Journal MED

Aktuelles

B-Zell-Depletionstherapien, bei denen B-Zellen des Immunsystems, die möglicherweise die Krankheitsaktivität bei Multipler Sklerose (MS) antreiben, vorübergehend entfernt werden, trugen in den letzten Jahren wesentlich zu einer verbesserten Behandlung Betroffener bei. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universitäten Bonn, Basel, Toronto und Yale sowie ihre Kooperationspartner haben einen bisher unbekannten Mechanismus aufgedeckt, durch den B-Zell-Depletionstherapien zu einem besseren Krankheitsverlauf bei Patient:innen mit MS beitragen. Überraschenderweise scheint die Behandlung einen Teil ihrer positiven Wirkung dadurch zu entfalten, dass sie regulatorische Immunzellen mobilisiert, die natürlicherweise im Darm ansässig sind. Diese Studie wurde nun in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.
Lesen Sie mehr 
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat eine positive Stellungnahme abgegeben und die Zulassung einer aktualisierten Formulierung des COVID-19-Impfstoffs mRNA-1273 zur aktiven Immunisierung zur Vorbeugung von COVID-19 bei Personen ab sechs Monaten empfohlen. Der neue Impfstoff richtet sich gegen die SARS-CoV-2-Variante XFG. Nach der positiven Stellungnahme des CHMP wird die Entscheidung der Europäischen Kommission über die Zulassung des aktualisierten COVID-19-Impfstoffs für die Saison 2026/2027 erwartet.
Lesen Sie mehr 
Gesundheitspolitik
 1 Min|
Mehrkosten für Rollatoren und Hörgeräte steigen

Mehrkosten für Rollatoren und Hörgeräte steigen

Die Mehrkosten, die Krankenversicherte für Rollatoren, Hörgerät und andere Hilfsmittel aus eigener Tasche zahlen, sind im vergangenen Jahr im Schnitt um jeweils 10 auf 159 Euro gestiegen. Laut einem Bericht des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen bezogen die Versicherten 78% der Hilfsmittel mehrkostenfrei. Dies liege im Trend der vergangenen Jahre. Wer einen Rollator, ein Hörgerät oder Schuheinlagen benötigt, muss den Eigenanteil zahlen.
Lesen Sie mehr 
Medizin
 3 Min|
Alzheimer früher erkennen: Proteinfehlfaltung schlägt P-tau

Alzheimer früher erkennen: Proteinfehlfaltung schlägt P-tau

Die Fehlfaltung des Amyloid-β-Proteins ist der stärkste blutbasierte Prädiktor für die Alzheimer-Krankheit im symptomfreien Stadium. Sie zeigt das Risiko Jahre vor der klinischen Diagnose und deutlich früher an als der weit verbreitete Plasmabiomarker P-tau 217. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Gerwert (Ruhr-Universität Bochum). Das Forschungsteam analysierte Blutproben aus 17 Jahren von 779 Proband:innen der bevölkerungsbasierten ESTHER-Kohorte des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), um die Leistungsfähigkeit führender Blutbiomarker über den gesamten Verlauf der Alzheimer-Erkrankung zu vergleichen.
Lesen Sie mehr 
Medizin
 3 Min|
Neuer Ansatz zur Prävention von Herzinfarkt und Schlaganfall

Neuer Ansatz zur Prävention von Herzinfarkt und Schlaganfall

Forschenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) ist es gelungen, einen neuen, körpereigenen Mechanismus zur Vorbeugung von Schlaganfällen nachzuweisen. Sie konnten zeigen, dass der Botenstoff S1P als biologischer Schutzschild vor Schlaganfällen fungieren kann. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forschenden in der Fachzeitschrift Science Advances.
Lesen Sie mehr 
Medizin
 3 Min|

Neugeborenen-Screening auf MLD: IQWiG-Bewertung zeigt klaren Nutzen für schwerste Verlaufsform

Die metachromatische Leukodystrophie (MLD) ist eine seltene, genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung. Sie tritt meist bereits im Kleinkind- oder frühen Kindesalter auf führt zu schweren körperlichen und geistigen Einschränkungen, u.a. wegen des fortschreitenden Funktionsverlusts des zentralen und peripheren Nervensystems. In Deutschland geht man von 5 bis 16 neuen Fällen pro Jahr aus. Unbehandelt führt die Erkrankung meist innerhalb weniger Jahre zum Tod. Doch dank einer verfügbaren Gentherapie lassen sich nach einer Diagnose noch vor den ersten Symptomen bei etwa der Hälfte der betroffenen Kinder ausgeprägte Beschwerden und der frühe Tod verhindern.
Lesen Sie mehr 
Schwerpunkte
 7 Min|
Polypharmazie im Alter – wenn viele Medikamente zur Herausforderung werden

