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04. November 2016

Alzheimer-Krankheit: Eine der größten medizinischen Herausforderungen dieses Jahrhunderts

Alzheimer
© highwaystarz / Fotolia.com

Diese neurodegenerative Erkrankung wurde 1906 erstmals von ihrem Namengeber dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer (1864-1915) beschrieben.
 
Meist tritt die Krankheit ab einem Alter von 65 Jahren auf. Symptome, wie z.B. die Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit und Verhaltensauffälligkeiten, werden durch einen fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn verursacht. Die Zerstörung der Nervenzellen geht mit der Ablagerung von Amyloid-Plaques zwischen den Nervenzellen des Gehirns und an der Wand kleiner Blutgefäße einher. Dadurch kommt es zu Störungen der Sauerstoff- und Energieversorgung des Gehirns. Des weiteren lagern sich Neurofibrillenbündel aus Tau-Protein im Gehirn ab. Dies stört die normalen Transportprozesse und die Stabilität der Zelle und sie stirbt schließlich ab.
 
Bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit spielen sowohl genetische und Umweltfaktoren als auch Alterungsprozesse und Vorerkrankungen des Gehirns eine entscheidende Rolle.
 
Die Alzheimer-Krankheit lässt sich mit Hilfe von Untersuchungen von Gedächtnis, Orientierung, Sprache und Denkvermögen diagnostizieren. Blutwertuntersuchungen, CCT und MRT tragen ebenfalls zu Diagnosestellung bei. Durch eine frühzeitige Behandlung kann die Leistungsfähigkeit länger erhalten werden.
 
Der medikamentöse Therapie der Alzheimer-Krankheit umfasst Acetylcholinesterase-Hemmer und Glutamat-Antagonisten. Zudem werden Medikamente zur Abschwächung von Verhaltensstörungen, wie z.B. Neuroleptika und Antidepressiva, eingesetzt. Auch eine nicht-medikamentöse Therapie, durch z.B. Gedächtnistraining, Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie, spielt hier eine wichtige Rolle.
 
Da sich die Alzheimer-Krankheit meist während einer langen, klinisch unbemerkten Phase der Neurodegeneration manifestiert, sind die Erforschung und Kenntnisse über modifizierbare Risikofaktoren und das Finden von Biomarkern entscheidend für eine primäre Prävention und ihren vorsymptomatischen Nachweis.

Literatur:

1. https://www.deutsche-alzheimer.de/die-krankheit/die-alzheimer-krankheit.html
2. Hickman RA, Faustin A, Wisniewski T. Alzheimer Disease and Its Growing Epidemic: Risk Factors, Biomarkers, and the Urgent Need for Therapeutics. Neurol Clin. 2016 Nov;34(4):941-953. doi: 10.1016/j.ncl.2016.06.009. Epub 2016 Aug 4.
3. Cappai R. 'From past to future' - deciphering the molecular basis of Alzheimer's disease through the pages of the Journal of Neurochemistry. J Neurochem. 2016 Oct;139 Suppl 2:215-223. doi: 10.1111/jnc.13546. Epub 2016 Mar 21.

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