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Medizin

23. Juni 2020 Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Frühzeitige Behandlung von Eisenmangel ist relevant

Eisenmangel ist ein globales Thema und betrifft häufig auch Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED); so leiden bis zu 80% unter Eisenmangel und Eisenmangelanämie, was mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit verbunden sein kann. Ein Screening auf Eisenmangel sollte daher Standard sein, da die Lebensqualität durch den Ausgleich eines Eisenmangels/der Eisenmangelanämie zügig verbessert werden kann.
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Fachinformation
In Deutschland beträgt die Inzidenz des Morbus Crohn 7-9 Patienten/100.000 Einwohner/Jahr und die der Colitis ulcerosa 8-10 Patienten/100.000 Einwohner pro Jahr. Die Erstdiagnose wird häufig bei jungen Erwachsenen gestellt. Leitsymptome sind nicht nur Diarrhoe und abdominale Schmerzen, sondern auch Müdigkeit und Erschöpfung. Jeder zweite Patient in Remission und 4 von 5 Patienten mit aktiver Erkrankung leiden unter Fatigue. Weitere mögliche Komplikationen sind Fisteln, Abszesse sowie ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Es handelt sich grundsätzlich um eine langfristig-lebensbegleitende Erkrankung mit unvorhersehbarem Verlauf, was den Betroffenen zusätzlich zu schaffen macht. CED beeinflusst das Leben der Patienten somit umfassend auf vielen Ebenen.

Hoher Leidensdruck durch Eisenmangel

Hinzu kommt ein Eisenmangel als der häufigste Mangelzustand bei Patienten mit CED. Eisenmangel hat eine multifaktorielle Pathogenese und entsteht u.a. aufgrund von Blutungen (Ulcera duodeni, ventriculi), Entzündungen, Resorptionsstörungen und verminderter Nahrungsaufnahme. Die Prävalenz des Eisenmangels bei CED ist hoch: Bei 36-90% der CED-Patienten ist Eisenmangel und bei etwa einem Drittel eine Eisenmangelanämie feststellbar. Eine Anämie ist die häufigste Komplikation, die mit einer schlechteren Lebensqualität und hohem Leidensdruck einhergehen kann. Daher sollte nicht gewartet werden, bis sich eine manifeste Anämie entwickelt hat. Daher sollte der Eisenstatus bereits initial und je nach Krankheitsaktivität alle 3-12 Monate überprüft werden, damit ein Eisenmangel frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Ziel: Behebung des Eisenmangels und Verbesserung der Lebensqualität 

Die European Crohn’s and Colitis Organisation (ECCO) empfiehlt bei einer manifesten Eisenmangelanämie eine Eisensubstitution, um die Eisenspeicher aufzufüllen, den Hämoglobinwert (Hb) zu normalisieren und die Symptomlast durch das Eisendefizit zu reduzieren. Da die orale Eisentherapie oftmals schlecht toleriert wird, Nebenwirkungen wie Übelkeit, Magenschmerzen und Schwarzfärbung des Stuhls auftreten und es 2-3 Monate dauert bis zur Besserung der Symptome bzw. 6 Monate bis zum Auffüllen des Eisenspeichers, empfehlen die Fachgesellschaften die intravenöse (i.v.) Eisensubstitution. Damit normalisiert sich der Eisenhaushalt rascher und es sind weniger Gaben notwendig.

Eisencarboxymaltose effektiver und verträglicher als orales Eisen

In einer Metaanalyse, in der i.v. Eisen mit oralem Eisen verglichen wurde, erwies sich Eisencarboxymaltose (FCM) als signifikant wirksamer als orales Eisen und tendenziell als besser verträglich. Unter FCM (ferinject®) konnte im Zeitraum von  Wochen bei einem Großteil der Patienten eine Normalisierung der Hb-Werte und eine Verbesserung der Lebensqualität durch Besserung der Anämiesymptome erreicht werden.  Ein weiterer Vorteil ist, dass die Eiseninfusion relativ zügig verabreicht werden kann (15 Minuten Applikation und 30 Minuten Nachbeobachtungszeit), was zusätzlich auch einen praktischen Aspekt für den Patienten darstellt.

Fazit

Derzeit gibt es keine kausale Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Wichtig ist vor allem die Behandlung der Mangelerscheinungen und der Anämie. Durch die Korrektur von Eisenmangel/Eisenmangelanämie können die Lebensqualität, das psychische Wohlbefinden und die körperlichen Funktionsfähigkeit im Alltag rasch zurückgewonnen werden.

ah

Quelle: Web-Pressekonferenz „Inside Medicine – Eisenmangel bei CED-Patienten: Einblicke und persönliche Erfahrungen eines Gastroenterologen“, 09.06.2020; Veranstalter: Vifor Pharma


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