Polypharmazie im Alter – wenn viele Medikamente zur Herausforderung werden

Mit zunehmendem Alter treten chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Arthrose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunehmend gemeinsam auf. Bei ihrer Behandlung werden dann meist mehrere Medikamente eingesetzt. Dadurch wächst die Zahl der täglich eingenommenen Arzneimittel und mit ihr das Risiko für Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Fehlanwendungen. Polypharmazie gehört deshalb zu den zentralen Herausforderungen der Geriatrie. Heute geht es allerdings nicht mehr nur darum, Krankheiten optimal zu behandeln, sondern auch darum, regelmäßig zu prüfen, welche Medikamente den Patient:innen tatsächlich noch nutzen und welche möglicherweise mehr schaden als nützen.
Lesen Sie mehr 
Medizin
 4 Min|
3D-Grafik von Coronavirus

Überschießende Entzündungsreaktionen bei COVID und Autoimmunkrankheiten: Mechanismus entdeckt

Wissenschaftler:innen beobachteten zur Hochzeit der Corona-Pandemie bei einigen Patient:innen eine Hyperinflammation. Ein Team unter Federführung der Universitäten und Universitätskliniken des Saarlandes und Münster hat nun in Nature Communications einen möglichen Mechanismus beschrieben, der dafür verantwortlich sein könnte. Dieser Mechanismus ist auch bei anderen entzündlichen Erkrankungen zu beobachten.
Lesen Sie mehr 
Medizin
 3 Min|
Lebrikizumab und Tildrakizumab: Biologika verbessern Hautläsionen deutlich

Atopische Dermatitis: Lebrikizumab wirkt auch in sichtbaren Arealen

Der Gesichts-, Kopf- und Halsbereich zählt bei atopischer Dermatitis (AD) zu den für Patient:innen besonders belastenden und therapeutisch anspruchsvollen Körperregionen. Was kann das Firstline-Biologikum Lebrikizumab hier leisten? Bei einem Pressegespräch von Almirall im Rahmen der 30. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie (FOBI) in München erläuterte Prof. Dr. Dr. Andeas Wollenberg (Augsburg/München), warum Lebrikizumab einen Unterschied machen kann, und stellte zudem neue Daten aus der Langzeitstudie ADlong vor.
Lesen Sie mehr 
Medizin
 3 Min|

CME: Schluckstörungen – ein interdisziplinärer Blick auf die eosinophile Ösophagitis

Persistierende Dysphagie oder wiederkehrende Bolusobstruktionen können auf eine eosinophile Ösophagitis (EoE) hinweisen – eine häufig übersehene, chronisch entzündliche Erkrankung der Speiseröhre. Drei Experten vermitteln praxisorientiert, wie eine frühzeitige Diagnose und Therapie Folgeschäden verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Sichern Sie sich 2 CME-Punkte.
Lesen Sie mehr 
Medizin
 4 Min|
Neuer Mechanismus bremst Entzündung bei Asthma

Neuer Mechanismus bremst Entzündung bei Asthma

Ein Team der Universität Bonn und des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) hat einen bislang unbekannten Wirkmechanismus eines synthetischen Peptids entdeckt, der die überschießenden Entzündungsreaktionen bei allergischem Asthma abschwächt. Dabei wird ein zentraler Entzündungsschalter des Immunsystems gezielt gehemmt und eröffnet neue Ansatzpunkte zur Behandlung chronischer Entzündungserkrankungen. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Advanced Science veröffentlicht [1].
Lesen Sie mehr 
Medizin
 3 Min|
Kein Einfluss oraler Kontrazeptiva auf Impfantwort

Kein Einfluss oraler Kontrazeptiva auf Impfantwort

Die Frage, ob die Einnahme oraler Kontrazeptiva die Wirksamkeit von Impfungen beeinflusst, wird seit einigen Jahren wissenschaftlich diskutiert, und mehrere ältere kleinere Studien kommen zu heterogenen Ergebnissen. Eine jetzt in npj Vaccines veröffentlichte Studie liefert hierzu neue Daten: In einer großen Kohorte von mehr als 1000 Beschäftigten im Gesundheitswesen konnte kein Effekt der Einnahme oraler Kontrazeptiva auf die humoralen oder zellulären Immunantwort nach COVID-19-Boosterimpfungen nachgewiesen werden [1].
Lesen Sie mehr 
Medizin
 3 Min|

Folgen des Absetzens von GLP-1-Medikamenten für suchtbedingte Krankenhausaufnahmen

Menschen mit Typ-2-Diabetes wurden während einer Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten seltener aufgrund von Alkohol- oder Substanzkonsumstörungen im Krankenhaus behandelt. Dies zeigt eine große schwedische Registerstudie unter Beteiligung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI). Die Forschenden untersuchten erstmals, wie sich die beobachteten Zusammenhänge nach dem Absetzen der Medikamente entwickeln. Dabei zeigte sich, dass die Verringerung alkoholbezogener Krankenhausaufnahmen zunächst noch bis zu sechs Monate nach Therapieende nachweisbar war, nach zwölf Monaten jedoch nicht mehr. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift The Lancet Psychiatry veröffentlicht [1].
Lesen Sie mehr