Donnerstag, 23. Februar 2017
Navigation öffnen

Diabetes mellitus Typ I – Zerstörung der Beta-Zellen führt zu Insulinmangel

Diabetes mellitus Typ I

02. November 2016

© Dmitry Lobanov / Fotolia

Der Begriff Diabetes mellitus beschreibt eine metabolische Störung von multipler Ätiologie, die durch eine chronische Hyperglykämie mit Störungen des Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsels charakterisiert wird, die aus Defekten der Insulinsekretion, Insulinwirkung oder beidem resultieren.
 
Typ-1-Diabetes basiert auf einer autoimmunen Zerstörung von Insulin-produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse und erfordert eine lebenslange Insulinbehandlung. Die Entstehung von Diabetes mellitus Typ I hängt sowohl von genetischen als auch von Umweltfaktoren ab. Diabetes mellitus Typ I ist in der Regel durch das Vorhandensein von Anti-GAD-, Inselzell- oder Insulin-Antikörpern gekennzeichnet, die Autoimmunprozesse identifizieren, die zur Zerstörung der Beta-Zellen führen.
 
2007 lag die Diabetesprävalenz in Deutschland bei 7 Mio. Menschen. Davon sind ca. 5–10 % der an Diabetes mellitus Typ I erkrankt und ca. 90 % an Typ 2. Finnland hat weltweit die höchste Häufigkeit von Diabetes mellitus Typ I (64.2/100.000 Einwohner). Die höchste Inzidenz wird in der Kindheit und Jugend beobachtet. Diabetes mellitus Typ I kann aber in jedem Alter auftreten.
 
Sind ca. 80% der Beta-Zellen zerstört, reicht das Insulin nicht mehr aus, um ausreichend Glucose in die Zellen einzuschleusen. Innerhalb weniger Tage/Wochen treten Symptome wie starke Gewichtsabnahme, Polyurie, starker Durst, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Seh- und Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auf. Bei schweren Formen kann eine Ketoazidose oder ein nicht-ketotischer hyperosmolarer Zustand auftreten und zu Stupor, Koma und sogar zum Tod führen.
 
Die Diagnosestellung eines Diabetes erfolgt wenn ein Blutzuckerwert von ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) nach dem Essen, ein Nüchtern-Blutzuckerwert von ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder ein Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c) von 6,5% (48 mmol/mol) gemessen wird.
 
Zur Behandlung wird eine Insulintherapie durchgeführt. Auf diese Weise soll das fehlende Insulin im Körper ersetzt werden.

Literatur:

    1. World Health Organisation Department of Noncommunicable Disease Surveillance: Definition, Diagnosis and Classification of Diabetes Mellitus and its Complications. In: WHO/NCD/NCS/99.2. 1999, Stand 31.10.2016.
    2. Songini M, Mannu C, Targhetta C et al. Type 1 diabetes in Sardinia: facts and hypotheses in the context of worldwide epidemiological data. Acta Diabetol. 2016 Sep 17. [Epub ahead of print].

 

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren