung nach dem Deutschen Heilpraktikergesetz gebunden. In Österreich wurde 2008 das Musiktherapiegesetz (MuthG, BGBl. I Nr. 93/2008) verabschiedet, welches am 1. Juli 2009 in Kraft getreten ist. Österreich ist bislang der einzige europäische Staat mit einem eigens für die Musiktherapie geschaffenen Gesetz, das die berufsmäßige Ausübung der Musiktherapie regelt. Dort wird Musiktherapie in § 6. (1) wie folgt definiert:

„Die Musiktherapie ist eine eigenständige, wissenschaftlich-künstlerisch-kreative und ausdrucksfördernde Therapieform. Sie umfasst die bewusste und geplante Behandlung von Menschen, insbesondere mit emotional, somatisch, intellektuell oder sozial bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, durch den Einsatz musikalischer Mittel in einer therapeutischen Beziehung zwischen einem (einer) oder mehreren Behandelten und einem (einer) oder mehreren Behandelnden mit dem Ziel,
 
  • Symptomen vorzubeugen, diese zu mildern oder zu beseitigen oder
  • behandlungsbedürftige Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern oder
  • die Entwicklung, Reifung und Gesundheit des (der) Behandelten zu fördern und zu erhalten oder wiederherzustellen“ (19).
 

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