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Medizin

27. Juli 2020 Herzinsuffizienz: Leitliniengerechter Einsatz von RAASi

Bei kardio-renalen Patienten steht der Erhalt einer lebenswichtigen leitliniengerechten Standardtherapie mit Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAASi) wie ACE-Hemmern, Sartanen, Spironolacton oder Sacubitril/Valsartan im Fokus. Denn diese kann bei Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz und Diabetes mellitus die Organprotektivität steigern, die Krankheitsprogression verlangsamen und das Mortalitätsrisiko senken.
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Doch die leitliniengerechte Behandlung dieser Erkrankungen mit RAASi, kann gleichzeitig dazu führen, dass das Risiko, eine Hyperkaliämie zu entwickeln, weiter ansteigt. „Bei Kaliumwerten, die leicht über dem Normbereich von 3,5-5,0 mmol/L liegen, kann sich bereits eine potentiell lebensgefährliche Hyperkaliämie entwickeln“, betont PD Dr. Mark Lüdde, Bremerhaven, beim Vifor-Web-Experten-Talk „RAAS-Inhibitor-Therapie beibehalten, Hyperkaliämie unter Kontrolle bringen: Mit Veltassa® aus dem therapeutischen Dilemma“.

Entwickelt sich unter einer RAAS-Inhibition eine Hyperkaliämie, so wird empfohlen, den RAAS-Inhibitor abzusetzen oder die Dosis zu reduzieren. Die behandelnden Ärzte stehen vor einem therapeutischen Konflikt. In der Praxis werden bei erhöhten Serum-Kaliumwerten die RAASi in fast 50% der Fälle dosisreduziert oder abgesetzt – mit der Folge eines erhöhten Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse. Eine Hyperkaliämie kann zu Störungen der Erregungsleitung im Herzen bis hin zum Tod durch Kammerflimmern führen.

Da die Gesamtinzidenz für hyperkaliämische Werte bei kardio-renalen Patienten bei bis zu 73% liegen kann, empfiehlt Prof. Dr. Thorsten Feldkamp, Kiel entsprechend den Leitlinien, die Kaliumspiegel der Patienten regelmäßig zu überwachen und bei erhöhten Spiegeln eine entsprechende Therapie mit einem Kaliumbinder einzuleiten.

Der niedergelassene Internist Dr. Andreas Hagenow, Elsterwerda, empfiehlt seinen Hausarztkollegen bei kardio-renalen Patienten eine aus seiner Sicht einfache Therapie der Hyperkaliämie zu versuchen und so ein therapeutisches Fenster zu öffnen: Durch die Einnahme des natriumfreien, geschmacksneutralen Kaliumbinders Patiromer (Veltassa®) könne bei Patienten mit Hyperkaliämie der Kaliumspiegel schnell und langfristig gesenkt werden. Der Kationentauscher besteht aus nicht resorbierbaren frei beweglichen Microbeads, die, als Suspension mit Wasser oral eingenommen, überschüssiges Kalium im Dickdarm gegen Kalzium tauschen und binden, bevor sie über die Fäzes ausgeschieden werden.

Einigkeit bestand bei den 3 Experten darin, dass eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten in der Diagnose und Behandlung von Hyperkaliämien eine große Rolle spielt. Die einmal tägliche Einnahme lasse sich gut in den Alltag integrieren und ermögliche den behandelnden Ärzten, sich auf die Therapie der eigentlichen Erkrankung zu konzentrieren und diese hochdosiert, wie es die Leitlinien empfehlen, zum bestmöglichen Nutzen der Patienten durchzuführen.

Ulrike Tietze

Quelle: vifor


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