Donnerstag, 24. August 2017
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Aktuelle Fortschritte Hepatitis B zu verstehen und zu diagnostizieren

Hepatitis B

28. Oktober 2016

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Hepatitis B ist die häufigste chronische Lebererkrankung infektiösen Ursprungs. Sie wird durch den Hepatitis-B-Virus (HBV) ausgelöst und betrifft annähernd 240 Millionen Menschen weltweit. Jährlich sterben mehr als 600.000 Menschen an den Komplikationen im Endstadium einer Lebererkrankung oder an Leberkarzinomen verursacht durch Hepatitis B.
 
Die meisten neuen HBV-Infektionen treten in Endemiegebieten, wie China, Südostasien und Afrika, auf. Die HBV-Übertragung erfolgt durch Blut- oder Sexualkontakt. In den letzten zehn Jahren haben sich die weltweite Dynamik der HBV-Epidemiologie, die Umsetzung von Präventionsstrategien, die Screening-Politik und die öffentliche Aufklärung verändert. Vor allem prophylaktischen Impfungen und der globalen Verbesserung der sozioökonomischen Bedingungen ist ein langsamer Rückgang des Hepatitis-B-Oberflächenantigens (HBsAg) zu verdanken, obwohl die Zahl der HBV-Träger aufgrund der zunehmenden Weltbevölkerung steigt.
Der natürliche Verlauf einer HBV-Infektion ergibt sich aus einer komplexen dynamischen Wechselwirkung zwischen dem Virus und der Immunabwehr des Wirts. Während der akuten HBV-Infektion bei Erwachsenen führt meist eine breite, kräftige Immunantwort zur Viruselimination mit akuten, entzündlichen Lebererkrankungen. Tritt eine HBV-Infektion perinatal oder in der frühen Kindheit auf, so werden die Patienten zu chronischen HBV-Trägern. Eine Impfung gegen Hepatitis B ist möglich.

Die HBV-Diagnose basiert auf serologischen Markern wie HBsAg, Anti-HBs-Antikörpern, Anti-HBc-Antikörpern (Gesamt oder IgM), HBeAg und anti-HBe Antikörper und auf dem Nachweis und der Quantifizierung der HBV-DNA im Blut. Akute Hepatitis B liegt vor, wenn gleichzeitig HBsAg und anti-HBc-IgM gefunden werden. Bei chronischen HBsAg-Trägern hilft HBeAg, HBV-DNA- und die ALT-Level die Phase der chronischen Infektion zu bestimmen.

Für die langfristige Therapie der chronischen Hepatitis-B-Infektion stehen pegyliertes Interferon (IFN) und Nukleosid-/Nukleotid-Analoga wie z.B. Tenofovir oder Entecavir zur Verfügung. Derzeit werden neue antivirale Ansätze mit dem Ziel der vollständigen Virus-Elimination untersucht, z.B.  „HBV entry inhibitors“, Zytokine oder Inhibitoren der viralen Proteinfunktion, interferierende RNAs, RNAse H-Inhibitoren, monoklonale Antikörper. Auch therapeutische Ansätze mit Immunmodulatoren werden derzeit untersucht.

Literatur:

  1. Fourati S, Pawlotsky JM. Recent advances in understanding and diagnosing hepatitis B virus infection. F1000Res. 2016 Sep 6;5.
  2. Schweitzer A, Horn J, Mikolajczyk RT et al. Estimations of worldwide prevalence of chronic hepatitis B virus infection: a systematic review of data published between 1965 and 2013. Lancet. 2015;386(10003):1546–55.
  3. Lai CL, Ratziu V, Yuen MF et al. Viral hepatitis B. Lancet. 2003;362(9401):2089–94.
  4. Revill P, Testoni B, Locarnini S et al. Global strategies are required to cure and eliminate HBV infection. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2016;13(4):239–48.
  5. Zeisel MB, Lucifora J, Mason WS et al. Towards an HBV cure: state-of-the-art and unresolved questions--report of the ANRS workshop on HBV cure. Gut. 2015;64(8):1314–26.

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