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Hepatitis-E-Virus – Ein einzelsträngiges RNA-Virus

11. November 2016

© Dr_Kateryna / Fotolia.com

Laut Robert Koch-Institut kommt in Deutschland die durch Hepatitis-E-Virus (HEV) Genotyp 3 verursachte Hepatitis E endemisch vor. Die HEV-Antikörper-Prävalenz liegt bei 16,8%. Haus- sowie Wildschweine sind wichtige tierische Reservoire für Infektion über kontaminierte Lebensmittel. In anderen Ländern mit niedrigem Hygienestandard wird das Virus (Genotyp 1 und 2) hingegen hauptsächlich durch die Aufnahme von fäkal verunreinigtem Wasser oder Lebensmitteln übertragen.
 
Die Infektion mit dem in Deutschland vorkommenden HEV (HEV-3) verläuft überwiegend asymptomatisch. Symptomatische Infektionen verlaufen in der Regel akut, selbstlimitierend und häufig ohne Ikterus mit milden gastro­intes­tinalen oder allgemeinen Symp­tomen. Prinzipiell ist jedoch ein breites Spektrum der klinischen Symptomatik zu beobachten.
 
Diagnostiziert wird eine HEV-Infektion durch Messung erhöhter Level an Aspartat- und Alanin-Aminotransferase (AST und ALT). Zudem wird labordiagnostisch Anti-HEV-IgM im Serum als Beweis für eine Infektion nachgewiesen.
 
Eine akute HEV-Infektion erfordert bei Patienten mit funktionierendem Immunsystem nur eine Behandlung der Symptome. Liegt allerdings eine chronische HEV-Infektion vor, sollte eine Elimination des Virus z.B. durch eine antivirale Therapie erfolgen, um Leberschäden zu verhindern.
 
Derzeit ist in Europa noch kein Impfstoff gegen HEV zugelassen. Bei Reisen in Gebiete endemischer Verbreitung der Genotypen 1 und 2 sollten Infektionen durch Lebensmittel, wie Leitungswasser oder rohen Speisen, durch entsprechende Maßnahmen vermieden werden.
 
Eine belgische Kohortenstudie konnte nun zeige, dass eine akute Hepatitis-E-Virus(HEV)-Infektion häufig ein Vorläufer eines Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist. Um die Prävalenz des HEV-assoziierten GBS zu bestimmen, wurde das klinische Spektrum der HEV-assoziierten GBS in dieser Studie untersucht und Schwierigkeiten bei der Diagnose einer akuten HEV-Infektion diskutiert.

Literatur:

  1. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisE.html
  2. Stevens O, Claeys KG, Poesen K. Diagnostic Challenges and Clinical Characteristics of Hepatitis E Virus–Associated Guillain-Barré Syndrome. JAMA Neurology 2016; doi:10.1001/jamaneurol.2016.3541

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