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28. Oktober 2016

Neue Therapieansätze bei Hepatitis C

Hepatitis C
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Weltweit leiden 170-200 Millionen Menschen an einer Hepatitis-C-Virus(HCV)-Infektion. In Deutschland beträgt die Zahl der Infizierten 400.000-500.000. Hepatitis C ist eine der Hauptursachen des hepatozellulären Karzinoms (HCC) und Zirrhose und in den meisten westlichen Ländern die führende Indikation für eine Lebertransplantation.
 
Hepatitis C wird über das Blut übertragen. In der akuten Phase wird sie wegen ihres asymptomatischen Verlaufs meist nicht entdeckt und geht so meist von einem akuten in den chronischen Verlauf über.
 
Hepatitis C wird durch eine Blutuntersuchung auf virusspezifische Antikörper oder der Messung von HCV-RNA diagnostiziert. Durch Leberbiopsie kann das Stadium der Erkrankung bestimmt werden.
 
Die Therapie der akuten Hepatitis C kann durch pegyliertes Interferon (IFN) erfolgen. Im chronischen Stadium der Krankheit werden die Patienten standardmäßig mit pegyliertem IFN in Kombination mit Ribavirin behandelt.
Neue, direkt wirkende antivirale Medikamente (DAA, direct-acting antivirals), wie Proteaseinhibitoren und NS5A-/NS5B-Inhibitoren, inhibieren die HCV-Replikation und haben bei der chronischen Hepatitis C zu einem signifikanten Anstieg nachhaltiger Ansprechraten (90-95%) im Vergleich mit der Standardtherapie geführt. Mit der kürzlich erfolgten Einführung der neuen Generation direkter antiviraler Mittel in die Therapie, wurde das langjährige Ziel der vollständigen Viruseliminierung in den meisten infizierten Patienten erreicht.
 

Literatur:

  1. Younossi ZM, Birerdinc A, Henry L. Hepatitis C infection: A multi-faceted systemic disease with clinical, patient reported and economic consequences. J Hepatol. 2016; 65(1 Suppl): S109-19.
  2. Polenakovik H. New Therapies for Hepatitis C Virus. Pril (Makedon Akad Nauk Umet Odd Med Nauki). 2015; 36(2):119-32.
  3. Jiménez-Pérez M1, González-Grande R1, España Contreras P et al. Treatment of chronic hepatitis C with direct-acting antivirals: The role of resistance. World J Gastroenterol. 2016; 22(29):6573-81.

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