Donnerstag, 29. Juli 2021
Navigation öffnen

Diabetes mellitus Typ I – Zerstörung der Beta-Zellen führt zu Insulinmangel

Diabetes mellitus Typ I
Der Begriff Diabetes mellitus beschreibt eine metabolische Störung von multipler Ätiologie, die durch eine chronische Hyperglykämie mit Störungen des Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsels charakterisiert wird, die aus Defekten der Insulinsekretion, Insulinwirkung oder beidem resultieren.
 
Typ-1-Diabetes basiert auf einer autoimmunen Zerstörung von Insulin-produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse und erfordert eine lebenslange Insulinbehandlung. Die Entstehung von Diabetes mellitus Typ I hängt sowohl von genetischen als auch von Umweltfaktoren ab. Diabetes mellitus Typ I ist in der Regel durch das Vorhandensein von Anti-GAD-, Inselzell- oder Insulin-Antikörpern gekennzeichnet, die Autoimmunprozesse identifizieren, die zur Zerstörung der Beta-Zellen führen.
 
2007 lag die Diabetesprävalenz in Deutschland bei 7 Mio. Menschen. Davon sind ca. 5–10 % der an Diabetes mellitus Typ I erkrankt und ca. 90 % an Typ 2. Finnland hat weltweit die höchste Häufigkeit von Diabetes mellitus Typ I (64.2/100.000 Einwohner). Die höchste Inzidenz wird in der Kindheit und Jugend beobachtet. Diabetes mellitus Typ I kann aber in jedem Alter auftreten.
 
Sind ca. 80% der Beta-Zellen zerstört, reicht das Insulin nicht mehr aus, um ausreichend Glucose in die Zellen einzuschleusen. Innerhalb weniger Tage/Wochen treten Symptome wie starke Gewichtsabnahme, Polyurie, starker Durst, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Seh- und Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auf. Bei schweren Formen kann eine Ketoazidose oder ein nicht-ketotischer hyperosmolarer Zustand auftreten und zu Stupor, Koma und sogar zum Tod führen.
 
Die Diagnosestellung eines Diabetes erfolgt wenn ein Blutzuckerwert von ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) nach dem Essen, ein Nüchtern-Blutzuckerwert von ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder ein Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c) von 6,5% (48 mmol/mol) gemessen wird.
 
Zur Behandlung wird eine Insulintherapie durchgeführt. Auf diese Weise soll das fehlende Insulin im Körper ersetzt werden.
Literatur:

    1. World Health Organisation Department of Noncommunicable Disease Surveillance: Definition, Diagnosis and Classification of Diabetes Mellitus and its Complications. In: WHO/NCD/NCS/99.2. 1999, Stand 31.10.2016.
    2. Songini M, Mannu C, Targhetta C et al. Type 1 diabetes in Sardinia: facts and hypotheses in the context of worldwide epidemiological data. Acta Diabetol. 2016 Sep 17. [Epub ahead of print].

 

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Pfeil nach rechts Pfeil nach rechts Pfeil nach rechts
Jetzt registrieren
Anzeige:
Eigenwerbung
 
News
HFpEF: Wegweisende Ergebnisse der EMPEROR-Preserved Studie
HFpEF: Wegweisende Ergebnisse der EMPEROR-Preserved Studie
©yodiyim / Fotolia.de

Die Phase-III-Studie EMPEROR-Preserved hat ihren primären Endpunkt erreicht. Empagliflozin ist damit die erste und einzige Therapie, für die eine Senkung des Risikos für den kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod oder Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz bei Erwachsenen mit HFpEF mit oder ohne Diabetes in einer Studie gezeigt werden konnte. Zusammen mit den Ergebnissen der EMPEROR-Reduced-Studie demonstriert dies die Wirksamkeit von Empagliflozin bei allen Formen der Herzinsuffizienz unabhängig von der Ejektionsfraktion. Das Sicherheitsprofil entsprach dabei dem bekannten...

