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Aktuelles

Ob auf Fernreisen, durch kontaminierte Lebensmittel oder enge Kontakte – Hepatitis A ist weltweit verbreitet und auch außerhalb klassischer Risikogebiete besteht Infektionsgefahr. Erwachsene erkranken häufig schwer: Über 60% müssen hospitalisiert werden, die Genesung dauert oft Monate. Auch Hepatitis B bleibt ein globales wie nationales Gesundheitsproblem. Schätzungen zufolge leben weltweit rund 254 Millionen Menschen mit einer chronischen HBV-Infektion – in Deutschland etwa 250.000 bis 300.000. Im Jahr 2023 wurden dem Robert Koch-Institut fast 22.900 Fälle gemeldet – ein deutlicher Anstieg von 36% gegenüber dem Vorjahr, 2024 kamen 22.162 weitere gemeldete Fälle dazu. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung klarer Impfempfehlungen. Die S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und die Ständige Impfkommission (STIKO) definieren präzise, welche Bevölkerungsgruppen besonders geschützt werden sollten und wie eine effektive Prävention aussieht.
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Die weltweite Ungleichheit von Gesundheitschancen wird durch die dreifache planetare Krise – Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und Umweltverschmutzung – weiter verschärft. Sie zu verhindern, ist damit mehr als eine Frage der Gesundheitssysteme, sondern muss als zentrales Anliegen in der Klima- und Umweltpolitik verankert werden. Das fordern Wissenschaftler:innen der Universität Heidelberg, die unter anderem zu globaler Gesundheit, umweltbezogenen Krankheiten und Klimaschutzmaßnahmen forschen. Sie treten dafür ein, dieser Ungleichheit nicht nur auf individueller Ebene zu begegnen, sondern auch strukturelle Ursachen zu beseitigen. Welche Ansätze dafür in der Forschung und auf politischer Ebene erforderlich sind, erläutern sie in einem Paper, das in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour erschienen ist [1].
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Eine internationale Arbeitsgruppe unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) hat eine Leitlinie zur personalisierten Phagentherapie entwickelt. Beteiligt waren 20 Fachgesellschaften, 18 internationale Expert:innen einschließlich Vertretungen von Behörden sowie zwei Patientenvertretungsorganisationen. Die Leitlinie umfasst mehr als 60 praxisorientierte Empfehlungen zu Auswahl und Testung geeigneter Phagen, Infrastruktur, Herstellung und Qualitätskontrolle, Anwendung, Monitoring und Dokumentation sowie zu zukünftigen Forschungsfragen. Das Consensus Statement wurde im Fachmagazin Nature Medicine veröffentlicht [1].
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Medizin
 4 Min|
Person misst Blutzucker, man sieht Hände und Messgerät

Typ-2-Diabetes bei jungen Erwachsenen: Armut und Migrationserfahrung spielen eine Rolle

Typ-2-Diabetes trifft in Deutschland immer häufiger junge Erwachsene. Neue Daten zeigen: Armut, geringe Bildung und eigene Migrationserfahrung gehen damit einher. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS auf Basis der NAKO-Gesundheitsstudie findet diese sozialen Unterschiede auch dann, wenn familiäre Vorbelastung und der eigene Lebensstil einbezogen werden [1]. Die Autor:innen fordern deshalb ein Umdenken: weg von reinen Verhaltensratschlägen, hin zu einer Prävention, die die Lebensumwelt verändert.
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Medizin
 6 Min|

Nur 13 Prozent der Kinder und Jugendlichen bewegen sich ausreichend

Die AOK Rheinland/Hamburg hat 5.000 Eltern im Rheinland und in Hamburg zur Gesundheitssituation ihrer Kinder befragt. Der AOK-Kindergesundheitsatlas 2026 liefert Zusammenhänge zwischen dem Ideal und der Lebensrealität von Familien. Fast neun von zehn Kindern erreichen nicht die WHO-Bewegungsempfehlung von 60 Minuten pro Tag. Rund jedes fünfte Kind überschreitet die empfohlene Bildschirmzeit mit Sozialen Medien und bei jedem zehnten Kind gehören große Mengen von Zucker täglich zum Alltag, schon ab dem ersten Lebensjahr.
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Medizin
 3 Min|
Blutgerinnsel / Thrombose in Arterie oder Vene

