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Arterielle Hypertonie: Nur 50% aller Fälle werden diagnostiziert

09. November 2016

© Photographee.eu / Fotolia.com

Eine arterielle Hypertonie liegt bei einem dauerhaften und situationsunabhängigen systolischen Blutdruck von mehr als 140 mmHg oder einem diastolischen Blutdruck von mehr als 90 mmHg vor (WHO-Definition). Dieser willkürlich festgelegte Grenzwert spiegelt die epidemiologischen und klinischen Daten zum Anstieg von kardiovaskulären Erkrankungen oder von Morbidität und Mortalität mit ansteigender Blutdruckhöhe wieder.
 
In den westlichen Ländern beträgt die Bluthochdruck-Prävalenz insgesamt 20-25% und steigt mit zunehmendem Alter an. Meist zeigen sich keine charakteristischen Beschwerden. Unspezifische Symptome wie Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Nasenbluten, Müdigkeit und Schlaflosigkeit werden beobachtet. Ist der Blutdruck stark erhöht können Beschwerden wie z.B. Dyspnoe, Sehstörungen und Brustschmerzen auftreten.
 
Eine Basisdiagnostik der Hypertonie erfolgt u.a. durch Blutdruckmessung, ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessungen (ABDM)  und ergometrische Bestimmung des Belastungsblutdruckes. Durch spezielle Differentialdiagnostik können sekundäre Ursachen, wie z.B. endokrine Hypertonien, renale und kardiovaskuläre Ursachen, von sekundären Bluthochdruckformen ausgeschlossen oder bestätigt werden.
 
Zu den nicht-medikamentösen Therapien einer Hypertonie zählen eine Gewichtsnormalisierung, eine kochsalzreduzierte Ernährung und mehr Sport. Ebenso wereden Vollbäder und Infrarot-A-Wärmetherapie zur Therapie herangezogen. Auch Kalium, Calcium und Magnesium können zu einer Blutdrucksenkung führen.
 
Die Indikation zu einer medikamentösen blutdrucksenkenden Therapie ist abhängig vom kardiovaskulären Gesamtrisiko und der Höhe der durchschnittlichen Blutdruckwerte des Patienten. Meist erfolgt eine medikamentöse Therapie lebenslang.
Patienten mit Schweregrad I und II (140-180/90-110 mmHg) wird meist ein 24-h-wirkendes Präparat als Monotherapie empfohlen.
 
Medikamentöse Therapien der Hypertonie:

  • ACE-Hemmer
  • Calciumantagonisten: retardiertes Nifedipin, Diltiazem
  • AT1-Antagonisten
  • Beta-Blocker

Literatur:

1. Scholze J. Hyertonie kompakt. Blackwell Wissenschafts-Verlag Berlin, Wien 2002.

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