Diabetes: Schutz vor schwerem Verlauf durch Therapieoptimierung
Diabetes: Schutz vor schwerem Verlauf durch Therapieoptimierung
©Katarzyna Bialasiewicz – stock.adobe.com

Diabetespatienten, die aufgrund des unzureichend eingestellten Glukosestoffwechsels erhöhte HbA1c-Werte zeigen, scheinen ein größeres Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf zu haben. Auch die, durch den Lockdown verursachten, Lebensumstände können sich negativ auf das Diabetesmanagement auswirken. Die Therapieoptimierung von einer Therapie mit Insulin kann Patienten, die >20 Einheiten eines kurzwirksamen Insulins pro Tag benötigen, dabei unterstützen, ihre Insulintherapie adäquat durchzuführen und dadurch eine stabilere...

Typ-1-Diabetes: Häufige Nebendiagnose Hashimoto-Thyreoiditis
Typ-1-Diabetes: Häufige Nebendiagnose Hashimoto-Thyreoiditis
©Maya Kruchancova - stock.adobe.com

Häufig erkranken Menschen sowohl an Typ-1-Diabetes als auch an einer Hypothyreose, der Hashimoto-Thyreoiditis, die mit psychischen und kognitiven Problemen einhergehen kann. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) möchte anlässlich der Schilddrüsenwoche behandelnde Ärzte auf den Zusammenhang zwischen Typ-1-Diabetes, Hashimoto-Thyreoiditis und psychischen und kognitiven Beeinträchtigungen hinweisen.

Entdeckung von Insulin: Ein Jahrhundert voller Innovationen
Entdeckung von Insulin: Ein Jahrhundert voller Innovationen
© Andrey Popov - stock.adobe.com

Die Entdeckung von Insulin vor nunmehr 100 Jahren markiert eine medizinische Revolution: Zuvor lag die durchschnittliche Lebenserwartung eines 10-jährigen Kindes mit der Diagnose Diabetes mellitus bei 1,3 Jahren, bis zum Jahr 1945 – rund 20 Jahre nach der Insulinentdeckung – hatte sich diese um mehr als 40 Jahre gesteigert (1). Die Erfolgsgeschichte des Insulins zog sich fort und ist verbunden mit Innovationen, durch die die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes sowie deren Lebenserwartung fortlaufend verbessert werden konnten. Experten erläuterten auf einer...

Studie REDUCE-IT: Icosapent-Ethyl senkt signifikant kardiovaskuläre Ereignisse
Studie REDUCE-IT: Icosapent-Ethyl senkt signifikant kardiovaskuläre Ereignisse
©insta_photos - stock.adobe.com

Auch bei einem leitliniengerechten Management der Risikofaktoren besteht bei vielen kardiovaskulären Risikopatienten weiterhin eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Herz- und Gefäßkomplikationen. Ein Risikoindikator hierfür ist eine Hypertriglyceridämie. Die Ergebnisse der REDUCE-IT Studie zeigten nun, dass durch die Behandlung mit Icosapent-Ethyl (VAZKEPA®) die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Ereignisse signifikant gesenkt werden konnte (1).

Diabetesmanagement: INPUT jetzt mit Patientenleitfaden
Diabetesmanagement: INPUT jetzt mit Patientenleitfaden
© Berlin-Chemie

Menschen mit Diabetes nutzen vermehrt moderne Technologien wie Insulinpumpen und kontinuierliche Glukosemessung. Aber wie lernen sie, damit umzugehen? Das Schulungs- und Behandlungsprogramm für Insulinpumpentherapie INPUT ist das erste evaluierte und produktneutrale Schulungsprogramm weltweit, das sich speziell an Patienten mit Insulinpumpentherapie richtet. Natürlich wurde auch darauf geachtet, dass die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) und die Möglichkeit zur automatisierten Basalratensteuerung ebenfalls im Programm integriert sind. Ganz aktuell im INPUT-Portfolio ist...

Diabetisches Fußsyndrom: Aufnahme in die Zweitmeinungsrichtlinie

Diabetes-Patienten mit einem Diabetischen Fußsyndrom (DFS) sollen vor einer drohenden Amputation an den unteren Extremitäten zukünftig eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einholen dürfen. Seit Jahren setzt sich die Arbeitsgemeinschaft „Diabetischer Fuß“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) für einen rechtlichen Anspruch auf eine solche Zweitmeinung ein. Ein überarbeiteter Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) wird voraussichtlich im Frühling in Kraft treten. Der G-BA-Beschluss legt zudem fest, dass...