Erkältungsvirus führt zu seltenen Blutgerinnseln

Die Universitätsmedizin Greifswald identifizierte im internationalen Forschungsteam bei einem Kind in Österreich erstmals die auslösende Variante des Adenovirus als Ursache lebensbedrohlicher Blutgerinnsel. Zur Diagnose zogen die behandelnden Ärzt:innen der Medizinischen Universität Innsbruck die Greifswalder Transfusionsmediziner:innen hinzu. Weitere virologische Untersuchungen erfolgten gemeinsam mit Forschenden der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Die Erkenntnisse dieses Falles wurden nun in einer Studie im New England Journal of Medicine veröffentlicht [1].
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Medizin
 2 Min|

CHMP empfiehlt Filgotinib zur Behandlung der axialen Spondyloarthritis

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive Stellungnahme zu Filgotinib abgegeben. Demnach soll der einmal täglich oral einzunehmende, präferenzielle Januskinase 1(JAK1)-Inhibitor künftig zur Behandlung erwachsener Patient:innen mit aktiver axialer Spondyloarthritis (axSpA) eingesetzt werden, sowohl bei nicht-röntgenologischer als auch bei röntgenologischer axSpA, wenn diese auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben.
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Medizin
 3 Min|
Post-Stroke-Spastizität: Frühzeitige interdisziplinäre Behandlung bleibt Versorgungsdefizit
Deutscher Schlaganfallkongress

Post-Stroke-Spastizität: Frühzeitige interdisziplinäre Behandlung bleibt Versorgungsdefizit

Die Entwicklung einer Spastizität nach Schlaganfall (post-stroke spasticity, PSS) ist für die Betroffenen häufig mit gravierenden Folgen verbunden. Die mit PSS einhergehenden motorischen Einschränkungen beeinträchtigen Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität erheblich und belasten auch Angehörige und Pflegende. Trotz klarer Leitlinienempfehlungen für eine frühzeitige therapeutische Intervention und interdisziplinäre Betreuung wird die PSS häufig erst spät diagnostiziert und behandelt. Dadurch können sich funktionelle Einschränkungen und sekundäre Komplikationen verfestigen. Bei einem Symposium im Rahmen des 2. Deutschen Schlaganfallkongresses (DSG26) wurde dieses reale Problem im Versorgungsalltag von PSS-Patient:innen diskutiert.
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Medizin
 3 Min|

Herzschrittmacher nach TAVI: Risiken für Frauen und Männer unterschiedlich

Nach einem kathetergestützten Aortenklappenersatz (TAVI) kann aufgrund von Störungen der elektrischen Erregungsleitung des Herzens ein Herzschrittmacher notwendig werden. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass dessen Bedeutung für die weitere Prognose bei Frauen und Männern unterschiedlich ist. Mediziner:innen der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems untersuchten dazu die kurz- und langfristigen Überlebensdaten von mehr als 1.100 Betroffenen. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern, die für eine individuellere Einschätzung von Risiken vor und nach dem Eingriff sprechen. Zunehmend relevant ist das, da TAVI immer häufiger auch bei jüngeren Menschen zum Einsatz kommt [1].
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Medizin
 3 Min|
Woche der Wiederbelebung

Bereitschaft zur Reanimation groß, doch Handlungssicherheit fehlt

Zum 15. Mal findet vom 21. bis 27. September die „Woche der Wiederbelebung“ statt, an der Fachorganisationen der Notfallmedizin auf das Thema aufmerksam machen. Die Aktionswoche soll Ängste abbauen und ermutigen, bei einem plötzlichen Herzstillstand als Ersthelfende einzugreifen. Doch wie steht es aktuell um Bereitschaft und Kompetenz der Menschen in Deutschland, im Notfall andere wiederzubeleben? Wie kann man sie noch besser auf eine derartige Situation vorbereiten? Antworten darauf gibt eine repräsentative Umfrage der ADAC Stiftung.
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Medizin
 3 Min|
Deutscher Rheumatologiekongress 2026

Obinutuzumab: Neue Daten zeigen Remissionsvorteile bei SLE und Lupus-Nephritis

Aktuelle Phase-III-Daten zu Obinutuzumab zeigen, dass sowohl Patient:innen mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) als auch Patient:innen mit dessen häufigster Organmanifestation, der Lupus-Nephritis (LN), signifikant häufiger das Therapieziel der Remission erreichen, wenn sie den Anti-CD20-Antikörper Obinutuzumab zusätzlich zur bisherigen Standardtherapie erhalten [1-3].
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