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Schaufensterkrankheit: häufig bei Diabetes und Raucher:innen

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) wird umgangssprachlich auch als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet. Denn Betroffene haben beim Gehen krampfartige Schmerzen in den Waden oder Oberschenkeln, die sie zu Pausen zwingen und nach kurzem Stehen wieder verschwinden. In einer Einkaufszone können sich Betroffene so von Schaufenster zu Schaufenster bewegen und ihre Erkrankung dadurch verbergen.

Die Hauptursache für PAVK ist Arteriosklerose, bei der durch Fett- und Kalkablagerungen (Plaques) die Arterien in den Beinen oder, seltener, in den Armen verengen. Deshalb leiden häufig Diabetiker:innen an dieser Krankheit. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind außerdem Raucher:innen und Menschen mit Bluthochdruck. 

Verwechslung von Spinalkanalstenose und PAVK

Bei einer Spinalkanalstenose im Bereich der Lendenwirbelsäule zeigt sich eine ähnliche Symptomatik. Die Ursache ist aber eine völlig andere. Denn bei einer Spinalkanalstenose werden die Schmerzen dadurch ausgelöst, dass die Wirbel auf die Spinalnerven drücken. Die Spinalkanalstenose ist also eine Erkrankung des Skelettsystems, während die PAVK die Gefäße betrifft.

„Das ist die Crux, die dazu führt, dass die Patienten häufig zwischen den orthopädischen und den gefäßmedizinischen Kolleginnen und Kollegen hin- und hergeschoben werden“, sagte Prof. Dr. Christian-Alexander Behrendt, Gefäßchirurg und Chefarzt an der Asklepios Klinik Wandsbek, auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) in Frankfurt a. M. Eine vereinfachte Faustregel kann einen ersten Hinweis darauf geben, um welche Erkrankung es sich handelt: Treten die Beschwerden beim Bergauf- oder Treppaufgehen auf, handelt es sich um eine PAVK, weil die Muskeln durch die Anstrengung mehr Sauerstoff und Durchblutung benötigen. Kommen die Schmerzen hingegen beim Bergabgehen, ist wahrscheinlich der Spinalkanal durch die aufrechte Haltung des Rückens verengt.

Diagnose durch Knöchel-Arm-Index

„Die Diagnosestellung ist für Profis nicht schwer“, sagte Behrendt. Erste Anlaufstelle sei die Hausarztpraxis. Hausärzt:innen können durch die schmerzlose und schnelle Messung des Knöchel-Arm-Indexes (Ankle-Brachial-Index, ABI) bestimmen, ob der Blutfluss in den Beinen gehemmt ist. Beim Knöchel-Arm-Index wird der systolische Blutdruck, also der obere Blutdruckwert, am Knöchel mit dem am Oberarm verglichen. Ist der Blutfluss in den Beinen zu niedrig, kann dies auf eine PAVK hinweisen.

Um den Fokus auch international stärker auf die Krankheit zu richten, wird am 23. September 2026 eine dreiteilige Serie zu PAVK in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ erscheinen. Christian-Alexander Behrendt, der die Serie koordiniert, bezeichnete diese Veröffentlichung als einen „absoluten Meilenstein“, weil in einer Serie bislang noch nicht so umfassend über PAVK in „The Lancet“ berichtet wurde.

Gehtraining und Rauchentwöhnung

Prof. Dr. Farzin Adili, DGG-Präsident und Gefäßchirurg am Klinikum Darmstadt, wies auf die Bedeutung des Gehtrainings nach der Diagnose einer PAVK hin. „In anderen Gesundheitssystem werden die Patienten zuerst einem Gehtraining zugeführt“, sagte er. Durch das Training würden die Umleitungsgefäße wachsen und der Blutfluss würde sich dadurch verbessern. In Deutschland würde bei PAVK zu oft und zu schnell operiert. Im Klinikum ist es möglich, die Gefäße in den Beinen durch Stents zu weiten oder mit einem Bypass zu überbrücken.  

Neben dem Gehtraining gibt es eine Reihe weiterer nicht-invasiver Maßnahmen, die Betroffenen helfen. Ganz oben auf der Liste steht der Rauchstopp, weil Rauchen ein Hauptrisikofaktor für das Fortschreiten von Arteriosklerose ist. Auch eine Gewichtsreduktion ist sinnvoll. Ebenso wie eine medikamentöse Therapie, durch die das Blut verdünnt wird.

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Quelle:

Online-Pressekonferenz vor der 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG)